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MICK SCHUMACHER

Das Schumacher-Wunder ist vollkommen

Der Mann der Stunde: Mick Schumacher. Nach eher bescheidenen Leistungen in eineinhalb Jahren Formel 3 ist er plötzlich ein Seriensieger. Und nun sogar Meister. Was kann Mick, wie ist er? Wir fragen seinen Freund Ferdinand Habsburg und andere Experten.
Das neue deutsche Sommermärchen hat sein Happy End. Mick Schumacher ist Formel-3-Europameister.
Unvorstellbar noch vor wenigen Wochen.


Michael Schumachers Sohn Mick ist zwischen Juli und September vom Mittelständler in der Formel 3 zum Dominator geworden, zum Seriensieger und EM-Führenden.

Ein geradezu unglaublicher Karriere-Boost, der - bei allem Respekt - unerwartet und nahezu aus dem Nichts kam.

Eineinhalb Jahre lang war Mick (jetzt 19) in der angesehensten Nachwuchsserie der Welt (zum Teil: weit) unter den Erwartungen geblieben. In nahzu 50 Rennen kam er ein einziges Mal auf das Podium und da als Dritter, also gerade noch.

Doch dann: Spa im Juli 2018.
Die Lebens-Rennstrecke seines Vaters
, der hier den Durchbruch schaffte an seinem ersten Formel-1-Wochenende, der in Spa große Siege feierte und große Dramen erlebte - man denke an die Kollision 1998 mit David Coulthard, oder an 2000: die unvergessene Niederlage gegen Mika Hakkinen beim Überrundungsmanöver von Ricardo Zonta.

Und plötzlich war es Mick, der in Spa 2018 siegte.

Seitdem wirkt er nahezu unaufhaltbar. Von den folgenden 14 Rennen gewann er weitere 7, am Nürburgring alle drei, in Spielberg die ersten zwei und im dritten Lauf am Sonntag wurde er Zweiter. In der Meisterschaft, wo er fast das ganze Jahr irgendwo zwischen Platz 8 und 15 versandete, ist er nach dem zweiten Rennen in Hockenheim (Platz 2) nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen.
Ferdinand Habsburg über....Ferdinand Habsburg über....
...Duelle mit Mick Schumacher (hier: Budapest 2017)...Duelle mit Mick Schumacher (hier: Budapest 2017)
Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene hält es möglich, dass Mick eines Tages für Ferrari fahren könnte: "Die Tür ist immer offen."
Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ist seit Jahren ein Förderer von Mick, er staunte schon 2016 gegenüber motorprofis.at: "Ein sehr höflicher junger Mann. Bescheiden, wohlerzogen, freundlich im Umgang mit allen. Man spürt den guten Einfluss seiner Mutter, die ihre Kinder sehr bodenständig erzieht." Schnell ist er auch - und das  war er auch schon immer.

Gerhard Berger beobachtet Mick seit Kart-Zeiten, und sieht ihn nun in der Formel 3, die meist im Rahmen der DTM fährt, fast in allen Rennen. Er weiß, was im Sommer passiert ist: "Er war immer schon schnell und konstant - er hatte nur eine Schwäche: das Qualifying. Doch in der Formel 3 ist es auf vielen Strecken sehr schwer zu überholen, und da hatte er es dann schwer, gute Resultate zu erzählen. Aber so konsequent, wie wir die Schumachers nun einmal kennen, hat er an der Behebung dieser Schwäche konsequent gearbeitet."

Mick, von motorprofis.at darauf angesprochen, sieht eher einen natürlich Prozess auf die Frage wie weit er sich im Lauf des Jahres weiterentwickelt habe: "Mit jedem Monat und mit jedem Jahr wird jeder Mensch reifer und erfahrener. Das ist ganz normal. Ich bin jetzt kein komplett anderer als bei den Tests in Spielberg vor Saisonbeginn. Aber Menschen lernen aus Erfahrungen."

Ein enger Weggefährte ist Österreichs Hoffnungsträger Ferdinand Habsburg. Er sagt im Gespräch mit motorprofis.at: "Mick ist einer der wenigen im Feld, den ich als so etwas wie einen Freund sehen würde. Ihm kann ich trauen - auf der Strecke und auch außerhalb. Es freut mich, dass er seinen Speed - den er etwa schon bei Tests gezeigt hatte - nun gemeinsam mit seinem Auto und seinem Team umsetzen kann. Unsere Mütter sind gut befreundet, daher kennen wir uns schon länger etwas näher." Für Ferdinand, dessen Hoffnungen auf der Piste sich auch des Öfteren nicht erfüllten, ist die Mick-Explosion auch eine Inspiration: "Man sieht, wie schnell es gehen kann, wenn man an sich arbeitet und mit seinem Team."

Für welches Team wird aber Klein-Schumi künftig starten?
Deutsche Medien phantasieren plötzlich schon von  der Formel 1, die bei einem EM-Titel auch lizenztechnisch möglich ist. Aber wäre sie vernünftig?
Wer das realistische Umfeld im Hause Schumacher kennt, glaubt nicht an große Schritte: Zu kurz erst dauert der Erfolg in der Formel 3 an. Die Formel 2 wäre wohl der bessere Schritt, auch da sein italienisches Prema-Team dort Autos einsetzt und Mick in einem vertrauten Umfeld wachsen könnte.
Zudem werden sich wohl Formel-1-Rennställe um Schumacher in einem Nachwuchsprojekt bemühen: Red Bull / Toro Rosso wurden schon gehandelt, zu Mercedes und Ferrari besteht durch den Vater, der seit seinem schweren Unfall Ende 2013 ein Pflegefall ist, enge Verbindungen, auch emotional.
Sein Vater war in dieser Leistungsstufe einst im Showdown an einem Österreicher gescheitert: an Karl Wendlinger. Mick ist nun schon zwei Jahre jünger Formel-3-Meister geworden. Was kommt nun?
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