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FABIAN STEINER ÜBER NEUE AUTO-GESETZE

Gut gemeint ist höchstens halb gewonnen

Es sind keine bösen Mächte, die dem Autofahrer auf der Tasche liegen. In drei aktuellen Fällen scheitern gut gemeinte EU-Regeln einfach an der Praxis. Die Lösung wäre einfach.
Wie wichtig die EU für die Autobranche ist, zeigt der Brexit ganz deutlich: Nur mit zollfreiem Handel und Zugang zu Arbeitskräften aus ganz Europa können BMW, Toyota, Land Rover, Jaguar und Nissan erfolgreich auf der Insel (weiter-)produzieren.
 
Drei aktuelle Beispiele zeigen allerdings auch, dass die EU den Autobauern und Autofahrern ziemlich auf der Tasche liegen kann – wenn neuen Regeln zwar gut gemeint sind, aber schlichtweg an der Praxis scheitern:

1.) Dieselfahrverbote (betreffen zum Glück derzeit nicht Österreich, wo die Grenzwerte nicht regelmäßig überschritten werden wie in den deutschen Problemzonen).
 
Eine europäische Verordnung, die Städte zwingt, für saubere Luft zu sorgen, kann dem Bürger eigentlich nur recht sein. Wer will schmutzige Luft?
 
Problematisch wird es, wenn die Messgeräte mitten in Problemzonen gestellt werden (dürfen), und ihre Ergebnisse folglich nicht dem Schnitt entsprechen – aber trotzdem zu Maßnahmen führen, die keiner wollen kann: Nutzungsverbot von normal gekauften Waren und entsprechender Wertverlust.
 
2.) Verbrauchsmessung (betrifft die österreichischen Autofahrer durch das Steuersystem ganz besonders)
 
Eine neues, strengeres Prüfverfahren (WLTP statt NEFZ, seit 1. September verpflichtend) für den Verbrauch kann Kunden doch nur Recht sein, wer will nicht genau wissen, wie viel sein nächstes Auto so konsumiert?

Problematisch wird es, wenn die eigentlich nur als Information gedachten Normverbrauchswerte zu höheren Kosten führen: Weil die NoVA nach dem Verbrauch berechnet wird, sind die Autopreise am 1. September gestiegen, ohne das sich am Produkt etwas verändert hätte.

3.) Neue CO2-Grenzwerte (betreffen langfristig alle europäischen Autofahrer)

Dass die Europäische Union das Ziel verfolgt, den CO2-Ausstoß von Autos zu verringern, ist eine gute Sache und hat in den letzten Jahren auch wunderbar funktioniert. (Verständliche) Reaktion der Politik: Weiter so. Vorgaben immer strenger machen, dann wird die Technik immer besser.

Problematisch wird es, wenn die neuesten Grenzwerte (Flottenverbrauch pro Hersteller ab 2030 nur noch 61,75 Gramm CO2) so niedrig sind, dass es zwangsweise auf Elektroantrieb oder Teil-Elektroantrieb (Plug-in-Hybrid) hinausläuft. Das hebt die Kaufpreise ganz sicher, während die passende Infrastruktur (flächendeckende Ladestationen) alles andere als sicher ist.

Die Lösung für derlei Probleme wäre einfach: Sich selbst regulieren, also die eigenen Maßnahmen prüfen und überdenken, wenn sie Auswirkungen haben, die keiner im Sinn hatte (Fahrverbote für normal gekaufte Autos, höhere Preise für die gleiche Ware, teurere Autos für alle trotz noch fehlender Infrastruktur ).

 


 

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