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FABIAN STEINER

Diese Autowahl zählt wirklich

Am Jahresende werden in der Autobranche unzählige Preise verliehen – wirklich relevant für die Kunden ist aber nur eine Autowahl.
In den letzten Wochen des Jahres gibt es immer viele Jubelmeldungen in der Autobranche. Bei unzähligen nationalen und internationalen Preisverleihungen werden die Autos des Jahres gekürt – längst haben auch Experten den Überblick verloren. Oft, sogar meistens, stehen hinter den Awards wirtschaftliche Interessen, zum Beispiel von Medienhäusern. Oft ist die Zusammensetzung der Jurys fragwürdig, oder es handelt sich, wie bei den vielen Leserwahlen, de facto nur um Meinungsumfragen.
 
Viel Lärm um nichts (oder wenig), könnte man sagen, denn wirklich relevant für die Kunden ist weiterhin nur eine Preisverleihung: Die Wahl zum europäischen „Car of the Year“. Dort sitzen seit über 50 Jahren renommierte Autojournalisten aus ganz Europa in der Jury, es ist eine Auszeichnung in den Kreis berufen zu werden.
 
Natürlich ist auch die Jury für das „Car of the Year“ nicht frei von Politik, wie jede Jury in der Menschen sitzen. Es gab Perioden, da gewannen auffallend oft Autos aus Italien oder Frankreich. Es gab auch schon Sieger, die am Markt floppten. Seit dem Eintritt der osteuropäischen Juroren ist aber das früher mitunter vorhandene Süd-Nord-Gefälle (mit Überhang für den Süden) in der Jury beseitigt.
Aktuelles „Car of the YearAktuelles „Car of the Year" ist der Peugeot 3008, im März wird der neue Sieger gekürt.
Auf dieses Logo sollte man achten: Bei „Car of the YearAuf dieses Logo sollte man achten: Bei „Car of the Year" ist die Jury hochkompetent und die das Voting voll transparent.
Entscheidend aber ist: Die teilnehmenden Juroren sind echte Fachleute, zumeist sogar die versiertesten aus dem jeweiligen Land, und sie kennen die Fahrzeuge, die sie bewerten, bis ins Detail. Jeder der 58 teilnehmenden Journalisten verfasst über jedes der sieben Fahrzeuge im Finale eine eigene Expertise – und alle Statements werden zusammen mit der Punktvergabe nach der Wahl öffentlich gemacht.  
 
Unter den Gewinnern der letzten Jahre waren hervorragend gemachte Klassiker wie VW Golf und VW Passat, zukunftsorientierte Konzepte wie der Nissan Leaf und stilvolle Kreative wie der Peugeot 3008.
 
Der Preis für das „Car of the Year 2018“ wird am 5. März vergeben und der Kreis der sieben Finalisten zeigt die spannende Vielfalt, die es derzeit am Markt gibt. Aus Italien, Frankreich und Schweden sind mit Alfa Romeo Stelvio, Citroen C3 Aircross (großes Bild oben) und Volvo XC40 drei trendigen SUVs in verschiedenen Größen dabei. Aus Deutschland kommen mit Audi A8 und BMW 5er zwei Technologieträger, die aufzeigen, was heute im Autobau möglich ist. Aus Spanien ist mit dem Seat Ibiza ein Auto dabei, das beweist, wie erstaunlich erwachsen kleine Autos geworden sind. Und die Koreaner zeigen mit dem emotionalen Viertürer-Coupé Kia Stinger, wie sehr mit ihnen künftig zu rechnen ist.
 
Dass Elektrofahrzeuge dieses Jahr fehlen, ist ein Zeichen dafür, dass sich dieses Antriebskonzept erst entwickelt und für die Masse der Autokäufer noch andere Antriebe relevant sind. Ab dem nächsten Jahr werden aber wohl dauerhaft Elektroautos zum Kreis der Finalisten zählen, zunächst eventuell nur der in Graz produzierte Elektro-Jaguar I-PACE, dann immer mehr. Ob es zwischen 2020 und 2025 dann einmal sieben elektrifizierte „Car of the Year“Finalisten gibt? Möglich, aber sie werden nur ins Finale kommen, wenn sie für den Kunden auch Sinn machen. Das ist der Unterschied bei dieser Wahl.

Bildergalerie: Die sieben Car of the Year-Finalisten 2018 – Entscheidung am 5. März

Volvo XC40 
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