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F1-TEAMS IM CHECK (6): HAAS

Machtkampf mit Ferrari

Haas F1 ist so etwas wie die geschützte Werkstätte der Formel 1. Unter den neuen amerikanischen Eigentümer des Grand-Prix-Zirkus, die gerade ein Rennen in Miami planen und nur für den US-Markt die Beginnzeiten auf 15.10 mitteleuropäischer Zeit verschoben haben, ist das erste Team, das seit Jahrzehnten, vom neuen Kontinent in die Formel 1 gekommen ist, besonders wichtig. Doch der Rennstall selbst hat ein Problem: Er ist noch kein vollwertiger Rennbetrieb – und zunehmend auf Gedeih und Verderb Ferrari ausgeliefert. Trotzdem könnte das Team die Sensation des Jahres werden.
Wer fährt?
Beeindruckend: Auch im dritten Jahr in der Formel 1 leistet sich das Team von Gene Haas den Luxus, auf Pay Driver zu verzichten: Romain Grosjean gehört sicher zur schnelleren Hälfte der Formel 1 und Kevin Magnussen hat sich nach einem sehr schwachen Jahr bei Renault im Herbst 2017 bei Haas erfangen und einige gute Rennen geboten. Spätestens seit seinem derben Wortduell mit Nico Hülkenberg ist auch seine Rolle im Fahrerlager klar definiert: wegen seiner Fahrweise von so gut wie allen anderen Piloten gehasst, aber im Gegenzug von immer mehr Fans, vor allem in Dänemark, verehrt – als einer, der immer sagt, was er denkt. (manchmal auch ohne längeres Denken). Grosjean dagegen ist bei all seinem privaten Glück (drei Kinder binnen vier Jahren mit der französischen TV-Schönheit Marion Jolles) beruflich in der Krise. Mit 31 ist der Traum von einem großen Team langsam vorbei, trotz seiner tollen Saison 2013 bei Lotus, als er Räikkönen über Monate dominierte. Aber sein Poker statt auf Renault zu setzen zu Haas zu wechseln, um über deren Hintertür zu Ferrari zu kommen, ist wohl gescheitert: Ferrari hat längst andere, jüngere Kandidaten für den künftigen Platz neben Vettel.
 
Wer schafft an?
Wer der Chef des jüngsten Teams der Formel 1, erkennt man an einem rennenden Hasen, dessen Bildnis auf dem seitlichen Luftleitblech des Boliden angebracht ist. «Der Familienname von Gene kommt aus dem Holländischen und bedeutet das Gleiche wie auf Deutsch – Hase. Wir fanden, es wäre ganz lustig, einen Haas-Hasen auf dem Wagen zu haben“, erzählt Pressechef Mike Arning. Ein Tribute an Gene Haas, dem Eigentümer und den Gründer des Teams, der nach Erfolgen in US-Rennserien den seltenen Sprung in die Formel 1 gewagt hat. Ein enormes Risiko. Haas: „In der Formel 1 ist der vorne, der am meisten Geld aufwendet – das ist hier sehr deutlich zu sehen.“ Für sein Team, das in vielen Bereichen ein Kundenteam von Ferrari ist, müssen die Ziele da geringer gesteckt werden: „Unsere Aufgabe ist, im Lauf der Saison, nur eine halbe Sekunde auf Ferrari zu verlieren. Angesichts der vielen gemeinsamen Teile muss das unser Anspruch sein.“ Das Geschäftsmodell Formel 1 könnte sich eher rechnen. Denn ein Teil des Business-Plans von Haas, einem der größten Hersteller von CNC-Fräsmaschinen weltweit, plant mit neuen Kunden in der Formel 1. Gene: „Mittlerweile haben schon einige Teams bei uns angefragt, welche Produkte wir ihnen anbieten können.“ 
Eines muss bei der Antwort auf die Frage „Wer schafft an?“ freilich noch ergänzt werden: Ferrari-Chef Sergio Marchionne versucht seit Monaten den Einfluss auf HaasF1 weiter zu erhöhen und die Abhängigkeit des Rennstalls zu verstärken. So könnte er mit seiner Marke Maserati bald bei Haas als Geldgeber einsteigen. Dann aber würden Gene Haas und dessen Südtiroler Teamchef Günther Steiner wohl nicht mehr wagen, was sie letzten Herbst taten: Ferraris Wunsch den Junior Driver Antonio Giovanazzi ins Cockpit zu setzen, einfach plump zu ignorieren. 
 
