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MOTORSPORT: F1 ANALYSE

Was steckt hinter dem Aufstieg von Verstappen?

Max Verstappen wechselt ins Einser-Team von Red Bull. Warum das so schnell geht? Die Verantwortlichen vermuten einen künftigen Weltmeister-Kandidaten aus der Hamilton-Vettel-Liga…
Wer ist Max Verstappen, der neue Pilot von Red Bull Racing?
Er ist der Sohn von Jos Verstappen, der zwischen 1994 und 2003 107 Formel-1-Rennen für die Teams Benetton, Simtek, Arrows, Tyrrell, Stewart und Minardi bestritt. Auch seine Mutter Sophie Kumpen war eine erfolgreiche Kart-Pilotin und sie stammt aus einer ganzen Dynastie von in den Benelux-Staaten sehr bekannten Rennfahrern.
 
Warum redet die Formel 1 schon seit Jahren von ihm?
Weil er alle Rekorde bricht. Erst im August 2013 (!) sass der im Kart höchst erfolgreiche Max in einem Rennwagen, bei einem Test auf einer kleinen Rennstrecke in Wales. 2014 brillierte er bereits in der Formel 3, er gewann den Klassiker in Zandvoort. Und schon Ende 2014 debütierte er bei Toro Rosso in der Formel 1 im freien Training. 2015 fuhr er ganze Saison mit zahlreichen Highlights, jetzt wurde er nach nur vier Rennen der Saison 2016 in Hauptteam Red Bull Racing befördert.
 
Warum hat ihn Red Bull so schnell befördert?
Intern ist man der Meinung, dass der 18-jährige ein Jahrzehnte-Talent ist. Seit Jahren bemühen sich auch Mercedes und Ferrari um seine Dienste, daher dürfte wohl auch Vater Jos schon in den letzten Monaten den Druck erhöht haben, Max ins bessere Red-Bull-Auto zu setzen. Dass die Ablöse genau nach dem Heim-GP von Daniiel Kwjat erfolgt, dürfte kein Zufall sein. Kwjat dürfte sich in Sotchi schon der Gefahr bewusst gewesen und dementsprechend übermotiviert gefahren sein. Insider vermuten zudem, dass sich möglicherweise mit dem Upgrade von Verstappen auch gewisse Optionen und Rechte für Red Bull verlängern und er dadurch länger an den österreichischen Konzern gebunden sein wird. Ferrari und Co. müssen wohl mindestens bis zur Saison 2019 warten, glaubt man. Es sei denn, Red Bull muss Ferrari im Zuge eines geplanten Motorendeals entgegenkommen - aber es ist unwahrscheinlich, dass sich Dietrich Mateschitz zu so einem Handel hinreissen lässt.

Welche Rolle spielt sein Vater Jos?
Eine sehr, sehr grosse. Nach der Scheidung der Eltern verbrachte er die meiste Zeit mit Max, er förderte und forderte ihn. Und das auch mit viel Druck - so ist bekannt, dass Jos einmal nach einem Crash bei einem Kartrennen in Italien kein Wort mit Max redete - und das auf der ganzen langen Autofahrt zurück in die Niederlande. Seit dem Vertrag mit Red Bull 2014 nimmt er sich aber etwas zurück, da Dr. Helmut Marko eine Aversion gegen zu viel mitredende Rennfahrerväter hat. Interessant: Bei den Rennen von Toro Rosso sass der Vater von Carlos Sainz immer in der Hospitality, der von Verstappen aber immer bei den Ingenieuren in der Box. Daran erkennt man schon, wie sehr sich Jos auch als wichtigster Berater seines Sohnes sieht. Seine guten Kontakte zu Red Bull sind übrigens noch aus seiner eigenen Zeit als Pilot - als er bei Arrows fuhr, war Red Bull (das den zweiten Piloten Enrique Bernoldi dort eingekauft hatte) Sponsor.


Wie groß ist der Druck auf Max?
Er ist enorm. Red Bull erwartet von ihm, schnell mindestens auf der Höhe von Teamkollege Dani Ricciardo zu sein. Dabei muss er sich rasch auf völlig neue Ingenieure einstellen. In Milton Keynes ist er zwar als Simulator-und Testfahrer schon lange bekannt, an einem Rennwochenende hat er aber noch nicht mit Christian Horner & Co. gearbeitet. Es wird auch eine Charakter-Prüfung: Max, der im privaten äußerst freundlich ist, gilt auf der Rennstrecke als extremer Egoist, wie sein bisheriger Teamkollege Carlos Sainz nicht nur einmal feststellen musste. Selbstbewusste Aussagen ("Ich bin sowieso besser als er") und rüde Funksprüche waren ebenso dabei wie einige Anfängerfehler - etwa der schwere Crash in Monaco 2015.


Mit welcher Nummer fährt Max?
Max, der auch einen belgischen Pass haben könnte, fährt weiter mit der 33 - die Piloten nehmen ja seit 2014 ihre Nummern mit. Die 33 wählte er einst, weil sie schon im Kart seine Glücksnummer war. Mit ihr wurde er Kart-Weltmeister. Folgt bald das Championat in der Formel 1? Er hat noch fünf (!) Jahre Zeit, um Sebastian Vettel als jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten abzulösen.
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