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CITROËN FEIERT JAHRHUNDERTFEST

Mein Treffen mit André

Besondere Tage für einen besonderen Autohersteller: Citroën-Enthusiasten aus der ganzen Welt feiern den 100. Geburtstag ihrer Lieblingsmarke. Über 4.000 Fahrzeugen und 60.000 Besucher sind gekommen.
„Rassemblement du Siècle“, das Jahrhundertfest. Für den Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2019 haben die Citroën-Sammler und -Enthusiasten eine würdige Location gewählt: das hauseigene Test-Zentrum in La Ferté-Vidame.
 
Die Enten.
Schnatternd watschelt ein Schwarm Enten durch die Allee, zielstrebig in Richtung Wasser. Nur: Sie tragen kein Gefieder, sondern ein Blechkleid. Das sich durchaus auch sträubt, wenn sie durch ein Schlagloch holpern, da erzittert der Aufbau, und er neigt sich auch. Sie stürzen dennoch nicht kopfüber in den Teich oder fliegen gar davon. Sondern sie defilieren in gemessenem Entenschritt über die Schotter- und Wiesenpfade, bevor sie sich im Schatten der Bäume zu ihren Artgenossen gesellen. Aus den teils fein polierten, teils rostigen Auspuffröhrchen ertönt das typisch blecherne Zweizylinder-Viertakter-Schnarren, dumpfer bei den einen, heller bei den anderen - je nach Alter und Betriebszustand. Schier unüberschaubar ist die Schar der Citroën 2CV (CV steht für "deux chevaux", das heißt "zwei Pferde"). Sie wurden und werden bei uns liebevoll "Ente" genannt. Man kann es kaum fassen, wie viele es von den schmal bereiften, hochbeinigen und dünnblechigen Viertürern noch gibt, in allen Generationen und Umbau-Variationen, Kombis, Cabrios und Roadster. Ebenso reichhaltig sind die Versionen ihrer Derivate, den Dyanes, den Amis und den Méharis.
 
Der Eiffelturm.
Aus der Mitte des Geschehens ragt der Eiffelturm in die Höhe. Es ist natürlich nicht das Original, vielmehr eine mundgerechte und damit transportable Kopie. Der "Citroën"-Schriftzug fehlt dennoch nicht auf diesem Symbol für Frankreich, für Paris und nicht zuletzt für die Marke. Die Miniatur-Interpretation dieses im Rahmen der Weltausstellung von 1889 errichteten Monuments symbolisiert den Eiffelturm als essentiellen Bestandteil ihrer Geschichte: André Citroën war der erste, der "La tour Eiffel" für plakative Außenwerbung genutzt hat, von 1925 bis 1934 hatte er sich darauf weithin sichtbar mit Leuchtschrift präsent gemacht. Und längst ist auch seine Marke ein Monument.
In Scharen unterwegs: Nicht von ungefähr kommt der Spitzname In Scharen unterwegs: Nicht von ungefähr kommt der Spitzname "Ente" für die 2CVs.
Symbolträchtig: Der Eiffelturm und die Citroën-Historie sind eng miteinander verwoben.Symbolträchtig: Der Eiffelturm und die Citroën-Historie sind eng miteinander verwoben.
Weitläufig: Das Weitläufig: Das "Centre Technique et d'Essais PSA Peugeot-Citroën", 812 Hektar groß.
André Citroën begrüßte bildlich jeden einzelnen der 60.000 Besucher.André Citroën begrüßte bildlich jeden einzelnen der 60.000 Besucher.
Bestens in Schuss: ein Fußballfeld voller Tractions Avants, genannt Bestens in Schuss: ein Fußballfeld voller Tractions Avants, genannt "Gangsterautos".
Ikonisch: Eine unglaubliche Vielfalt an Göttinen ist nach La Ferté-Vidame gekommen.Ikonisch: Eine unglaubliche Vielfalt an Göttinen ist nach La Ferté-Vidame gekommen.
Das Jahrhundert-Fest.
Citroën feiert heuer den hundertsten Geburtstag. Das erste Zentenarium der Doppelwinkel-Marke wird bereits seit Anfang dieses Jahres gewürdigt. In Frankreich unter anderem mit einer Parade auf den Champs Elysées in Paris und ebenso international, im Rahmen von großen und kleinen Versammlungen. Der Höhepunkt aber war das Jahrhundert-Treffen, das "Rassemblement du Siècle", von 19. bis 21. Juli. Ausgerichtet wurde das Fest von Citroën-Sammlern, der "Amicale Citroën & DS France", in Kooperation mit dem Verein „L’Aventure Peugeot Citroën DS“, mit Unterstützung des Herstellers.
 
