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AUDIS DTM-SERIENSIEGER RENÉ RAST

Rast rast und rast und rast

René Rast fährt so, wie er heißt. Und ist damit ungleich erfolgreicher als seine Brüder im Namensgeiste, als Leute wie Scott Speed oder als Chris van der Drift. Der Audi-Pilot ist der Mann des Jahres in der DTM - ob mit Titel, oder ohne. Wer ist der Seriensieger?
Irgendwie schade, dass René Rast bei Audi für das Team Rosberg fährt, und nicht für das Audi Team Phoenix.
Wo doch die Titel über seinen Titel so aufgelegt wären:

Phönix aus der Asche.

Denn der Titelverteidiger der DTM war heuer schon so was von abgeschrieben.
Nach neun der bislang 18 Rennen war der Stand so:
Paffett 98
Glock 98
...
Rast 23

Der Titelverteidiger war im Nirgendwo, und er hatte weniger Punkte nach einer knappen halben Saison, als man Zähler nach dem Sieg im ersten Rennen hat.

Doch nun fährt er im Saisonfinale doch um den Titel mit, nach zuletzt vier Siegen in Serie. Der Rückstand ist zwar immer noch üppig. Doch das bei Mercedes, dem vermeintlich sicheren Titelträger, die Nerven blank liegen, ist beim Blick in die Gesichter der Team-Mitglieder zu sehen.

Wer ist dieser René Rast, der Audi so sensationell ins Titelrennen zurückgebracht hat?
Hier drei mal drei schnelle Fakten über die Nummer 33.
Im roten Audi RS5 DTM rast Rast plötzlich wieder um die Meisterschaft.Im roten Audi RS5 DTM rast Rast plötzlich wieder um die Meisterschaft.
1. Seine Kindheit  verbrachte er im Ferrari.
Rast ist rund 60 km von Hannover, in Steyerberg, aufgewachsen. Sein Vater, ein Tischerlermeister, baute dem kleinen René ein Bett in Ferrari-Optik.

2. Ja zum Rennsport, nein zum Rauchen.
Folgerichtig unterstützten die Eltern Renés Traum, im Rennsport Karriere zu machen. Es gab nur eine Bedingung: Rauchen verboten!

3. Als Kind hatte er einen Rivalen, der zum Weltstar wurde.
Im Kart und in der Formel BMW bekam es Rast mit Sebastian Vettel zu tun, der neun Monate jünger ist. "Wir haben fast unsere ganze Kindheit gemeinsam auf Kartbahnen und Rennstrecken verbracht." Danach trennten sich die Wege, im Gegensatz zu Vettel musste Rast den Traum Formel 1 früh aufgeben: "Es war schnell klar, dass wir nicht das Geld haben, um eine Karriere in diese Richtung anzustreben."
Sein Cockpit....Sein Cockpit....
...und Spuren seines Crashes in der Lausitz....und Spuren seines Crashes in der Lausitz.
4. René kämpfte sich durch alle Klassen durch.
Nachdem die Formel-BMW-Jahre auch wegen des Materials zäh waren (Plätze:18 und 23) setzte Rast alles auf eine Zukunft in Markenpokalen. Er begann von vorne: 2005 auf Anhieb Meister im ADAC Volkswagen Polo Cup, 2006 Vizemeister in der Seat Leon Supercopa.

5. Die Reifeprüfung absolvierte er im Porsche.
Ab 2007 bestritt Rast Porsche-Cup-Rennen, auf Anhieb mit Erfolgen. 2008 der erste Titel im Carreracup, ab 2010 dann der Beginn der ganz großen Erfolge mit dem österreichischen Team Lechner Racing: am Ende werden es total fünf Meistertitel sein, die er in den beiden hochkarätigen Porsche-Markenpokalen erobert.

6. Er gewann das größte Porsche-Rennen aller Zeiten.
100 Teilnehmer aus 25 Nationen - als Porsche das größte Markenrennen aller Zeiten auf der Nordschleife veranstaltet, gewinnt Rast für Lechner Racing vor seinem Tiroler Teamkollegen Norbert Siedler.

7. Er schaffte es bis nach Le Mans - und bekam an seinem 30. Geburtstag schlechte Nachrichten.
Ab 2015 bekam René - spät, aber doch - die Chance, Werksfahrer zu sein: bei Audi. Und mit einem Start in Le Mans im LMP1. Doch dann, im Oktober 2016 und genau an seinem 30. Geburtstag: Bad News. Audi verkündete den Ausstieg aus der WEC. Doch zum Glück ist Rast wahrlich ein Allrounder: 2016 der erste Gaststart in der DTM (als Ersatz für den verletzten Adrien Tambay in Zandvoort), ebenso einer in der Formel E (in Berlin).

8. In Rekordzeit zum DTM-Meister.
2017 fährt er seine erste volle Saison in der DTM - und wird auf Anhieb Meister! Und das nach einem Herzschlag-Finish mit vier Audi-Fahrern, die alle noch Titelchancen haben. Und gegen den haushohen Favoriten Ekström. Das alles als "Österreicher". Rast lebt mit seiner Familie (Freundin, Sohn) in Bregenz. Auch sein Renningenieur bei Rosberg kommt aus Österreich: es ist der Dornbirner Michael Geuze, der heuer in Spielberg mit aufs Siegerpodium durfte - als Zeichen der Anerkennung.

9. René wurde mehrmals abgelehnt.
2011 testete er als einer der ersten den neuen DTM-BMW (gemeinsam mit zwei anderen Junioren - Stanaway und Vernay), er kam nicht in den Kader. Bei Audi scheiterte er in drei von vier Sichtungen für die DTM.
Schnell in wenigen Runden überzeugen zu müssen, das mag ihm nicht liegen. Seine Stärke sind eher die (wichtigeren) Meisterschaften: Nun kann er nach fünf Porsche-Markenpokalen im zweiten vollen DTM-Jahr zum zweiten Mal Champion in der DTM werden, der wichtigsten Tourenwagenserie Europas.
Was für eine Inspiration für andere Rennfahrer:
Man muss nicht im Verstappen-Stil mit 17 Formel-1-Pilot sein, um trotzdem eine große Karriere machen zu können.
Rast rast von links....Rast rast von links....
....von vorne........von vorne....
...oder von rechts....oder von rechts.
Fokus. Gerhard Berger bewundert an René Rast die Linie und die Konstanz.Fokus. Gerhard Berger bewundert an René Rast die Linie und die Konstanz.
René Rast wurde...René Rast wurde...
...in nur zwei Jahren.......in nur zwei Jahren....
...zum DTM-Top-Star....zum DTM-Top-Star.
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