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ANALYSE: AUTOMARKT ÖSTERREICH

Wer gewinnt, wer verliert?

Halbzeit im österreichischen Autojahr: Wohin gehen die Trends, wer kann davon profitieren und wer verliert? Unsere Analyse zeigt ein paar überraschende Kraftlinien, einen klaren Shootingstar und einen Ruck Richtung Elektroauto.
Die gute Nachricht vorab: Der österreichische Automarkt wächst wieder kräftig – zumindest im ersten Halbjahr. Von Jänner bis Juni wurden 171.770 Pkw und Kleinbusse neu zugelassen; das entspricht einem Wachstum von stolzen 6,3 Prozent.

Freilich: Nicht alle Marken und Modelle konnten von diesem Aufwärtstrend profitieren. Keine Veränderung gab’s unter den Top 3: VW, Opel, Skoda stehen nach wie vor am Podest. VW konnte sogar leicht stärker als der Gesamtmarkt wachsen, Dieselgate war also in Österreich kein Thema. Dahinter gab’s aber zwei klare Gewinner: BMW und Renault. BMW legte mit aberwitzigen 26% am stärksten von allen Volumensmarken zu, verbesserte sich um einen Rang auf Platz 7 und liegt nur mehr hauchdünn (253 Autos) hinter Audi. Die Franzosen schafften es sogar, sich mit +18% um drei Plätze nach vorne zu arbeiten und den vierten Zwischenrang einzunehmen. Großer Verlierer des ersten Halbjahrs war Hyundai. Die Verkäufe brachen um 17% ein, man fiel vom vierten auf den achten Rang zurück.
Verzeichnete das größte Wachstum unter allen Marken in den österreichischen Top Ten: BMW. Der Rückstand auf Audi ist nur mehr hauchdünn! Einer der Träger des Erfolgs ist der neue X1.Verzeichnete das größte Wachstum unter allen Marken in den österreichischen Top Ten: BMW. Der Rückstand auf Audi ist nur mehr hauchdünn! Einer der Träger des Erfolgs ist der neue X1.
Kein gutes Jahr für Japaner und Koreaner. Neben ein paar Nischenmarken konnten nur Honda – mit dem neuen Jazz als Zugpferd – und Kia Marktanteile gewinnen. Hyundai, Toyota und Mitsubishi zählen zu den großen Verlierern.Kein gutes Jahr für Japaner und Koreaner. Neben ein paar Nischenmarken konnten nur Honda – mit dem neuen Jazz als Zugpferd – und Kia Marktanteile gewinnen. Hyundai, Toyota und Mitsubishi zählen zu den großen Verlierern.

Ganz generell scheinen es schwierige Zeiten für Marken aus Fernost zu sein. Mit ganz wenigen Ausnahmen – Kia, Honda und den Nischenmarken Lexus, Infiniti und Ssangyong – konnte kein einziger Hersteller aus Japan oder Korea seine Marktanteile ausbauen. Die meisten verloren sogar empfindlich; nicht nur Hyundai, sondern auch Mitsubishi und Toyota.

In der Modellhitparade gibt es hingegen einen klaren Shootingstar: Der neue VW Tiguan konnte sich ansatzlos hinter der ewigen Nummer 1, dem Golf, auf Rang Zwei platzieren – noch vor dem VW Polo. Stolze 844 Einheiten des neuen Volks-SUV wurden im ersten Halbjahr in Österreich zugelassen.

Ein ganz starker Trend ist mittlerweile auch Richtung Elektrofahrzeuge spürbar. Österreichs beliebtestes Elektroauto war der Renault Zoë, dessen Verkäufe sich fast verdreifachten: auf 506 Stück. Tesla konnte mit dem Model S ebenfalls stark zulegen: um 70% auf 362 Stück. Zuwächse errangen auch der BMW i3 (+94%, 227 Stück) und der Nissan Leaf (+87%, 226 Stück).

Noch ein paar Kuriositäten gefällig? Die größte Wachstumsrate unter den Nicht-Nischenmarken erzielte Jaguar mit 229%. Die beliebteste Superluxusmarke war natürlich Porsche (749 Autos), wo man allerdings ein paar Prozentlein an Einbußen hinnehmen musste. Maserati setzte sich mit 48 Autos vor Bentley mit 38 Fahrzeugen. Ferrari kam auf 23, Lamborghini auf zehn, Cadillac auf sieben Zulassungen. Wer es noch exklusiver haben will, sollte eine dieser Marken kaufen: KTM (5), Lotus (2), Morgan (2). Oder man legt sich einen Rolls-Royce zu: Mit dieser Entscheidung wäre man im ersten Halbjahr 2016 allein gewesen.
Elektroautos legen kräftig zu. Österreichs meistverkaufter Stromer im ersten Halbjahr: Renault Zoë. Er konnte seine Verkäufe fast verdreifachen.Elektroautos legen kräftig zu. Österreichs meistverkaufter Stromer im ersten Halbjahr: Renault Zoë. Er konnte seine Verkäufe fast verdreifachen.
Die Flut an neuen Modellen zahlt sich aus: Jaguar verzeichnet mit plus 229% die größten Zuwachsraten unter den Nicht-Nischenmarken. 464 Fahrzeuge mit Raubkatzenlogo wurden im ersten Halbjahr zugelassen.Die Flut an neuen Modellen zahlt sich aus: Jaguar verzeichnet mit plus 229% die größten Zuwachsraten unter den Nicht-Nischenmarken. 464 Fahrzeuge mit Raubkatzenlogo wurden im ersten Halbjahr zugelassen.
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