La Ferté-Vidame.
Der Platz war ein würdiger: das gewöhnlich hermetisch abgeschirmte PSA-Testzentrum in La Ferté-Vidame. Der 700 Einwohner-Ort im Département Eure-et-Loire - bei moderater Verkehrslage zwei Stunden Autofahrt von Paris entfernt - ist längst nicht so gut bekannt wie etwa das knapp 90 Kilometer entfernte Le Mans, mit seinem 24-Stunden-Rennen. Dennoch ist es ebenso ein automobil geschichtsträchtiger Ort. Hier drehen seit 1938 kommende, vielleicht kommende Modelle und Prototypen sowie Konzeptfahrzeuge ihre Proberunden: auf forderndem Terrain ebenso wie auf dem 6,3 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitskurs. Das gesamte Areal rund um eine Schloss-Ruine ist 812 Hektar groß, die umgrenzende Mauer ist 11,5 Kilometer lang. Dahinter verbirgt sich nicht nur die Teststrecke, sondern auch ein ausgedehnter Park samt großen Grünflächen, Baumgruppen und natürlichen sowie künstlich angelegten Teichen. Auf den Ursprüngen des "Centre Technique et d'Essais PSA Peugeot-Citroën" absolvierten einst die ersten 2CV-Modelle ihren ersten Auslauf.
 
Die Gäste.
Geradezu überflutet wurde dieser sonst so ruhige Fleck typisch französischer Erde von den Besucherströmen. Die Gäste kamen aus Frankreich und den angrenzenden Ländern, der Citroën-Ruf reichte bis weit über die Kontinentgrenzen Europas hinaus, bis Asien, genauso bis nach Afrika. Auch wurden viele englische Kennzeichen gesichtet. Viele reisten mit ihren Gefährten an, im Sinn dieses Wortes, denn nicht wenige stehen im selben Alter wie ihre Citroën-Modelle, jene der älteren und der jüngeren Geschichte, und sie sind stolz darauf. Prominent vertreten waren ebenso Weltregionen, in denen die Marke gar nicht präsent ist, zum Beispiel Mexiko und die USA. Die Integrationsfrage stellte sich nicht. Überhaupt war es ein Fest für die ganze Familie, vom Neugeborenen bis zum vermutlich Hundertjährigen waren alle Generationen da. In ruhiger Atmosphäre. Beschallungen hielten sich tagsüber in eng gesteckten Grenzen. Die abendlichen Konzerte - von Revival- bis zu elektronischer Musik - konnte man konsumieren. Oder auch nicht.
Die Anfänge: Der 5 HP, wegen seiner gelben Lackierung im Volksmund auch „kleine Zitrone“, war das erstes erschwingliche Auto in Europa.Die Anfänge: Der 5 HP, wegen seiner gelben Lackierung im Volksmund auch „kleine Zitrone“, war das erstes erschwingliche Auto in Europa.
Die 1970er: Der SM wurde nur fünf Jahre gebaut und war trotzdem sehr stark vertreten.Die 1970er: Der SM wurde nur fünf Jahre gebaut und war trotzdem sehr stark vertreten.
Ausgerichtet wurde das Fest von Citroën-Sammlern, mit Unterstützung des Herstellers.Ausgerichtet wurde das Fest von Citroën-Sammlern, mit Unterstützung des Herstellers.
Seit 1934 ein Star: Die Straßenlage des TA war damals überragend.Seit 1934 ein Star: Die Straßenlage des TA war damals überragend.
Geschichtsträchtiger Ort. Hier drehen seit 1938 kommende, vielleicht kommende Modelle und Prototypen sowie Konzeptfahrzeuge ihre ProberundenGeschichtsträchtiger Ort. Hier drehen seit 1938 kommende, vielleicht kommende Modelle und Prototypen sowie Konzeptfahrzeuge ihre Proberunden
Die Stars.
Das internationale Aufgebot an automobilen Stars zelebrierten die rund 60.000 Besucher des Festes mit hingebungsvoller Bewunderung - statisch und mobil gleichermaßen. Man kam aus dem Staunen nicht hinaus: Hier stand ein ganzes Fußballfeld voller Traction Avants in voller Blüte und Fahrtüchtigkeit, stilgerecht nach Doppelwinkel-Muster ausgerichtet. Dort hatten sich mindestens ebensoviele DS aller Epochen platziert, in den unglaublichsten Variationen, vom Abschleppwagen bis zum Wohnmobil-Träger. Verblüffend war die große Zahl an SM-Modellen, dieses Coupé wurde gerade einmal fünf Jahre gebaut (1970 - 1975). In ähnlicher Manier ging es weiter, mit XM, CX, BX und Konsorten. Alle Meilensteine waren versammelt. Rund 4.200 Fahrzeuge. Die makel- und fleckenlos erhaltenen oder auch restaurierten Exemplare hielten sich mit jenen die Waage, denen man ansieht, dass sie schon etwas erlebt haben. Aber für Naserümpfen oder gar Verachtung war kein Platz. Es geht es um Citroën, und nicht um elitäre Befindlichkeiten. Ob zwischen den statisch präsentierten Exponaten oder aktiv auf der Rennstrecke, die dieses Mal auch für Private offen stand (und dicht umschärmt war).
 
