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CHARLES LECLERC

So tickt Charles Leclerc

Pole Positon am Red Bull Ring! Was man über Ferraris Jungstar Charles Leclerc vor dem Rennen in Spielberg wissen sollte. Die wichtigsten Facts zum besten Ferrari-Eigenbau seit Jahrzehnten.
Der Aufsteiger des Jahres hat wieder zugeschlagen: Charles Leclerc sichert Ferrari die erste Pole Position in Spielberg seit 16 (!) Jahren, damals war es Michael Schumacher, der die Trainingsbestzeit fuhr.

Charles Leclerc und Michael Schumacher haben einiges gemeinsam – lesen Sie hier die wichtigsten Fakten über den Jungstar aus Monaco.

1. Charles ist erst in seiner zweiten (!) Formel-1-Saison. Nach Meistertiteln in der GP3 (2016) und der Formel 2 (2017) stieg er erst mit Beginn der Saison 2018 bei Sauber-Alfa in die Formel 1 ein. Schon nach wenigen Monaten wurde klar: Leclerc bekam für 2019 einen der begehrtesten Plätze der Formel 1 – bei Ferrari, an der Seite von Sebastian Vettel.

2. Leclerc ist politisch so gut vernetzt wie kaum ein anderer Fahrer: Nicolas Todt ist sein Manager, dessen Vater Jean Todt, FIA-Präsident, ist Leclerc wichtigster Mentor. Über Nicolas sagt Leclerc zu motorprofis.at: "Als erstes: ohne ihn wäre ich nicht hier. Ende 2010 ging uns das Geld für den Motorsport aus und Nicolas hat an mich geglaubt und meine Karriere finanziert. Ohne ihn hätte ich aufgehört. Er trifft viele richtige Entscheidungen und nimmt mir sehr viel Arbeit ab. Ich kann ihm vertrauen."

3. Es ist seine zweite Pole Position: "Ab dem zweiten freien Training waren wir vorne mit dabei, es war schön zu sehen, welche gute Rolle wir hatten. Ich denke, hätte Vettel keine technischen Probleme gehabt, wäre auch eine Doppel-Pole möglich gewesen. Morgen ist der Start sehr wichtig, aber wenn wir nach den ersten drei Kurven vorne sind, haben wir gute Chance."

4. Sein Leben ist geprägt von zwei Tragödien. Der tödlich verunglückte Jules Bianchi war wie ein großer Bruder zu ihm, er war es auch, der die aus relativ bescheidenen Verhältnissen kommenden Leclerc mit den Todts bekannt machte. Und 2017 starb sein Vater unerwartet. Zu motorprofis.at sagt er: "Ich denke, man reift sehr schnell. Junge Menschen gehen einfach zu ihren Vätern und die lösen Probleme. Ich muss nun viele Dinge selbst lösen - und das hilft auch, als Person zu wachsen, und auch als Fahrer. Diese Tragödien haben mich stärker gemacht, und reifer. Keine Frage."

5. Leclercs Jugendidol war kein Ferrari-Pilot, sondern Ayrton Senna: "Mein Role-Model! Auch wenn er ja schon vor meiner Geburt gestorben ist. Aber mein Vater war ein großer Fan von ihm und er hat mir seine Passion für diesen  Fahrer vererbt. Ich habe viele Filme über Senna gesehen, viele Bücher gelesen, viele Geschichten gehört. Er war eine faszinierende Persönlichkeit.

6. Er gilt als sehr stark, auch mental: "Ich hab sehr früh, eigentlich schon im Kart, viel mit Mentaltraining gearbeitet. Aber natürlich ist der Verlust eines Menschen, der dir nahesteht, eine Dimension und eine Situation, auf die dich nichts auf der Welt vorbereiten kann. Aber Ende hilft es nur, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Mach das weiter, was du liebst, und mach es gut. Das ist die Art von Einstellung, die mein Vater und Jules verdienen, nämlich das ich auch ihren Traum lebe. Ohne die beiden wäre ich heute nicht hier und ich schätze das sehr. Umso mehr push ich."

7. Leclerc ist in Monaco aufgewachsen. Aber er betont: "Es war nicht so, dass ich öfters Formel-1-Piloten beim Einkaufen gesehen hätte. Das ist mehr ein Klischee, dass die einem dort täglich begegnen."

8. Auch sein jüngerer Bruder Arthur ist Rennfahrer. Er ist unter anderem Ersatzpilot im Formel-E-Team von Venturi, also ist Susie Wolff seine Teamchefin.

9. Seine Erinnerung an sein erstes Formel-1-Team, das nun Alfa Romeo Racing heisst, ist bestens: "Für sie war ich eine gute Wahl - und sie waren für mich ideal. Mit der Formel 1 ist ein Traum wahr geworden. Sie haben mich gut in diese neue, aufregende, fremde Welt eingeführt. Die Ingenieure sind exzellent und haben mir sehr geholfen. Gerade als es darum ging, mich in die richtige Richtung zu entwickeln - wir haben ja schon über meine Stil-Änderung am Anfang der Saison gesprochen. Sie geben mir immer eine gute Referenz."

10. Über seinen größten Fan, seinen Vater, sagt er zu uns: "Er machte mir nie Druck - aber er war sehr ehrlich zu mir. Wenn ich schlecht war, sagte er es mir auch. Aber es hatte nie Einfluss auf unsere Vater-Sohn-Beziehung, wie gut ich davor im Rennen war. Aber er war extrem glücklich, wenn wir Siege feierten."

Sonntag in Spielberg könnte dieser Charles Leclerc den bislang ersten Sieg seiner Formel-1-Karriere feiern. Den ersten von vielen.
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