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F1-TEAMS IM CHECK (2): RED BULL

Wie geht es weiter?

Am Anfang des Jahrzehnts schien Red Bull Racing unschlagbar. Zuletzt musste man sich vier Jahre lang von Erzfeind Mercedes besiegen lassen. 2018 wird nun ein psychologisch sehr wichtiges Jahr. Die Aufgaben: Endlich von Anfang an siegfähig sein – und so Eigentümer Dietrich Mateschitz bei Laune halten. Und so nebenbei muss auch die Zukunft geklärt werden. Wechselt man von Renault zu Honda? Bleibt Sunnyboy Dani Ricciardo?
Wer fährt?
Red Bull Racing hat sicher das kompletteste Fahrer-Duo der Top-3-Teams. Max Verstappen ist ein Jahrzehnte-Talent und die Rückschläge der Saison 2017 haben ihn definitiv stärker und kompletter gemacht. Zudem hat er sich langfristig an die Österreichet gebunden - „dank“ (Schein?-)Verhandlungen mit Mercedes auch mit einer fetten Gehaltserhöhung. Dani Ricciardos Vertrag läuft Ende der Saison aus. Obwohl er vom Typ her der perfekte Red-Bull-Botschafter ist und das Team ihn halten will, hat er Argumente zu wechseln: Bei Mercedes wird er nicht nur von Toto Wolff hoch geschätzt, sollte Ricciardos Konkurrent seit der Formel Renault, Valtteri Bottas, nicht konstanter werden, könnte Dani eine Alternative sein. Und Ferrari wäre für den Sohn italienischer Großeltern natürlich ein sentimentaler Favorit. Fraglich nur, ob Sebastian Vettel Lust auf weitere gemeinsame Jahre mit dem Australier hat.
 
Wer schafft an?
Die Macht ist eindeutig zwischen Salzburg und Graz aufgeteilt – Dr. Helmut Marko ist weiterhin der Vertrauensmann von Mateschitz. Wie klar die Machtverhältnisse zwischen Teamchef Christian Horner und Marko aufgeteilt sind, outete Adrian Newey in seinem neuen Buch. Darin erzählte er, wie ihn Horner 2005 monatelang umgarnt hatte und gemeinsam mit seiner damaligen Frau immer die Nähe Neweys gesucht hatte bei Veranstaltungen und gemeinsamen Essen. Nie aber wagte es Horner Adrian konkret zu fragen, ob er interessiert sei, zu Red Bull wechseln. Nach ein paar Monaten hatte Marko von dieser Zöger-Taktik genug und er sprach Newey selbst im Fahrerlager an: „I am Helmut Marko from Red Bull. This is my number. Call me!“
Wenige Wochen später war Newey ein Bulle. Apropos: Für das heurige Auto hat sich der legendäre Aerodynamik-Guru wieder mehr eingebracht als bei den vergangenen beiden Boliden. Dieser trägt wieder mehr seine Handschrift.
 
Wie ist die Lage?
Es ist ein sehr wichtiges Jahr, in dem viele Entscheidungen fallen werden: Wechselt man ab 2019 zu Honda oder bleibt man in der (beiderseits) unglücklichen Ehe mit Renault? Und wie geht’s dann ab 2021 weiter? Vom Ausstieg über den Teilverkauf (etwa an Aston Martin) bis zu weiterer Aufrüstung ist alles möglich, ja man kann sich sogar vorstellen, dass Red Bull – wenn das künftige Reglement zu sehr im Sinne der Autokonzerne ist – sich an einer Piraten-Formel 1 beteiligt oder diese sogar gründet.
 
Wie ist die Aussicht?
Auch wenn der WM-Titel unerreichbar scheint. Red Bull könnte (wie sonst meist nur im Herbst) auf Augenhöhe mit Ferrari und Mercedes kämpfen. Deshalb hat man eine völlig neue Strategie. Das Auto, das traditionell als letzter fertig wird, wurde diesmal im Zeitplan um fast vier Wochen früher getaktet, damit man bei den Tests noch mehr Spielraum für Konzeptänderungen hat. Denn der Saisonstart ist seit Jahren die Schwäche des Teams. Gelingt das, kann Red Bull – mit Renault – überraschen.
Völlig neue Strategie: Das Auto, das traditionell als letzter fertig wird, wurde diesmal im Zeitplan um fast vier Wochen früher getaktet.Völlig neue Strategie: Das Auto, das traditionell als letzter fertig wird, wurde diesmal im Zeitplan um fast vier Wochen früher getaktet.
Bleibt Ricciardo bei Red Bull? Entscheidung im diesem Jahr. Der Dienstwagen vom neuen Hauptsponsor passt schon mal.Bleibt Ricciardo bei Red Bull? Entscheidung im diesem Jahr. Der Dienstwagen vom neuen Hauptsponsor passt schon mal.
Verstappen – hier beim Kart-Rennen im Büro hinter Ricciardo – hat sich mit einem super Vertrag langfristig an Red Bull gebunden.Verstappen – hier beim Kart-Rennen im Büro hinter Ricciardo – hat sich mit einem super Vertrag langfristig an Red Bull gebunden.
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