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INTENSIVTEST: BMW X2 25d

Ein Model an meiner Seite

Hier geht es vor allem um Aussehen und Fitness: Der X2 hebt sich mit interessanter Pose und sportlicher Einstellung von der Kompakt-SUV-Masse ab. Als Model-Freund muss man aber auch hart im Nehmen sein: Schönheit kostet und ein Sixpack ist kein Kuschelpolster.
Noch ein neues Kürzel von BMW. Mit dem X2 besetzen die Münchner die nächste SUV-Nische – welche genau ist das?
Der Neue zwängt sich nicht einfach so zwischen X1 und X3, wie es der Name vermuten ließe. Der X2 ist vielmehr die sportliche Variante des X1, so wie der X4 den dynamischen X3 gibt und der X6 den dynamischen X5. Optisch haben die Münchner hier allerdings ein anderes Konzept verfolgt als bei X4 und X6: Ein schräg nach hinten abfallendes Dach hätte in der kompakten Klasse zu viel Kofferraum gekillt, daher musste der sportliche Auftritt durch subtilere Mittel erzeugt werden.

Was haben die BMW-Designer gemacht? Überzeugt das Ergebnis?
Uns persönlich gefällt der X2 deutlich besser als X4 und X6 (aber das ist wie gesagt persönlich), wir halten ihn insgesamt für einen eder spannendsten BMW der letzten Zeit. Das liegt am Designkonzept: Weil einfaches „Heck schräg stellen“ keine Option war, mussten es optische Kniffe sportlich richten. Das Konzept ist also anspruchsvoller, wenn man so will.
Die Designer haben Coupé- und SUV-Elemente aus dem Hause BMW gemixt und einige Neuheiten dazu gemischt. Neben den dynamischeren Proportionen – der X2 ist acht Zentimeter kürzer und sieben Zentimeter niedriger als der X1 – wirken sich viele spannende Details aus: Eine sehr breite BMW-Niere mit Chrom-Rand und Klavierlackstreben, zudem erstmals unten breiter als oben ausgeführt. Nach außen breiter werdende Scheinwerfer. Dreieckige Lufteinlässe vorne. Auffällige Seitenschweller. BMW-Logo in der C-Säule (3,0 CSL du 2000 CS lassen grüßen!). Sehr hoch angesetzte Rücklichter mit einer für BMW-Modelle neuen Graphik. Markante Kanten und markanter Diffusor hinten. Und so weiter.
Neben dem perfekt austrainierten X2 sieht der X1 fast pummelig aus. Dabei hat der X1 ja keinen schlechten Körper, aber eine gute X1-Figur ist eben noch kein definierter X2-Sixpack.
Anspruchsvolles Designkonzept: Viele optische Kniffe statt einfachem „Heck schräg stellenAnspruchsvolles Designkonzept: Viele optische Kniffe statt einfachem „Heck schräg stellen
Ist der Innenraum im X2 ebenso eigenständig?
Nein, hier übernimmt der X2 die Struktur vom X1, garniert mit dezenten Upgrades: Zum Beispiel haben das Armaturenbrett und die Einfassung der Mittelkonsole schicke Ziernähte.
Grundsätzlich haben die Innenräume der BMW-Kompaktmodelle materialtechnisch nichts, was formstarke Volumenhersteller wie Peugeot nicht auch hätten, manchmal sogar etwas weniger.
Die Stärke von BMW, und auch vom X2, ist aber perfekte Ergonomie – und vor allem das supertolle Multimedia-System: Bedienbar per Touchscreen und Controller gleichermaßen, und zudem sehr übersichtlich strukturiert, bringt es Oberklasse-Komfort in die kompakte Klasse. Top!
Der Innenraum übernimmt die Struktur vom X1. Ergonomie und Multimediasystem „best in classDer Innenraum übernimmt die Struktur vom X1. Ergonomie und Multimediasystem „best in class".
Ziernähte im Armaturenbrett.Ziernähte im Armaturenbrett.
Dezente M-Insignien in der Variante „M SportDezente M-Insignien in der Variante „M Sport".

Der X2 ist ja allemal der coolere X1. Daher die entscheidende Frage: Muss man beim Platzangebot gegenüber dem größer geschnittenen X1 deutliche Abstriche machen?
Naja, es ist so: Der X1 ja schon eher körpernah geschnitten, und der X2 eben noch ein wenig mehr. Allen, die kritisieren, dass BMW hier keine Raumriesen auf die Räder stellt, sagen wir aber: Zum Glück! Die Münchner sind und bleiben eine Sportmarke. Und es gibt ja für die Raumfahrer auch noch den Van 2er Gran Tourer.
Der Unterschied zwischen X1 und X2 ist dann nicht mehr so groß: Basiskofferraum 470 Liter zu 505 Liter, das ist jeweils deutlich mehr als bei ähnlich langen Autos der Golfklasse (1er, A-Klasse, A3…). Maximal-Ladevolumen 1355 zu 1550 Liter. Im Fond bliebt die Kniefreiheit ähnlich, die Kopffreiheit ist aber spürbar eingeschränkt.

