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ERSTER TEST: JAGUAR XJR 575

Wie stark ist das Jaguar-Kraftpaket?

575 PS! 300 km/h Top-Speed! 1,9 Tonnen schwer. Und doch überzeugt der Jaguar XJR 575 bei der ersten Ausfahrt mit der Leichtigkeit des Seins.
Wie ist der erste Eindruck vom neuen Jaguar XJR 575?
Bärenstark – in jeder Hinsicht. Britisches Understatement ist nicht die Sache dieses Top-Modells von Jaguar, dass BMW, Audi und Co. das Leben im wahrsten Sinne des Wortes schwer machen will. Wie die Zahl in der Typenbezeichnung verrät, schickt man 575 PS los, um 25 mehr als im Vorgängermodell dem XJR aus dem Jahr 2013. Was gleich bleibt ist der Fünfliter-V8-Kompressor. Es ist also ein Facelift mit speziellen Vorzügen. Subjektiv gesehen: Von vorne sehr aufregend und ein echter Hingucker, von der Seite lässig – von hinten: naja, keine Adrenalinschleuder.
 
Was ist alles neu?
Der XJR 575 bekommt alle Gimmicks, von denen auch der Rest der XJR-Familie profitiert. Zwei große Digital-Displays, die Armaturen und Infotainment abbilden, Fahrassistenten (zahlreich!), LED-Scheinwerfer und ein klar verbessertes Navi. Freilich eines, dass uns bei unseren ersten Fahrten trotzdem erstaunlich oft im Kreisverkehr im wahrsten Sinne des Wortes deppert im Kreis fahren lässt – frei nach Niki Lauda. Doch die meisten der Neuigkeiten sind gelungen, auch jene die nur dem XJR 575 vorbehalten sind: Der sportliche Bodykit (zusätzliche Luftauslässe, Spoilerlippe, breitere Schweller). Optisch sind zwei schöne Sonderfarben exklusiv im Angebot – Velocity blue (unsere Farbe) und Satin Corris Grey.
Aufgerüstet: Sportliches Bodykit mit zusätzlichen Luftauslässen, Spoilerlippe und breiteren Schwellern.Aufgerüstet: Sportliches Bodykit mit zusätzlichen Luftauslässen, Spoilerlippe und breiteren Schwellern.
So ein Brummer muss doch recht schwerfällig sein, oder?
Eben nicht! Selbst auf engen und hügeligen Pass-Strassen vergisst man schon nach sehr kurzer Zeit, dass man in einem Auto sitzt, der fast als Gegenentwurf zu wendigen Sportwagen gelten könnten. Auch die Daten sind beeindruckend: 680 Newtonmeter Drehmoment sind nun 700. Die Elektronik-Verbesserung ist spürbar – etwa beim Top-Speed (nun 300) oder in jenen 4,4 Sekunden, die man von null auf hundert km/h braucht, früher waren das 4,6. Zudem erlaubt die präzise Lenkung eine saubere Linie, wenngleich es – wie passiert – im starken Regen natürliche Grenzen am Hinterradantrieb gibt. Trotzdem: Obwohl wir noch mit einem Testauto mit Rechtslenkung unterwegs sind, fühlt man sich immer wohl – den alles läuft exrem präzise ab.
 
Wie kann man den XJR 575 mit dem F-Type SVR vergleichen?
Kaum! Trotz der identischen Motorsierung trennt Jaguar seine beiden Ikonen bewusst. Zwar hat die Limo „nur“ 170 Kilo mehr (dem Alu sei Dank), aber der XJR ist eben ganz auf Fahrbarkeit programmiert als der aggressiv agile F-Type. Der natürlich auch mehr Punch hat, und einen unschlagbaren Sound.
Englische Sportlichkeit ist immer …Englische Sportlichkeit ist immer …
… zupackend …… zupackend …
… und stilvoll.… und stilvoll.
Wer sind die Gegner am Markt?
Sicher auch der Mercedes AMG S63, der aber um rund 15.000 Euro teurer ist. Der aber mehr Möglichkeiten hat, das Auto per Knopfdruck noch einmal so richtig „spitz“ zu machen.

Wann geht es in Österreich los und wie viel sollte man finanziell einplanen?
Österreich-Start ab sofort, die XJR 575-Preisliste beginnt bei 184.900 Euro.
 
Wird dieser Jaguar der letzte seiner Art und dadurch historisch?
Gut möglich! Ein Sportauto im Kleid einer Luxus-Limousine ohne Rücksicht auf den Verbrauch (11,1 Liter sind die Werksangabe, wer aber das schafft, kann auch mit einem preiswerteren XJ fahren) – all das ist jetzt nicht gerade vernünftig. Was man ja vom PS-Upgrade, entgegen dem Zeittrend, auch nicht behaupten kann. Und da Jaguar ja mehr als viele andere in der Zwischenzeit in Richtung E-Mobilität geht, könnte dieser XJR575 vielleicht der letzte Jaguar alter Schule sein. Wie ein letzter Zug aus einer guten Zigarre, ehe man mit dem Rauchen aufhört.
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