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F1-TEAMS IM CHECK (9): MCLAREN

Zeit für die Auferstehung

McLaren ist der schwankende Riese der Formel 1. Mit Renault-Motoren will man nun aus der Krise fahren, doch bei Tests gab es nur Pleiten, Pech und Pannen. Dabei braucht das Team Erfolge so dringend wie nie zuvor.
Wer fährt?
Mit Fernando Alonso hat McLaren einen Piloten an Board, der sicher zu den drei, vier besten der Welt zählt. Der aber auch das Pech so anzieht wie kaum ein anderer: Unglaublich, dass sein letzter WM-Titel schon 12 Jahre zurück liegt. Bitter, wie er die besten Jahre seiner Karriere damit vergeudet hat, bei Teams wie Ferrari und McLaren von Pech und Pannen verfolgt zu werden. Der andere Pilot steht – im Gegensatz zu Alonso – am Beginn seiner Karriere. Oder eben auch nicht: Stoffel Vandoorne hat sich im Duell gegen ebenso schnellen wie auch schwierigen Teamkollegen bisher zwar recht achtbar aus der Affäre gezogen, trotzdem muss der Belgier heuer ein echtes Statement setzen. Der Grund: Mit Landon Norris hat McLaren ein Jahrzehntetalent als Testfahrer im Team, der 2019 unbedingt zum Einsatz-Piloten upgegradet werden will. Und wohl auch wird.
Alonso hat McLaren einen Piloten an Board, der sicher zu den drei, vier besten der Welt zählt. Der aber auch das Pech so anzieht.Alonso hat McLaren einen Piloten an Board, der sicher zu den drei, vier besten der Welt zählt. Der aber auch das Pech so anzieht.
Vandoorne hat sich im Duell gegen ebenso schnellen wie auch schwierigen Teamkollegen bisher zwar recht achtbar aus der Affäre gezogen.Vandoorne hat sich im Duell gegen ebenso schnellen wie auch schwierigen Teamkollegen bisher zwar recht achtbar aus der Affäre gezogen.
Wer schafft an?
Gute Frage. War McLaren über Jahrzehnte eine Diktatur von Ron Dennis, so ist die Kommandozentrale nach dessen (bereits zweiter) Entmachtung ein ziemlich unüberschaubarer Zoo an Alphatieren, selbst wenn Martin Whitmarsh oder Jost Capito längst weg sind. Im Moment reden mit: Neil Oatley, Tim Goss, Eric Boullier. Und vor allem Alonso, der den Wechsel von Honda zu Renault massiv betrieben hat – und dabei auch auf das Kampfmittel „Funksprüche“ zurückgegriffen hat. Mit dem obersten aller Bosse kann er gut: Zak Brown (46) war fast ein Vierteljahrhundert selbst Rennfahrer (u.a. Deutsche Formel 33, IndyLights, Blancpain Series), so nebenbei hat er eines der einflussreichsten Motorsport-Imperien der Welt hochgezogen – so hat sein Konzern in den vergangenen Jahren viele der einflussreichsten Fachmedien übernommen und so massiven Einfluss auf die Berichterstattung. Er war es auch, der Alonso mit schrägen Ideen – etwa dem Start beim Indy 500 bei Laune hält. Und ihm heuer erlaubt, nebenbei (!) eine ganze WEC-Saison mit Toyota zu bestreiten.
 
Wie ist die Lage?
Nervös. Bei den Tests war McLaren mit einer Vielzahl an Pannen wieder einmal die Lachnummer, schon nach wenigen Kilometern brach ein Rad an Alonsos Auto ab. Die Vorstellung nach dem jahrelang Ehedrama mit Honda heuer hinter Toro Rosso (Hondas neuer Liebe) zu liegen? Ein Albtraum! Doch Alonso, dessen Vertrag Ende 2018 ausläuft, schwört: „Ende des Jahres können wir gegen die drei Großen kämpfen.“
 
Wie ist die Aussicht?
Die ersten Monate werden schwierig – zu kurz war die Zeit, die man hatte, um sich auf den Renault-Motor einzustellen. Ob Alonsos permanente Reisen zur WEC gut für das Klima und die Konzentration im Team sind, bleibt abzuwarten. Aber auf Dauer muss dieser schwankende Riese doch endlich wieder nach vorne kommen. Wobei „muss“ mit Nachdruck geschrieben werden sollte. Denn ein Blick auf die nackten Sponsorenflächen zeigt, dass man seit Jahren daran scheitert, Geldgeber zu finden. McLaren ist an der Kippe – schafft man es nicht sehr bald, dann droht ein Schicksal wie das von Williams: und damit der Absturz ins ewige Mittelmaß.
Denn ein Blick auf die nackten Sponsorenflächen zeigt, dass man seit Jahren daran scheitert, Geldgeber zu finden. Droht der Abstieg ins Mittelmaß?Denn ein Blick auf die nackten Sponsorenflächen zeigt, dass man seit Jahren daran scheitert, Geldgeber zu finden. Droht der Abstieg ins Mittelmaß?
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