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INTENSIVTEST: MAZDA MX-5 G130 TAKUMI

Gehobene Unterhaltung

Es ist schöne Tradition geworden: Regelmäßig gestaltet Mazda eine besonders stilvolle Sonderedition seines Fahrspaßkönigs. Auch den „Takumi“ machen ausgesuchte Stoff- und Ledersorten zur Rarität. Zudem gibt es in diesem Herbst technische Neuigkeiten.
Sondermodell klingt ja zunächst nicht so aufregend. Ein bisschen mehr Ausstattung, das war’s meistens auch schon. Was macht Mazda anders?
Seit Jahrzehnten gestaltet Mazda immer wieder MX-5-Sondereditionen, die bei Fans hoch im Kurs stehen: Sie enthalten Elemente, die im herkömmlichen Modellprogramm nicht zu bekommen sind. Das macht die Sonderlinge zu gewissen Raritäten, was sich ja später mitunter auch beim Wiederverkaufswert auswirken kann. Ein MX-5 ist schließlich kein Golf, sondern ein Auto, das man sich gönnt. Da darf’s dann gerne auch mal was Besonderes sein.
Der „Takumi“ selbst ist inzwischen übrigens nicht mehr neu bestellbar, über Mazdas Gebrauchtwagen-Portal findet man aber einige neue oder fast neue Modelle, die noch bei den Händlern stehen.
 
Was hat der „Takumi“, was andere MX-5 nicht haben?
Erstes Highlight ist das aus elegantem, weinroten Stoff gefertigte Dach. Die Extravaganz eines bunten Stoffdachs trauen sich leider immer noch viel zu wenige Roadster und Cabrios, auch beim MX-5 gibt es serienmäßig nur Schwarz. Mit der Kombination aus dunkelrotem Stoff und dunkelgrauem Metalliclack hat man jedenfalls auch bei schlechtem Wetter einen besonderen Auftritt. Und das
Zweiter „Takumi“-Hit ist das sehr großzügig im Innenraum verteilte beige Leder. Sitze, Türverkleidungen und Armaturenbrett sind mit der hell gefärbten Kuhhaut tapeziert, was dem Innenleben eine völlig andere Stilrichtung gibt, die es sonst nicht einschlägt: Serienmäßig gibt es für den MX-5 nur dunkle Ledersorten.  
 
Traditionell fehlt es den MX-5-Sondermodellen an nichts. Wie ist der „Takumi“ ausgestattet?
Außen veredeln die stilvollen 16-Zoll-Leichtmetallfelgen den Auftritt. Innen sind ein Navigationssystem und ein Bose-Soundsystem an Bord – Letzteres bringt den Klang über Lautsprecher in den Kopfstützen näher zum Ohr. Die Heizung für die Ledersitze, das gutaussehende und wirkungsvolle LED-Kurvenlicht sowie die Einparkhilfe gehören ebenfalls zur „Takumi“-Mitgift. Und natürlich auch
Mazdas Multimedia-System mit Doppelsteuerung über Touchscreen und Dreh-Drück-Knopf – soetwas gibt es sonst nur in teuren Premiumautos.
Sitze, Türverkleidungen und Armaturenbrett sind großzügig mit hell gefärbter Kuhhaut tapeziert. Serienmäßig gibt es nur dunkle Ledersorten.Sitze, Türverkleidungen und Armaturenbrett sind großzügig mit hell gefärbter Kuhhaut tapeziert. Serienmäßig gibt es nur dunkle Ledersorten.
Mit Leder tapeziertes Armaturenbrett.Mit Leder tapeziertes Armaturenbrett.
Bose-Sound, Boxen in der Kopfstütze.Bose-Sound, Boxen in der Kopfstütze.
Dreh-Drück-Knopf zur Multimedia-Steuerung.Dreh-Drück-Knopf zur Multimedia-Steuerung.
Im „Takumi“ ist der kleinere MX-5-Motor verbaut, ein 1,5-Liter-Vierzyliner mit 130 PS. Ausreichend?
Natürlich nehmen sich die ehrgeizigen Sportler den stärkeren Motor, das muss man schon sagen. Flotte Ausflüge kann man aber auch mit dem 1,5-Liter-Aggregat machen, schließlich gehört bei einem echten Roadster das Ausquetschen des Saugmotors dazu, und mit den superkurzen Schaltwegen macht es im MX-5 ja auch richtig Spaß. Zudem sprechen wir hier von nur 1.000 Kilo Gesamtgewicht, beim entscheidenden Leistungsgewicht ist man der breiten Masse also auch mit 130 PS deutlich überlegen. Und wie bei allen Mazda-Benzinern der neuen Generation ist der Verbrauch dank ausgefeilter Motorentechnik höchst moderat, selbst wenn man mal etwas mehr Gas gibt.
 
