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FORMEL E JUBILÄUM

Formel E: Mit 50 fitter denn je

Die Formel E ist 50 Rennen alt. Was als von vielen belächelte Lachnummer mit nervigen Staubsauger-Geräuschen begonnen hat, gilt nun als eine Zukunft des Rennsports. Und das nicht einmal zu Unrecht. Was aber macht die Serie so interessant?
Zum 50. Geburtstag, also aus Anlass des 50. Rennens, wurde ein Lauf der Formel E erstmals auf BBC übertragen
Und prompt gewann zum ersten (!) Mal in der Geschichte des Motorsports ein Pilot, der eine Frau als Teamchef hat: Edo Mortara, der Pilot von Susie Wolff bei Venturi.

Wie man sieht, ist die unter Petrolheads so lange verachtete Elektro-Rennformel einmal mehr etwas näher an der Zukunft als die klassische Konkurrenz mit ihren Verbrennungsmotoren.

Wenn man die Formel E seit der ersten Saison beobachtet, fällt auf, wie sehr sie sich in den vergangenen Monaten verändert hat. Was jahrelang eher genau so war wie es klang (etwas nervig und eintönig), hat sich in den vergangenen Monaten enorm entwickelt. Seit die Rennwagen der neuen Generation endlich durchfahren können und der Fahrzeugwechsel entfällt. Seit viele der größten Automarken der Welt sich einen faszinierenden Kampf mit Start Ups aus aller Welt liefern und mit kleineren Privatteams, die voller Herzblut dabei sind.

Ein entscheidender Faktor dabei ist die Regelgebung von Seriengründer Alejandro Agag. Denn im Gegensatz zur Formel 1 bestimmen hier nicht die teilnehmenden Teams die Regeln. "Und das wird auch in Zukunft immer so sein. Bei uns werden die Regeln nie von den Teilnehmer gemacht", hat Agag in Hongkong zwei Stunden vor dem Start des Rennen im Interview mit motorprofis.at noch versprochen. Und man kann dem visionären Spanier glauben. Er war auch zu lange im Umfeld der Formel 1, um deren Schwächen nicht genau zu kennen.

Doch die Stärke der Formel E ist in erster Linie die Konzentration auf die eigenen Stärken:

Das beginnt beim Einheitschassis und den vielen Einheitsteilen, die die Kosten überschaubar halten. Führt über eine Gesetzgebung, die manchmal durchaus die Stärkeren stört (etwa der Quali-Modus mit vier Gruppen), ist aber zugleich auch fair (die besten fünf der Meisterschaft sind immer in einer Kategorie).
Trotzdem ist es möglich, dass ein Nachzügler-Team wie HWA an einem guten Tag bei idealen Bedingungen einmal die Pole Position aufstellen kann.

Die Folge ist eine sensationelle Ausgeglichenheit: Fünf (!) verschiedene Fahrer aus fünf (!) verschiedenen Teams haben die ersten fünf Rennen gewonnen, und das mit vier verschiedenen Antriebs-Herstellern.

Die Hälfte (!) des Starterfeldes könnte nach dem nächsten Rennen theoretisch in Führung der Meisterschaft liegen und als Leader zu den Europa-Rennen (den voestalpine european races) kommen.

Und noch kein einziges Rennen war in dieser Saison vor der letzten Kurve auch nur annähernd entschieden.

Ob die Formel E die Formel 1 eines Tages ersetzen wird oder sie parallel als Königsklassen Erfolg haben werden, das wird sich weisen und ist auch gar nicht so wichtig. Es ist genug Platz für beide.

Fest steht aber: es fällt immer mehr auf, dass das E in Formel E längst auch für Existenzberechtigung steht, und ja noch viel unerwarteter: für Emotion.

Man kann gespannt sein, ob die Entwicklung in den nächsten 50 Rennen so schnell weiter geht. Und ob dieser Weg vielleicht ja auch in naher Zukunft nach Österreich führt.
Das Wien-Gastspiel könnte konkreter sein, als vielen bewusst sein dürfte.
Große Rennsport-Marken wie Jaguar konzentrieren sich längst auf Serien wie die Formel E.Große Rennsport-Marken wie Jaguar konzentrieren sich längst auf Serien wie die Formel E.
Hier reden die Piloten noch richtig viel miteianander...Hier reden die Piloten noch richtig viel miteianander...
...und können kleine Teams wie Mahindra große Siege feiern....und können kleine Teams wie Mahindra große Siege feiern.
Hongkong spielt in der Geschichte der Formel E eine spezielle Rolle - auch nun als Ort des 50. Jubiläums.Hongkong spielt in der Geschichte der Formel E eine spezielle Rolle - auch nun als Ort des 50. Jubiläums.
Di Grassi und Abt sind seit dem ersten Rennen Teamkollegen.Di Grassi und Abt sind seit dem ersten Rennen Teamkollegen.
Porsche wird bald als 12. und vorerst letztes Team einsteigen.Porsche wird bald als 12. und vorerst letztes Team einsteigen.
Piloten wie Wehrlein zeigen Klasse.Piloten wie Wehrlein zeigen Klasse.
Die Serie hinterlässt zunehmend Spuren.Die Serie hinterlässt zunehmend Spuren.
Zweikämpfe werden gut dokumentiert.Zweikämpfe werden gut dokumentiert.
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