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LUCAS AUER IM INTERVIEW

Auers Aufstieg in Japan

Lucas Auer zeigt in Japan Fighter-Qualitäten und rast in der Super Formula zum ersten Mal auf das Podium. Der Red Bull Junior & Honda-Pilot landet dabei in Sugo hinter zwei der größten Legenden der japanischen Rennsport-Geschichte. Das Interview.

Ein Meilenstein in der Karriere von Lucas Auer: Der Tiroler hat beim dritten Saisonlauf der Super Formula seinen ersten Podestplatz in Japan geholt.  Mit seinem Red Bull Honda SF19 wurde er hinter Titelverteidiger Naoki Yamamoto und Ex-Formel-1-Pilot Kamui Kobayashi Dritter, beide sind im japanischen Rennsport absolute Ikonen.

Dazu fuhr dazu auch noch die schnellste Rennrunde.

Auer, der schon im Qualifying aufzeigen konnte, ging von Startposition 3 ins Rennen, konnte sich gleich um einen Rang verbessern, lag dann lange Zeit hinter Yamamoto an der zweiten Stelle, ehe zwei Safety-Car-Phasen gegen Ende noch für etwas Turbulenz sorgten. Denn da lagen plötzlich zwei Nachzügler zwischen dem Spitzenreiter und dem Kufsteiner. Die machten trotz blauer Flaggen nicht Platz. Die Folge: Auer musste bei einem Überholmanöver extrem ausweichen, und kam etwas von der Idealline ab. Dadurch ging eine Lücke auf, und der hinter ihm liegende Kobayashi konnte zwei Runden vor Schluss vorbei. Trotzdem hat Auer in seinem vor Saisonbeginn neu formierten Team, das bei den Tests noch weit hinten war, ein echtes Ausrufezeichen gesetzt.

Im Interview spricht der Tiroler mit motorprofis.at über sein neues Leben in Tokio.

...über den ersten Podestplatz und seine Bedeutung:
„Ich freue mich sehr über dieses Ergebnis. Denn man darf nicht vergessen, dass wir ein neues Team sind. Und da ist ein Podiumsplatz bereits im dritten Rennen schon etwas Besonders. Zufrieden bin ich auch mit mir selbst, die schnellste Rennrunde unterstreicht, dass der Speed passt. Im Grunde war das gesamte Wochenende ein Erfolg. Wir sind auf jeden Fall auf dem richtigen Weg."

...über sein neues Leben in Japan:
"Ich habe mir in Tokio eine Wohnung genommen. Dort lebe ich nun. Ich mochte es immer schon, neue Kulturen und Lebensweisen kennenzulernen, war ja auch schon mit 16, 17 in der asiatischen Formel BMW unterwegs. Für mich war immer klar: egal wie sich diese Serie auf meine Karriere als Rennfahrer auswirkt, der Aufenhalt in einem fremden Land wird mich als Mensch reifen lassen und gut für die Persönlichkeit sein. So etwas formt, verändert und macht einen sicher offener."

...Autofahren im chaotischen Großstadtdschungel von Tokio:
"Dazu kann ich gar nichts sagen – ich nehme nämlich eigentlich nur den Zug. Das ist das beste Verkehrsmittel dort."

..Augenblicke von Orientierungslosigkeit:
"Klar: ich verstehe die Schriftzeichen noch überhaupt nicht und brauche bei meinen Wegen immer Google Maps. Allerdings, was mir sofort aufgefallen ist. Die Menschen sind unglaublich hilfsbereit und du kannst sie immer um Rat fragen. Am liebsten würden sie dich bis zum Sitzplatz im Zug begleiten, damit du sicher den richtigen Platz findest. Wirklich großartig."

.. die Renn-Euphorie in Japan:
"Man sagt ja immer, die japanischen Fans sind die besten und verrücktesten und leidenschaftlichsten in der ganzen Welt. Ich kann das nur bestätigen. Sie sind fachkundig und kennen alle Fahrer, sie wissen viel und sie überlegen sich die verrücktesten Sachen, um zu zeigen, dass sie Fans sind. Das ist in der Super Formula arg und in der Super GT ebenso. Ich kann mich erinnern, als ich zum ersten Mal meinen alten Weggefährten aus Nachwuchsrennen, Nick Cassidy, gesehen habe. Der ist in Japan jetzt ein Star. Als ich zum ersten Mal Hallo sagen wollte, musste ich mich dort hunderte kreischende Fans durchkämpfen. Da wurde zum ersten Mal bewusst, wie sehr die Japaner unseren Sport lieben."



Wer diese Leidenschaft der Japaner kennt, der weiß, dass es ein Irrtum ist,  Auers Japan Engagement nur auf die (eventuelle) Vorbereitung zur Formel 1 zu reduzieren. Selbst wenn es mit der Formel 1 nichts wird, ist es für die Karriere eines Rennfahrers unglaublich bedeutend, in Japan gut vernetzt zu sein. Mit der Super Formula und der Super GT gibt es zwei mega-populäre Rennserien, in denen von Jenson Button bis hin zu Kamui Kobayashi zahlreiche Stars unterwegs sind. Und wo Piloten wie Andre Lotterer, deren Jugend-Karrieren mit denen von Auer zu vergleichen sind, zu echten Heroes wurden. Und mit jedem Erfolg heuer geht diese Tür ein Stück weit mehr auf. Zumal die enge Zusammenarbeit seines Teams (und die von Red Bull) mit Honda die Chance gibt, bei einem der wichtigsten Motorsport-Player der Welt für Aufmerksamkeit zu sorgen.
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