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SEBASTIEN LOEB

Die Legende ist zurück

Er gilt als der größte Rallyefahrer dieses Jahrhunderts und war neun Mal in Serie Weltmeister. Nun drängt es Sebastien Loeb wieder in die WRC-Weltmeisterschaft. Im Citroen C3 sagt er heuer bei drei Rallyes seinem Erzfeind Sebastien Ogier den Kampf an. Mit dem fünften Platz bei der Mexiko-Rallye zeigte er schon sein unverändert enormes Potenzial. Und das obwohl er ja „hauptberuflich“ in der Rallyecross-WM für Peugeot am Steuer sitzt. Der vielseitigste Motorsportler unserer Zeit kann sich alles vorstellen, nur eines nicht: mit 44 mal langsam zu machen.
Was hat es mit dem Comeback von Loeb in der Rallye-Weltmeisterschaft auf sich?
Sébastiens Rückkehr ist eine Spätfolge der neuen Regeln für die WM 2017. Diese haben die Autos wieder wesentlich attraktiver gemacht. Sie haben mehr Motorleistung bei einer ausgefeilteren Aerodynamik. Der Rekordweltmeister testete den Citroën C3 im August auf nassem und trockenem Asphalt im heimischen Elsass. Sechs Wochen bewegte er den C3 auf Schotter. Spätestens da spürte er: er will wieder zurück, er ist diesen Autos verfallen. Da er aber sein Engagement in der Rallyecross-WM (2018 für Peugeot) nicht aufgeben will und zugleich keine Lust auf einen WRC-Testfahrerjob hat, einigte man sich auf ein für ihn maßgeschneidertes Programm: Er wird heuer für Citroen drei WM-Rallyes bestreiten: Mexiko (Rang 5), Korsika (5. bis 8. April) und Spanien (25. bis 28. Oktober). Bei Citroen, dem Team mit dem er alle (!) neun WM-Titel seiner Karriere erobert hat, ist die Begeisterung groß. Renndirektor Yves Matton: „Sébastien konnte nur mit uns zurückkehren. Alles andere hätte nicht gepasst. Er ist schnell wie eh und je. Allerdings wird es für ihn eine Herausforderung, mit weniger Streckenkenntnissen und weniger Zeit im Auto, gegen die Konkurrenten zu bestehen..“ Wegen Loeb muss übrigens Kris Meeke, zuletzt stark verbessert, drei Mal auf die Ersatzbank. Loeb: „Das tut mir leid für ihn.“
Dass Loeb sein Rallye-Comeback erfolgreicher gestalten wird als sein Freund Michael Schumacher einst in der Formel 1, ist anzunehmen. Nicht zuletzt, weil er bei PSA und Citroen sein vertrautes Umfeld vorfindet.Dass Loeb sein Rallye-Comeback erfolgreicher gestalten wird als sein Freund Michael Schumacher einst in der Formel 1, ist anzunehmen. Nicht zuletzt, weil er bei PSA und Citroen sein vertrautes Umfeld vorfindet.
Warum wählte Loeb gerade diese drei Rallyes?
In erster Linie kann man an diesen Wochenende Terminüberschneidungen mit der WRX vermeiden. Aber noch was war Seb wichtig: „Frankreich ist meine Heim-Rallye, und ich habe es immer schon geliebt, auf Asphalt zu fahren. Allerdings kenne ich die aktuelle Route in Korsika nicht. Spanien scheint mir eine gute Option für Schotter zu sein. An Mexiko habe ich gute Erinnerungen und die Streckenführung hat sich dort nicht stark verändert.“ Seine letzte Rallye davor bestritt der Franzose in Monte Carlo 2015. Sein letzter Sieg von insgesamt 78 Erfolgen datiert aus dem Jahr 2013. Damals hatte er neben dem Saisonauftakt in Monte Carlo den Lauf in Argentinien für sich entschieden – kurioserweise gleich in der ersten Rallye nach seinem Rücktritt als fixer Fahrer, den er Ende 2012 erklärte. In Summe hat Loeb 78 (!!!) WM-Rallyes gewonnen.
In Summe hat Loeb 78 (!!!) WM-Rallyes gewonnen und neun (!!!) WM-Titel geholt – alle mit Citroen.In Summe hat Loeb 78 (!!!) WM-Rallyes gewonnen und neun (!!!) WM-Titel geholt – alle mit Citroen.
Wie groß ist die Feindschaft mit Titelverteidiger Sebastien Ogier?
Die beiden „Sebs“ haben seit 2004 alle WM-Titel erobert – erst neun Mal Loeb, nun fünf Mal Ogier. Trotz ihrer erstaunlichen ähnlichen Lebensläufe sind sie erbitterte Rivalen – in ihrer gemeinsamen Citroen-Zeit weigerte sich der Jungspund zunehmend, Stallorder zu akzeptieren. Auf Druck des anderen Seb musste er das Team verlassen. Heute sagt Ogier: „Ich freue mich, wieder gegen Loeb zu fahren.“ Die Beziehung wirkt nun etwas entspannter: Zum einen weil Ogier sich längst selbst bewiesen hat (vor allem mit seinem sensationellen Titel im privaten Ford), zum anderen haben sie sich ja kaum gesehen in diesen Jahren. Ein mögliches WM-Duell 2019 zwischen Loeb und Ogier hätte freilich das Zeug zum Klassiker. Wie sagte Ogier erleichtert nach seinem Sieg jetzt in Mexiko, wohl auch beim Gedanken an den neuen, alten Rivalen: „Das war einer der größten Siege meiner Karriere, die Konkurrenz war enorm stark."
Ein mögliches WM-Duell 2019 zwischen Loeb und Ogier hätte das Zeug zum Klassiker. Die beiden „Sebs“ haben seit 2004 alle WM-Titel erobert – erst neun Mal Loeb, nun fünf Mal Ogier.Ein mögliches WM-Duell 2019 zwischen Loeb und Ogier hätte das Zeug zum Klassiker. Die beiden „Sebs“ haben seit 2004 alle WM-Titel erobert – erst neun Mal Loeb, nun fünf Mal Ogier.
Was ist Loeb eigentlich schon alles gefahren?
Quasi alles! Formel-1-Tests für Toro Ross, WTCC (bittere Niederlage gegen Stallrivale Lopez), Le-Mans-Autos, Pikes Peak. Und natürlich seine aktuelle Aufgabe, Rallyecross. Hier hat Loeb heuer selbst ein Team, er aber fährt im Team Peugeot Total einen 208 WRX. Seine Teamkollegen sind die beiden Hansen-Brüder Kevin und Timmy (der fährt mit einem 2017er-Modell).
Im Übrigen ist Loeb aber nicht nur vier Rädern schnell – seine jahrelangen Privatduelle am Motorrad mit seinem guten Freund Michael Schumacher auf einer privaten Strecke in Frankreich nahe der Schweizer Grenze sind legendär. Anzunehmen aber, dass Loeb sein Rallye-Comeback erfolgreicher gestalten kann als einst Schumacher seines zwischen 2010 und 2012 in der Formel 1. Nicht zuletzt, weil er bei PSA und Citroen sein vertrautes Umfeld vorfindet.

BILDERGALERIE: DAS LOEB-COMEBACK BEI DER RALLYE MEXIKO AUF CITROEN C3 (2018)

 
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