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INTENSIVTEST: INFINITI QX30 2,2D

Lässt ein Exot den Stern verblassen?

Schön, dass es noch echte Exoten gibt: Der QX30 ist der Hoffnungsträger einer japanischen Nobelmarke, die mit Mercedes-Technik den Durchbruch in Europa schaffen will. Ein paar Vorteile gegenüber Stern, Niere und Ringen hat er. Ist das Kompakt-SUV womöglich ein großer Geheimtipp?
Infiniti kennt bei uns noch nicht jeder. Was muss man über die Marke wissen?
Toyota hat mit Lexus eine eigene Premiummarke etabliert, Nissan tut das gleiche mit Infiniti. In den USA sind die japanischen Nobelhobel gut unterwegs, in Europa tun sie sich mit der Konkurrenz von Mercedes, BMW, Audi, Jaguar, Volvo, Jaguar und Land Rover schwerer. Während Lexus mit seinen SUV inzwischen auch bei uns Achtungserfolge erzielt, ist Infiniti weiter ein Exot – was aber nicht unbedingt an den Produkten liegt, sondern an einer strukturellen Schwäche: es gibt nach wie vor zuwenig Infiniti-Händler.
 
Wird die Marke jetzt durchstarten können?
Zumindest hat Infiniti mit dem QX30 nun erstmals ein Auto, das perfekt in den europäischen Markt passt: Ein nobles Kompakt-SUV, das es mit BMW X1, Audi Q3 und Mercedes GLA aufnehmen kann.
 
Infiniti kooperiert mit Mercedes. Wie viel GLA steckt im QX30?
Sehr viel, die komplette Technik bis hin zum Motor wurde eins-zu-eins übernommen und unterscheidet sich nur im Feintuning. Optisch allerdings sieht man von diesem Deal vor allem außen wenig: Der QX30 hat ein vollkommen eigenständiges Auftreten.
 
Das Design ist also der Unterschied zum GLA?
Ja, und das kann natürlich ein starkes Argument pro QX30 sein: Während Stern, Niere und Ringe im Straßenbild alltäglich geworden sind, bekommt man mit dem Infiniti ein optisch individuelles Auto. Schön, dass es noch Exoten gibt.
 
Und im Innenraum?
Dort erkennt man viele Mercedes-Bedienelemente, der Gesamteindruck ist durch die individuell gestalteten Oberflächen allerdings klar Infiniti – dabei wirkte der Testwagen vor allem durch die Dekorelemente (Holz-Look) und Farbgebung (Brauntöne) konservativer als der GLA (was nicht negativ gemeint ist). Die Ausführung mit reichlich Lederverkleidungen ist für die Klasse sehr hochwertig, die Verarbeitung ebenfalls. Wirkt fast schon oberklassig hier drinnen.
Der Innenraum mit reichlich Leder ist für die Klasse sehr hochwertig, die Verarbeitung ebenfalls. Fast schon oberklassig hier drinnen.Der Innenraum mit reichlich Leder ist für die Klasse sehr hochwertig, die Verarbeitung ebenfalls. Fast schon oberklassig hier drinnen.
Fahrerisch ist der QX30 durch die Technik-Verwandtschaft folglich so gut wie es der GLA ist. Was heißt das in Sachen Antrieb?
Der 170 PS starke Diesel ist sehr durchzugsstark und harmoniert gut mit der weich schaltenden Doppelkupplungs-Automatik. Akustisch ist das Aggregat aber schon dezent präsent. Der Verbrauch liegt für die Kompaktklasse eher im oberen Bereich – gute sieben Liter bei normalen Autobahnfahrten, im großen Schnitt ebenfalls Werte auf diesem Niveau.
 
Überzeugt das Fahrwerk?
In Sachen Kurvendynamik ist der nicht besonders leichte QX30 durchaus handlich, ohne aber ein Kurvenfeger zu sein. Sein Federungskomfort ist auf Kompakt-SUV-Niveau.
 
Was fällt sonst noch positiv und negativ auf?
Gutes Multimedia-System mit moderner Bedienung, großartige Sitze, viel Platz in der ersten Reihe. Im Fond relativ eng, die Sicht nach hinten ziemlich eingeschränkt.
Viel Platz in der ersten Reihe. Im Fond allerdings relativ eng und die Sicht nach hinten ist ziemlich eingeschränkt.Viel Platz in der ersten Reihe. Im Fond allerdings relativ eng und die Sicht nach hinten ist ziemlich eingeschränkt.
Wie schaut es preislich aus, vor allem im Vergleich zum eng verwandten GLA?
Sehr gut! Mit knapp 41.000 Euro für die Premium-Variante inklusive Allrad, Automatik, Navi und 177-PS-Diesel steigt man besser aus als beim GLA – dort kostet das gleiche Modell (GLA 220 d 4MATIC) 45.700 Euro, hat aber weniger Serienausstattung.
 
Was bleibt unterm Strich als Fazit?
Der im Vergleich zum GLA deutlich günstigere Peris macht den QX30 zum großen Geheimtipp. Die individuelle Optik ist eine Alternative zu den im Straßenbild sehr häufig gewordenen Premium-Marken aus Deutschland.

DATEN & FAKTEN

Infiniti QX30 2,2d

(April 2017)

Preis

Preis: ab 40.881 Euro.

Antrieb

Vierzylinder-Dieselmotor mit Turbo, Common-Rail-Einspritzung; 2.143 ccm, 125 kW (170 PS), 350 Nm/1.400–3.400, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.

Abmessungen

Länge/Breite/Höhe 4430/1820/1530 mm, Radstand 2.700 mm, Kofferraum 430 l.

Gewicht

Leergewicht 1.610 kg.

Fahrwerte

Vmax 215 km/h, 0–100 in 8,5 s, Normverbrauch 4,9 l. CO2 128 g/km.

Testverbrauch

7,7 l/100 km

MOTORPROFIS WERTUNG

Fahrspass

6 Punkte

Vernunft

6 Punkte

Preis-Leistung

8 Punkte

Gesamturteil

7 Punkte

Empfehlenswerte Extras

Bei soviel Serienausstattung ist kein Extra zwingend. Mal was Neues.

Das taugt uns

Der Exotenstatus in Kombination mit solider Mercedes-Technik.

Bitte nachbessern

Etwas mehr Motordämmung, etwas weniger Verbrauch.

Unser Extra-Tipp

Infiniti hat ein dünnes Händler-Netz, das sollte man wissen.

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