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SITZPROBE: KIA PROCEED

Auch Stuttgart ist schlagbar

Der Kia ProCeed ist die koreanische Antwort auf Größen wie den Mercedes CLA Shooting Break. Wir haben uns den viel gelobten Hoffnungsträgers genauer angeschaut.

Wer ist der neue Kia ProCeed?
Kias neuestes Serienmodell, das eben in Barcelona präsentiert wurde. Der Koreaner ist ein "Shooting Break", das ist eine neue Klasse. Diese Kombi-Coupés setzen auf ein nach hinten abfallendes Dach - und wirken so wesentlich sportlicher und dynamischer als die eckigen und praktisch orientierten Kombis. Role-Model und damit berühmtester Gegner der Koreaner ist der Mercedes CLA. In dieser Liga will Kia mitspielen.

Aber verringert so ein Schrägheck nicht das bei einem Kombi so wichtige Ladevolumen?
Nicht dramatisch. In den Kofferraum passen 594 Liter - rund 30 Liter weniger als beim Ceed-Sportswagon, aber doch um 100 Liter mehr als beim Konkurrenten von Mercedes. Je nach Ladebedarf können die Lehnen im Verhältnis 40:20:40 umgeklappt werden. Die Ladekante unter der Heckklappe ist etwas höher als üblich, anderseits gibt es viele Ösen, die bei der Befestigung des Ladegutes gute Dienste leisten können.

Der Kia ProCeed ist einer der ersten einer neuen Klasse, die vielleicht die Kombi-Antwort auf die SUV wird.Der Kia ProCeed ist einer der ersten einer neuen Klasse, die vielleicht die Kombi-Antwort auf die SUV wird.
Was ist die schönste Stelle beim neuen ProCeed?
Wenn man sich das genau ansieht und dann mit Kollegen aus ganz Europa spricht, hört man ein eindeutiges Urteil: das Heck! Es ist satt und sexy zugleich, elegant und sportiv. Man fühlt sich an den drei Mal so teuren Porsche Panamera Sport Tourismo erinnert. (auch wenn die Kia-Designer davon wenig hören wollen)

Wunderschön ist die Ansicht definitiv. Was auch mit dem über die Heckscheibe ragenden Dachabschluss mit Spoilerfunktion zu tun hat. Auch die Lichter kommen gut rüber, die Rückleuchten sind mit einer durchgehenden iluminierten Leiste verbunden.

Genug auf den hinteren Teil geschaut. Wie sieht es mit den inneren Werten aus?
Der Innenraum wirkt sehr groß, und angenehm kühl aufgeräumt. Im Zentrum des Armaturenbrettes thront ein Acht-Zoll-Monitor. Das Navigationssystem arbeitet mit Daten von TomTom, bietet auch Smartphone-Anbindung für Android und i-Phone. Auf der Liste an Extras finden sich beheizbare, belüftete Sitze, ein hochwertiges Soundsystem. Das alles ist aus den anderen Ceed-Versionen bekannt.

Aber nun bitte zur Sitzprobe...
Vorne ist alles perfekt. Am Rücksitz wirkt der Tester mit seinen 184 cm wie reingegossen. Freiich: Gegenüber dem normalen Kombi fehlen wegen der stylischen Dachschräge rund vier Zentimeter Höhe. Für meine Größe kein Problem, wer um die 190cm misst, der touchiert wohl das Dach. Dafür ist der hintere Fuß- und Knieraum auch dann ausreichend, wenn ein Fahrer stärkerer Kategorie hinter dem Lenkrad Platz nimmt.
Der Innenraum ist großzügig ausgelegt und alles hat seine Ordnung.Der Innenraum ist großzügig ausgelegt und alles hat seine Ordnung.
Kommen wir zur Herzuntersuchung. Was kann man jetzt schon über den Motor sagen?
Reden wir erst mal über Sport: Wie jetzt auch für den Fünftürer kann das stärkste Herz der Baureihe geordert werden. Der ProCeed GT mit seinem 1,6-Liter-Turbobenziner leistet dann 150 kW/204 PS und bedient dynamische Ambitionen mit 265 Newtonmetern Drehmoment. Für Shooting-Break-Aspiranten ohne kribbelnden Gasfuß hält Kia zudem zwei bekannte Triebwerke bereit: einen Benziner (1,4 l, 103 kW/140 PS) und einen Diesel (1,6 l, 100 kW/136 PS). 

Weitere Pluspunkte, die man jetzt schon vor der ersten Ausfahrt erkennen kann?
Einen wesentlichen. Einer, der klassisch Kia ist: viele Extras und viele Assistenzysteme. Inspiriert hat sich der Neuling beim Innenleben seiner aktuellen Familienmitglieder. Wie im normalen Ceed oder dem Ceed-Sportswagon gibt es je nach Version diverse Assistenzsysteme wie Abstandsradar, Kollisionswarner, Toter-Winkel-Warner oder halbautomatisches Ein- und Ausparken.

Warum war die Präsentation in Barcelona besonders?
Wohl selten zuvor wurde bei der Vorstellung eines neuen Autos so wenig Bühnen-Drama gemacht. Statt der sonst üblichen unendlich langen Reden gab es nur drei, vier Sätze eines Moderators, der sich nicht mal vorstellte - da wurde das Auto enthüllt - und schon war der offizielle Teil wieder vorbei.

Diese Reduktion hat was von Selbstvertrauen, von Stärke und von der Überzeugung, dass das Auto für sich selbst spricht. Und da Kia sich ja bekannt selbstbewusst mit den deutschen Größen anlegen will, hat man vielleicht einfach das berühmte und gefürchtete "Mia san Mia" des FC Bayern auf koreanisch neu definiert:
"Kia san Kia". Oder so ähnlich.

Wann startet das Auto in Österreich? Welcher Preis ist zu erwarten?
Österreich-Start im Jänner, der Preis wird wahrscheinlich rund 1000 Euro über dem Ceed SW liegen.
Der ProCeed soll die nächste Sparte aus dem Umfeld des Erfolgstypen Ceed werden.Der ProCeed soll die nächste Sparte aus dem Umfeld des Erfolgstypen Ceed werden.
Hier sehen sie den sportiven GT - und den rundum gelungenen Heckteil des neuen Kia ProCeed.Hier sehen sie den sportiven GT - und den rundum gelungenen Heckteil des neuen Kia ProCeed.
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