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FORMEL E

Vergne ist der Champion!

Jean-Eric Vergne hat es geschafft. Der langjährige Red-Bull-Junior ist Meister in der Formel E. In einem spannenden Duell hat er sich gegen den DS-Piloten Sam Bird durchgesetzt. Kurios, denn: er ist im "Nebenjob" bei DS Entwicklungsfahrer.
Wieso schrieb Vergne in New York Geschichte?
Er ist im vierten Jahr der Formel E der vierte verschiedene Titelträger. Nachfolger von Nelson Piquet jr., Sebastien Buemi und Lucas di Grassi. Obwohl er wegen eines Formalfehlers rund um die Software aus der letzten Startreihe ins vorletzte Rennen musste, konnte sich der Franzose auf Rang 5 vorkämpfen - damit ist sein Titel schon ein Rennen vor Saisonende fix - das hat es in der Geschichte der Formel E noch nie gegeben. Und: Als Zeichen seiner Klasse gewann er auch noch das für die Titeljagd schon bedeutungslose Rennen am Sonntag.
 
Warum war das Duell so pikant?
Dass sich ausgerechnet Vergne und Bird um den Titel matchen, war etwas schräg. Denn der Franzose, der für das Privatteam Techeetah fährt, ist im "Nebenjob" Entwicklungsfahrer im Werksteam DS Virgin, also ausgerechnet im Team von Rivalen Bird. Der Hintergrund: DS Automobiles, zuletzt sehr erfolgreich in der Formel E, dürfte in der nächsten Saison von Virgin (wo sich die Eigentümer-Verhältnisse geändert haben) zu Techeetah wechseln, und damit in das Team von Vergne - und der ist quasi als "Vorhut" schon an der Entwicklungsarbeit bei DS beteiligt. Sam Bird wurde im ersten Rennen in New York Neunter, während sein DS-Teamkollege Alex Lynn schwer crashte, aber unverletzt blieb. Sieger Samstag: Lucas di Grassi im Audi, der seinen achten Karriere-Erfolg zu verbuchen hatte.
Jean-Eric Vergne: neuer MeisterJean-Eric Vergne: neuer Meister
Sam Bird: Am Ende nur Dritter.Sam Bird: Am Ende nur Dritter.
Warum ist ein Titel für Vergne ziemlich peinlich für die großen Werke?
Weil Techeetah (noch) das einzige "echte" Privatteam in der Formel E ist, mit Antriebssträngen von Renault. Aber man hat das Auto so perfekt finalisiert, dass Vergne nun gegen alle (!) Werke gewinnen könnte - nicht gerade ein Ruhmesblatt für die Teams von Audi, Jaguar, Renault, sowie das mit BMW verbundenen Noch-Andretti-Team. Andererseits aber ein Zeichen, dass hier - im Gegensatz zur Formel 1 - auch die "Kleinen" eine faire Chance haben - auch weil die Werke sich bei den Regeln nicht so sehr einmischen und im Sinne der Show und der Formel E eigene Niederlagen "möglich" machen, weil sie den kleineren Teams die Gelegenheit geben, unter gleichen Voraussetzungen anzutreten.
 
Worauf musste man in New York noch achten?
Auf einiges! Vor allem auf Susie Wolff, die Halb-Österreicherin, sie gab ihr offizielles Debüt als Teamchefin bei Venturi. Für Renault, das dominierende Team der FE-Geschichte, hiess es dagegen, Abschied zu nehmen - künftig übernimmt Konzernschwester Nissan den Platz, das bedeutet zugleich das Aus für Alain Prost (der ja viel im Renault-F1-Team macht) und für seinen fahrenden Sohn Nico Prost. Andretti trat zum letzten Mal unter den eigenen Farben an - ab nun übernimmt dort BMW endgültig. Und nächstes Saison kommt mit HWA die Vorhut von Mercedes, ein Jahr später steigen die Schwaben selber offiziell ein, wie auch ihr Nachbar Porsche. Spannende Zeiten in einer elektrisierenden Serie...
Chaos unter Strom: Die Rennen der Formel E stehen für viel Action.Chaos unter Strom: Die Rennen der Formel E stehen für viel Action.
Vergne als Entwicklungsfahrer des Vergne als Entwicklungsfahrer des "Konkurrenten"..
.. und bei Tests für DS Automobiles... und bei Tests für DS Automobiles.
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