Die Chefin.
Natürlich dabei: Linda Jackson, seit 2017 Citroën-CEO. Das Engagement beeindruckt sie sichtlich: "Für uns ist diese Veranstaltung der Beweis der Loyalität unserer Fans. Dieses Treffen ist der beste Weg zu zeigen, wofür unsere Marke steht: Popularität im besten Sinn. Und eine alle Generationen inspirierende optimistische Demonstration unserer Wertigkeit." Sie betont, dass die Sammler und Enthusiasten die Feier selbst ausgerichtet hätten. Ohne Hersteller-Diktat, sonderen mit -Unterstützung. Siehe die Ausstellung der Marken-Meilensteine, siehe die Präsentation der aktuellen Modelle, siehe die Demonstration anhand von Concepts, in welche Richtung es zukünftig gehen wird: "Wir feiern unsere Geschichte, wir zeigen, wo wir jetzt stehen und wir geben einen Ausblick, wohin wir gehen werden." Produkt-Boss Xavier Peugeot ergänzt: "Alle diese ikonischen Modelle versammelt zu sehen, auf diesem Testgelände für unsere Produkte von heute und morgen, das ist ein Symbol für die Kraft unserer Marke."

Das Programm.
Dementsprechend angelegt war das automobile Fest. Auf dem Programm standen zusätzlich zu den bereits erwähnten statischen und mobilen Präsentationen: Teile- Devotionalien-, Accessoires- und Souvenir-Märkte, Auktionen, Wettbewerbe und ein Concours d'Elegance. Es wäre nicht Frankreich, wenn das Essen nicht ebenso eine Hauptrolle spielte. Das kulinarische Angebot reichte von regionaler Hausmannskost bis zur Haute-Cuisine (im Rahmen von Empfängen und Gala-Diners). Eine tragende Rolle spielte dabei ein Nützling: der Typ H2. Der wird nicht nur in seiner Heimat Frankreich gerne zur mobilen Gastronomie-Plattform umgebaut. Die berühmten Austern werden daraus ebenso gereicht wie eine Portion Eis mit Schlag.
 
Die Geschichte.
Tief eintauchen in die Citroën-Historie kann man mit einer schier unübersehbaren Zahl an Publikationen – Büchern und Filmen (beileibe nicht nur in Louis de Funes-Streifen!) –, ebenso via Internet. Hautnah erleben kann man die Modellgeschichte der Marke, samt Prototypen, Concepts und Sondereditionen im Conservatoire, in Aulnay-sous-Bois bei Paris (Voranmeldung erforderlich). Hier stehen auch die Sport-Stars. Denn selbst wenn Citroën sich im Gegensatz zu anderen Marken nicht in der prestigeträchtigen Formel I stark gemacht hat: Auch das Rennfahren steckt in den Genen der Doppelwinkler. Vor allem in den erfolgreichen Rallye-Boliden.
 
Die Sondermodelle.
Wer sich ein Stück Jahrhundert-Fest zum selbst Erfahren holen möchte: Citroën hat heuer in den Baureihen C1, C3, C3 Aircross, C4 Cactus und C4 SpaceTourer Sondermodelle aufgelegt, erkennbar am „Origins since 1919“ -Aufkleber und gold- sowie bronzefarbenen Dekordetails sowie spezifischen Ausstattungen.


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Ein paar Gendarmen reisten von Saint-Tropez nach La Ferté-Vidame.Ein paar Gendarmen reisten von Saint-Tropez nach La Ferté-Vidame.
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Auch das Rennfahren steckt in den Genen der Doppelwinkler.Auch das Rennfahren steckt in den Genen der Doppelwinkler.
Vor allem in den erfolgreichen Rallye-Boliden.Vor allem in den erfolgreichen Rallye-Boliden.
Schwebend in die Zukunft: Mit der Technik des 19_19 Concept kündigt Citroën herausragenden Langstreckenkomfort für die nächsten Modellgenerationen an.Schwebend in die Zukunft: Mit der Technik des 19_19 Concept kündigt Citroën herausragenden Langstreckenkomfort für die nächsten Modellgenerationen an.
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Nicht bloß dabei, sondern mittendrin: Citroën-CEO Linda Jackson beim Jahrhundertfest.Nicht bloß dabei, sondern mittendrin: Citroën-CEO Linda Jackson beim Jahrhundertfest.
Ebenso präsent: Produkt-Boss Xavier Peugeot feierte das 100-Jahr-Jubiläum aktiv mit.Ebenso präsent: Produkt-Boss Xavier Peugeot feierte das 100-Jahr-Jubiläum aktiv mit.
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