Mazda hat die aktuelle MX-5-Generation ja nicht nur neu entwickelt, sondern auch das Konzept verschärft…
Und wie. Der Neue ist sechs Zentimeter kürzer als der erste MX-5 vor über 25 Jahren und wiegt nur noch 1.000 Kilo. Ein BMW Z4 bringt 500 Kilo mehr auf die Waage, was soll man da noch sagen.
Im preisgünstigen Segment ist der MX-5 definitiv Fahrspaß-König, nur das Duo Toyota GT86/Subaru BRZ (gibt es nur als Coupé) erreicht ähnliche Unterhaltungswerte, der Rest ist abgeschlagen. Dass selbst viel teurere, viel schnellere Autos oft weniger Spaß machen, liegt an Gewicht und Setup: Der MX-5 ist extrem leicht, das macht ihn zu einem Spätbremser vor dem Herren und das Verzögern selbst zum spielerischen Akt. Aber aufpassen, ZU spät ist auch im MX-5 zu spät. Das Fahrwerk ist ganz bewusst nicht besonders straff, die Reifen sind nicht breit. Dadurch geht der MX-5 schnell in den Drift über, ist aber leicht kontrollierbar. Der Übergang ins Übersteuern ist nicht mit Aufregung verbunden, sondern mit Freude. Und man freut sich oft.
Konzept verschärft: Der MX-5 ist heute sechs Zentimeter kürzer vor über 25 Jahren und wiegt nur noch 1.000 Kilo. Ein BMW Z4 bringt 500 Kilo mehr auf die Waage, was soll man da noch sagen.Konzept verschärft: Der MX-5 ist heute sechs Zentimeter kürzer vor über 25 Jahren und wiegt nur noch 1.000 Kilo. Ein BMW Z4 bringt 500 Kilo mehr auf die Waage, was soll man da noch sagen.
Markante Rundlichter hinten.Markante Rundlichter hinten.
Das Ladevolumen reicht locker für ein Wochenende.Das Ladevolumen reicht locker für ein Wochenende.
Stilvolle Alufelgen gehören zur „TakumiStilvolle Alufelgen gehören zur „Takumi"-Mitgift.
Ein paar Kommentare zum Alltag vielleicht noch…
Generell muss man bedenken: Der MX-5 ist noch ein echter Roadster und das Platzangebot entsprechend knapp. Ab 1,90 Meter Körpergröße beginnt es zu zwicken.
Und weil es wenige Ablagen und kein Handschuhdach gibt, muss man sich öfter verbiegen, um das große, verschließbare Ablagefach hinter den Sitzen zu erreichen. Aber Parkplätze findet man schneller als mit den meisten Kleinwagen und die Wendigkeit verleiht auch A-nach-B-Fahrten einen Spaßfaktor. Dass man das Dach mit einem Handgriff öffnet, nach hinten wirft und ebenso leicht per Hand wieder schließt, ist viel lässiger als jedes elektrische Verdeck. Das Fahrwerk ist durchaus komfortabel. Dass die Kofferraum-Entriegelung tief unten in der Kennzeichenmulde sitzt, kann nerven, dafür reicht das Ladevolumen locker für ein Wochenende zu Zweit. Nicht ganz leise sind die Windgeräusche bei Autobahnfahrten (Abhilfe schafft die Targa-Version MX- 5 RF mit klappbarem Hardtop).

In diesem Herbst gibt es für die MX-5-Baureihe ein paar Updates…
Die kleinere Motorvariante steigt in Leistung und Drehmoment leicht auf 132 PS (bei 7.000 Touren) und 152 Newtonmeter (bei 4.000 Touren). Sie bleibt wie im „Takumi“ die Wahl für flotte, aber eben nicht extrasportliche Fahrer. Die Leistung des 2,0-Liter-Benzinmotors jedoch steigt deutlich, von 160 auf 184 PS, die maximale Drehzahl von 6.800 auf 7.500 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment von 205 Newtonmetern (vormals 200 Nm) wird schon bei 4.000 Touren erreicht (vormals 4.600). Das wirkt sich dann schon aus und wird dem Japaner mehr „street credibility“ unter den Leistungssportlern geben.
Zudem sind zusätzliche Assistenzsysteme verfügbar: Der City-Notbremsassistent registriert Fahrzeuge und Fußgänger vor und hinter dem Auto. Müdigkeitserkennung, Verkehrszeichenerkennung und eine Rückfahrkamera runden das neue Sicherheitsangebot ab.
Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Die MX-5-Sondereditionen sind eine schöne Tradition geworden. Diese ist besonders stilvoll. Der kleinere der beiden Motoren ist okay, wenn man kein Leistungssportler ist. Das Gesamtkonzept ist überragend: Der extrem leichte MX-5 steht für höchste Unterhaltungswerte zu günstigen Preisen und ist in dieser Form einzigartig.Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Die MX-5-Sondereditionen sind eine schöne Tradition geworden. Diese ist besonders stilvoll. Der kleinere der beiden Motoren ist okay, wenn man kein Leistungssportler ist. Das Gesamtkonzept ist überragend: Der extrem leichte MX-5 steht für höchste Unterhaltungswerte zu günstigen Preisen und ist in dieser Form einzigartig."

DATEN & FAKTEN

MAZDA MX-5 G130 TAKUMI

(August 2018)

Preis

Neupreis Mazda MX-5 Takumi 31.890 Euro. Das Sondermodell ist offiziell schon ausverkauft, einige Händler haben aber noch Modelle stehen.

Antrieb

1,5-Liter-Benzin-4-Zylinder, 1.496 cm3, 131 PS bei 7.000/min, 150 Nm bei 4.800/min; 6-Gang-Schaltgetriebe; Heckantrieb.

Abmessungen

L/B/H 3915/1735/1225 mm. Radstand 2310 mm. Kofferraum 130 Liter.

Gewicht

Leergewicht 1050 kg, Zuladung 165 kg.

Fahrwerte

Vmax 204 km/h, 0-110 in 8,3 sec.

Testverbrauch

7,3 Liter.

MOTORPROFIS WERTUNG

Fahrspass

8 Punkte

Vernunft

6 Punkte

Preis-Leistung

8 Punkte

Gesamturteil

8 Punkte
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