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INTENSIVTEST: KIA STONIC 1,6 CRDI

Eine schöne Sammlung von Argumenten

Dass Kia inzwischen über eine starke Argumentationskette verfügt, zeigt der neue Stonic: Er wurde hochwertig eingekleidet, lässt sich besonders angenehm bedienen, ist kämpferisch gepreist und hat eine längere Garantie als alle anderen.
Die Modellpalette von Kia ist inzwischen riesig. Wo ordnet sich der Stonic ein?
Er ist der Kia der Stunde, derzeit vielleicht sogar das wichtigste Modell der Marke: Keine andere Klasse steht derzeit so im Focus wie die kleinen SUVs mit Preisen unter 20.000 Euro.
 
Gegen wen tritt der Stonic konkret an? Wie gut ist sein (finanzielles) Angebot im Vergleich?
Der Koreaner bewegt sich im Umfeld von Seat Arona, Mazda CX-3 und VW T-Roc. Preislich macht Kia kein Dumping mehr, der Stonic gehört aber weiter zu den attraktivsten Angeboten der ganzen, inzwischen ja sehr großen, Klasse. Und on top sind natürlich die sieben Jahre Garantie ein Argument, dass Kia exklusiv hat (VW zwei Jahre, Mazda drei Jahre, Seat fünf Jahre).
Schön definierter Körper durch das Wechselspiel von scharfen Kanten und nach Innen gewölbten Flächen.Schön definierter Körper durch das Wechselspiel von scharfen Kanten und nach Innen gewölbten Flächen.
Beim Design geht Kia jetzt neue Wege. Wie gut schaut der Stonic live auf der Straße aus?
Im Gegensatz zu so manchem japanischen Hersteller scheinen die Koreaner einen optischen Masterplan zu haben (der vom deutschen Designer Peter Schreyer kommt). Kia hat schon öfter mit seinem Design gepunktet, aber nun machen die Koreaner mit dem Stonic (und in Kürze auch mit dem neuen Ceed) den nächsten Schritt: Weg vom explizit bulligen Auftreten, hin zu einer noch moderneren und anspruchsvolleren Designlinie: Der Stonic hat insgesamt eine muskulöse Körperform und steht im Test auch auf großen17-Zoll-Rädern, aber die Muskeln sind durch ein Wechselspiel von scharfen Kanten und nach Innen gewölbten Flächen schöner definiert. Das wirkt hochwertiger, erst recht mit den edlen LED-Rücklichtern der Topausstattung Gold, die auch jeden BMW oder Mercedes schmücken würden.
Eine optische Empfehlung noch: Das Grau des Testwagens ist für das flotte Stonic-Design fast etwas dezent, man sollte sich durchaus poppige Farben trauen und sich auch die Varianten mit Dach in Kontrastfarbe anschauen. Der Live-Konfigurator von Kia zeigt da unzählige Varianten.
Mit Stonic und Ceed macht Kia im Design den nächten Schritt.Mit Stonic und Ceed macht Kia im Design den nächten Schritt.
Die LED-Rückleuchten würden auch jeden BMW schmücken.Die LED-Rückleuchten würden auch jeden BMW schmücken.
Wie ist der Innenraum gelungen?
Hier verzichtet Kia auf Spielchen. Nicht das Design, sondern die Bedienung steht im Vordergrund: Nur wenige Autos sind im Cockpitbereich so klar konzipiert – und so angenehm zu bedienen. Das gilt von den Armaturen über die Mittelkonsole bis zum Touchscreen. Eine Wohltat.
Bei der Materialqualität ist der Stonic klar im Klassenschnitt – wobei er mit VW „gleichgezogen“ hat: Die Wolfsburger verbauen im T-Roc nun auch harten Kunststoff, wie alle anderen in der Klasse.

Wie geräumig ist der Stonic? Wie praktisch ist sein Kofferraum?
Vorne sitzt man in dieser Klasse immer ordentlich (auch wenn die nächsthöhere Klasse, etwa der Ceed, speziell in die Breite luftiger ist). Der Stonic hat zudem eine recht große und bequeme Rückbank. Auch das Kofferraumvolumen ist mit 352 bis 1.155 Litern für die Klasse tadellos. Etwas hoch ist die Ladekante, wenn der doppelte Boden nicht verwendet wird. Dafür ist der Ladeboden nach dem Umlegen der Fondlehnen schön eben.
Vorne sitzt man sehr ordentlich.Vorne sitzt man sehr ordentlich.
Die Bedienung ist wunderbar klar.Die Bedienung ist wunderbar klar.
Kofferraumvolumen im Klassenschnitt.Kofferraumvolumen im Klassenschnitt.
Fahren wir los. Wie fühlt sich der Stonic unterwegs an?
Er wedelt agil durch die Kurven, was sehr fein für die Stadt ist. Die Lenkung dürfte noch einen Tick präziser sein. Das Fahrwerk tendiert zur strafferen Art, ist insgesamt aber ausgewogen. Bei hohem Tempo kommen natürlich Wind- und Abrollgeräusch auf, das ist üblich in dieser Klasse.
Erheblich zum Reisekomfort tragen die (auf Wunsch natürlich auch abschaltbaren) Sicherheitsfeatures der Gold-Ausstattung bei, darunter der Fahrspurwarner, der Aufmerksamkeitsassistent, der Fernlichtassistent und der Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer.
 
Macht der Diesel Spaß – und Sinn?
Er macht viel Spaß, denn der Antritt des Stonic ist mit dem 1,6 CRDI richtig fetzig. Das kleine SUV legt ordentlich von der Ampel los, kann sich aber auch bei höherem Tempo immer noch gut steigern. Zudem ist der Motor sehr sparsam, knapp über fünf Liter waren es im Testschnitt. Im Vergleich zu den Benzinern (gibt es im Stonic mit 84, 100 und 120 PS) ist der Diesel freilich auch etwas lauter und teurer (rund 1000 Euro über dem Benziner mit 120 PS).
 
Das Stonic-Fazit?
Ein neues Auto mit Punktlandung. Zielt direkt ins gefragteste Segment und bringt die richtigen Argumente: hochwertiges Design, einfache Bedienung, attraktiver Preis, überlange Garantie.
Bringt Argumente, die zählen: hochwertiges Design, einfache Bedienung, attraktiver Preis, überlange Garantie.Bringt Argumente, die zählen: hochwertiges Design, einfache Bedienung, attraktiver Preis, überlange Garantie.

DATEN & FAKTEN

Kia Stonic Gold 1,6 CRDI

(Juni 2018.)

Preis

23.090 Euro. Einstiegspreis Stonic 1,6 CRDI 18.890 Euro. Eintiegspreis Stonic 15.590 Euro.

Antrieb

4-Zylinder-Turbodiesel, 1.582 ccm, Common-Rail-Einspritzung / Turbolader.
6-Gang-Schaltgetriebe. Frontantrieb.

Abmessungen

Länge / Breite / Höhe: 4.140 / 1.760 / 1.520 mm. Kofferraumvolumen 352 – 1.155 Liter.

Gewicht

Gewicht 1.227 kg. Zulässiges Gesamtgewicht 1.700 kg.

Fahrwerte

Vmax 180 km/h. 0-100 in 11,3 sec.

Testverbrauch

5,2 Liter.

MOTORPROFIS WERTUNG

Fahrspass

7 Punkte

Vernunft

6 Punkte

Preis-Leistung

8 Punkte

Gesamturteil

7 Punkte
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