 Wie ist die Lage?
Neben dem erwähnten „Unabhängigkeitskampf“ von Haas gibt es heuer auch technisch eine große Herausforderung: Die enormen Bremsprobleme, die sich fast die ganze Saison 2017 über hinzogen und vor allem Roman Grosjean zur Verzweiflung brachten, müssen endlich behoben werden. Doch die starken Tests geben Hoffnung.
 
Wie ist die Aussicht?
Eigentlich war und ist Haas schwer einzuschätzen: Die ersten beiden Jahre des Teams waren durchaus solide, zwei Top-6-Platzierungen 2017, zeigen das Potenzial. Doch gerade im Mittelfeld (und das reicht in der Formel 1 vom vierten bis zum neunten oder gar zehnten und letzten Team) rüsten gerade alle Teams mächtig auf. Auf Dauer ist es kaum denkbar, dass Renault und McLaren noch länger in manchen Rennen hinter Haas herumfahren, Force India und auch Toro Rosso (starke Tests) scheinen ebenfalls stärker geworden.
Doch - against all odds - war Haas bei den Tests beeindruckend stark. Viele Experten glauben, dass sie im Moment sogar die vierte Kraft in der Formel 1 sein können - also „best of the erst“. Melbourne wird zeigen, ob man die neuen hohen Erwartungen erfüllen kann.
Das Mindestziel aber muss es sein – gerade im Prestigeduell der Ferrari-Kunden – Sauber nachhaltig hinter sich zu lassen. Denn Politik ist enorm wichtig – im Jahr 2017 hatte man öfters das Gefühl, dass Ferrari seine Motoren-Power je nach Stimmungslage zwischen seinen beiden B-Teams verteilte. Oder warum war Sauber plötzlich vom Speed her schneller, nachdem man sich im Gegensatz zu Haas bereit erklärt hatte, einen Ferrari-Junior 2018 zu lassen? Doch heuer muss es das Ziel sein, Amerika in der Formel 1 great again zu machen.
Wer der Chef des jüngsten Teams der Formel 1 ist, erkennt man an einem rennenden Hasen, dessen Bildnis auf dem seitlichen Luftleitblech des Boliden angebracht ist. Ein Tribute an Gene Haas, dem Eigentümer und den Gründer des Teams. Der Familienname von Gene kommt aus dem Holländischen und bedeutet das Gleiche wie auf Deutsch – Hase.Wer der Chef des jüngsten Teams der Formel 1 ist, erkennt man an einem rennenden Hasen, dessen Bildnis auf dem seitlichen Luftleitblech des Boliden angebracht ist. Ein Tribute an Gene Haas, dem Eigentümer und den Gründer des Teams. Der Familienname von Gene kommt aus dem Holländischen und bedeutet das Gleiche wie auf Deutsch – Hase.
Grosjean ist bei all seinem privaten Glück –  drei Kinder binnen vier Jahren mit der französischen TV-Schönheit Marion Jolles – beruflich in die Krise geraten.Grosjean ist bei all seinem privaten Glück –  drei Kinder binnen vier Jahren mit der französischen TV-Schönheit Marion Jolles – beruflich in die Krise geraten.
Magnussen hat sich nach einem sehr schwachen Jahr bei Renault im Herbst 2017 bei Haas erfangen und einige gute Rennen geboten. Spätestens seit seinem derben Wortduell mit Nico Hülkenberg ist auch seine Rolle im Fahrerlager klar definiert…Magnussen hat sich nach einem sehr schwachen Jahr bei Renault im Herbst 2017 bei Haas erfangen und einige gute Rennen geboten. Spätestens seit seinem derben Wortduell mit Nico Hülkenberg ist auch seine Rolle im Fahrerlager klar definiert…
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