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DTM: QUALI-HELDEN MADE IN AUSTRIA

Auer & Eng: Pole-Position-Heroes

Das Qualifying ist die Königsdisziplin im Rennsport. Und Lucas Auer und Philipp Eng haben da in der DTM schon eine sensationelle Bilanz.
Rene rast. Rene Rast! Sogar der Name des aktuelles Meister lässt erahnen: Die DTM ist Racing pur. Erst recht seit Gerhard Berger als neuer Chef der Meisterschaft zahlreiche Innovationen eingeführt hat: das Funkverbot, das Verbot, die Reifen aufzuheizen - all das sorgt dafür, dass zum einen die Rennen unberechenbarer werden und zum anderen der Fahrer so viel zählt, wie seit Jahren nicht mehr. In eigentlich keiner anderen Serie ist die Anzahl der Pay-Driver  so gering wie im Deutschen Tourenwagen Masters - nämlich: null! Umso beeindruckender, dass zwei Österreicher im exklusiven Feld der 18 DTM-Fixstarter als Werksfahrer dabei sind: Lucas Auer (23), der im Vorjahr lange auf Meisterkurs lag und der mit Abstand beste Mercedes-Pilot der Saison war - und seit heuer Philipp Eng. Der 28-jährige Salzburger, der einst als Formel-BMW-Weltsieger sogar einen Formel-1-Boliden testete und seit Jahren in Porsche Cups oder dem ADAC GT Masters für Furore gesorgt hat, bekommt nun seine hochverdiente Chance bei BMW.
Und was schon jetzt auffällt: beide sind superschnell, vor allem im Qualifying, wo die Dichte in der DTM enorm ist - und sich oft alle Piloten innerhalb von sieben Zehntelsekunden befinden. Der Druck ist hoch, doch die Österreicher managen ihn: Am Lausitzring bildeten Auer und Eng die erste rein österreichische Startreihe, im Rennen 2 war Eng in seinem erst vierten DTM-Rennen schon auf Pole-Position!

Beweist die Statistik Auers Qualifying-Stärke?
Ja! Welchen enormen Grundspeed der Tiroler hat, sieht man, wenn man schaut, welche Piloten wie oft Pole-Position hatten. Dabei ist seine Bilanz im Vergleich zu einigen "Promis" absolut sensationell, zumal er erst am Beginn seiner vierten Saison steht.
Pole Positionen in der DTM (nur aktive Piloten):
1. Bruno Spengler 18
2. Gary Paffett, Jamie Green 13
4. Marco Wittmann 9
5. Lucas Auer, Paul di Resta 7
7. Augusto Farfus, Mike Rockenfeller 6
9. Timo Glock 5
10. Edo Mortara 4
11. Rene Rast 3
12. Philipp Eng 1 (in nur vier Rennen), Nico Müller, Pascal Wehrlein

Wird die DTM zum Gegenmodell zur Formel 1?
Könnte man meinen! Mit Selbstdefinitionen wie "laut" und "nah dran" hebt sich das Deutsche Tourenwagen Masters bewusst von der Königsklasse ab. Wie sehr DTM-Chef Berger anders denkt als die Grand-Prix-Macher sieht man auch an den Entwicklungen in der Winterpause: die Formel-1-Boliden haben so viel Grip wie noch nie, der Speed und die Rundenzeiten sind enorm - pro Runde fahren Autos rund 2, 3 Sekunden schneller als 2017.
Die DTM fährt genau in die Gegenrichtung: durch extreme Reduktion der Aerodynamik, waren die Rundenzeiten um bei Tests um zwei Sekunden langsamer als im Vorjahr - doch dafür sind die Fahrer vor allem in den Kurven enorm gefordert. "Die Autos rutschen brutal", sagt Auer, "es ist eine neue Art des Fahrens." Dafür erleben die Fans wie die Piloten arbeiten müssen, was sie leisten - und der Faktor Fahrer gewinnt weiter an Bedeutung.
Zu Recht: denn ob ein Auto zwei Sekunden schneller oder langsamer fährt, sieht der Fan kaum bis gar nicht, spektakuläre Action aber sehr wohl.
Schon im Vorjahr ein vertrautes Bild: Lucas Auer (22) weit vorne in der Startaufstellung.Schon im Vorjahr ein vertrautes Bild: Lucas Auer (22) weit vorne in der Startaufstellung.
Teamwork: Lucas Auer hat nun den Ex-Biathleten Dr. Günther Beck (villavitalis) in seinem engsten Umfeld.Teamwork: Lucas Auer hat nun den Ex-Biathleten Dr. Günther Beck (villavitalis) in seinem engsten Umfeld.
Was sollte man zudem noch über die Österreicher wissen?
Lucas Auer war im Vorjahr der dominierende Mann der ersten Saisonhälfte in der DTM und sicher der beste Pilot von Mercedes - obwohl er der jüngste Fahrer im ganzen Feld war. In der Winterpause absolvierte er tausende von Kilometern in Karts, angesichts der Testbeschränkungen "vielleicht das beste Training überhaupt". Zudem war er bei einem Test mit GT-Autos sauschnell.
In Rosarot ist der Tiroler nach dem DTM-Rückzug seines Sponsors (der im Oktober noch Tausende Fans nach Hockenheim eingeladen hatte) nicht mehr unterwegs. Dafür bekommt er Unterstützung aus dem Biathlon-Lager. Dr. Günther Beck, einst Staffelsieger mit Österreich im Weltcup und bekannt als ORF-Co-Kommentator, ist neu im Team des Tirolers. Mit seinem Villa Vitalis Medical Health Resort im oberösterreichischen Ansbach unterstützt er "Luggi" ab sofort sowohl als Helmsponsor als auch im Trainingsbereich. Der Arzt staunt schon jetzt: "Lucas ist einer der professionellsten Sportler, mit denen wir je gearbeitet haben." Auer retouniert: "Die Chemie passt einfach."
Die Chemie passt auch zum neunen österreichischen Piloten in der der DTM: zu Philipp Eng. "Wir sind im Vorjahr schon im ADAC GT Masters gegeneinander gefahren, er ist richtig schnell und wird in der DTM auf Anhieb eine sehr gute Figur machen!" Eng, der im BMW mit der Nummer 25 unterwegs ist und für sein Kürzel "Peng" bekannt ist, könnte also mit einem Knalleffekt in die DTM starten. Auch wenn er selbst bescheiden bleibt: "Ich will einfach so gut wie möglich fahren." Der Salzburger, einst mit Leuten wie Vettel und Buemi im Red-Bull-Nachwuchskader, wird für BMW heuer auch bei ausgewählten GT-Rennen starten - unter anderen bei den 24 Stunden von Le Mans.
Die DTM wird heuer im ORF live übertragen, und im September gastieren Auer, Eng & Co. dann in Spielberg.
Mit 28 und mit einigen tollen Titel in der Vita (Porsche Supercup, Porsche Carreracup, Formel-BMW-Weltcupsieger)Mit 28 und mit einigen tollen Titel in der Vita (Porsche Supercup, Porsche Carreracup, Formel-BMW-Weltcupsieger)
Große Hoffnung: BMW wird Philipp Eng heuer in der DTM und auch in Le Mans als Werksfahrer einsetzen.Große Hoffnung: BMW wird Philipp Eng heuer in der DTM und auch in Le Mans als Werksfahrer einsetzen.
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