Basisvolumen 470 Liter mit…Basisvolumen 470 Liter mit…
…verstecktem Staufach.…verstecktem Staufach.
Nahezu ebene Großladefläche.Nahezu ebene Großladefläche.
Als sportliches SUV (BMW spricht ja sogar von einem SUV-Coupé) von einer sportlichen Marke weckt der X2 gewisse Erwartungen an die Fahrdynamik. Bleiben die Münchner bei der X2-Abstimmung unverbindlich-ausgewogen oder gehen sie klar in die sportliche Richtung?
Wer so viele SUVs im Angebot hat wie BMW, der muss bei einem sportiven Nischenmodell nicht ausgewogen sein. Der X2 zeigt Härte, denn wer es etwas unverbindlicher will, hat ja auch noch den X1 und X3 zur Auswahl.
Die Lenkung ist knackig und zielgenau, das Fahrwerk ist richtig straff, der Allrad dynamisch – und so krallt sich der X2 vehement in den Asphalt, wenn man sich krümmende Straßen mit Affenzahn befährt.
Uns persönlich ging die Härte im Testmodell – dieses war mit Sportfahrwerk (Serie in der dynamischen Ausstattungsversion M Sport) und 20-Zoll-Rädern (Serie sind bei M Sport 19-Zöller) zusätzlich hochgerüstet – doch etwas zu weit. Auf Dauer wollen wir mehr Federungskomfort. Kritisieren würden wir den X2 deshalb aber nicht, wir schätzen ihn als Charakterdarsteller: Citroen baut eben die Kuschelfreunde und BMW die harten Jungs.
Über Zweifel erhaben: Der Antrieb der Variante 25d mit 231 PS starkem Zweiliter-Diesel und Achtgang-Automatik. Da geht die Post ab, und trotzdem ruckt und zuckt nichts. Bayrische Motoren Werke eben! Das Motorgeräusch ist hörbar, aber nicht zu aufdringlich. Rund sechseinhalb Liter Testverbrauch sind ebenfalls tiptop.
Einschränkung: Noch ist der X2 xDrive 25d noch nicht in der Liste der Fahrzeuge, die künfig höchste Abgasnorm Euro 6d-TEMP erfüllen, sondern nur der X2 xDrive 20d mit 190 PS.
Fahrwerksabstimmung am sportlichen Ende der Skala: Citroen hat die Kuschelfreunde, BMW die harten Jungs.Fahrwerksabstimmung am sportlichen Ende der Skala: Citroen hat die Kuschelfreunde, BMW die harten Jungs.
Finanziell muss man ebenfalls hart im Nehmen sein…
Schönheit kostet eben Geld, das wissen die Fashionistas (und ihre Partner) allzu gut. Auch beim X2, dem kleinen Fashion-Model, muss man an der Kasse stark sein: Am Zetterl stehen knapp 40.000 Euro für das Basismodell, das getestete Allrad-Modell mit stärkstem Diesel und Automatik wechselt ab gut 53.000 Euro den Besitzer, der absolut topausgestattete Testwagen selbst kommt auf gut 67.000 Euro. Der Model-Freund hat’s manchmal nicht leicht.
Fazit des Testers: Ein starker Charakter, der X2 ist das Gegenteil von Durchschnitt. Das Design ist spannender und die Abstimmung sportlicher als bei den meisten SUV-Konkurrenten. Extravaganzen, die man mögen – und sich sich leisten können – muss.Fazit des Testers: Ein starker Charakter, der X2 ist das Gegenteil von Durchschnitt. Das Design ist spannender und die Abstimmung sportlicher als bei den meisten SUV-Konkurrenten. Extravaganzen, die man mögen – und sich sich leisten können – muss.

DATEN & FAKTEN

BMW X2 xDrive25d M Sport

(August 2018)

Preis

Grundpreis Testmodell 53.675 Euro. Endpreis Testmodell 67.266 Euro. Einstiegspreis X2: 39.700 Euro.

Antrieb

• 2.0 Liter 4-Zylinder-Twinturbo-Diesel, 231 PS
• 8-Gang-Automatikgetriebe
• Allradantrieb xDrive

Abmessungen

Länge 4360 mm, Breite 1824 mm, Höhe 1526 mm, Radstand 2670 mm.

Gewicht

Eigengewicht 1585 – 1660kg, Gesamtgewicht 2.180 kg.

Fahrwerte

Vmax 237 km/h, 0-100 km/h in 6,7 sec.

Testverbrauch

6,7 Liter.

MOTORPROFIS WERTUNG

Fahrspass

8 Punkte

Vernunft

5 Punkte

Preis-Leistung

5 Punkte

Gesamturteil

7 Punkte
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