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RALLYE MONTE CARLO

Duell am Abgrund

Ein Duell, das in die Geschichte eingeht. Und das am Abgrund stattfand. Sebastien Ogier und Thierry Neuville bekämpfen sich bei der Rallye Monte Carlo bis auf den letzten Meter. Am Ende siegt Ogier um lächerliche 2,2 Sekunden. Was für ein Comeback bei Citroen.
Er ist einfach ein (Welt-)Meister seines Faches.

Sebastien Ogier hat die Monte Carlo Rallye in folgenden Jahren und mit diesen Autos gewonnen:

2009 Peugeot 207 Super 2000
2014 Volkswagen Polo R WRC
2015 Volkswagen Polo R WRC
2016 Volkswagen Polo R WRC
2017 Ford Fiesta WRC
2018 Ford Fiesta WRC
und nun:
2019 Citroen C3 WRC

Sechs Siege in vier verschiedenen Autos - das zeigt einmal mehr, was für ein Ausnahmekönner der ausgebildete Skilehrer hinter dem Lenkrad ist. Und wie nervenstark er ist.
Denn diesmal rückten ihm Toyota und Hyundai mit ihrer ganzen Power zuleibe. Am Ende entschieden nur 2,2 Sekunden - wie so oft in den vergangenen Jahren für den ewigen Weltmeister Ogier und gegen den ewigen Vizeweltmeister Thierry Neuville.

Dabei hat Ogier nur eine einzige Sonderprüfung gewonnen, Ott Tänak im Toyota aber sieben - doch niemand ist so konstant schnell und so fehlerfrei wie der sechsfache Weltmeister, der in Monaco einst beim Grand Prix noch als Streckenposten gearbeitet hatte, im Rahmen der Formel 1.

Hier die Bilanz der wichtigsten Piloten im Schnelldurchlauf:

Sebastien Ogier (Citroen): Sofort wieder heimisch bei Citroen, schnell, fehlerfrei. Zum 100. Geburtstag von Citroen schenkt er seiner Marke den 100. Sieg in der WRC - ein bissl Kitsch muss sein im Sport.

Thierry Neuville (Hyundai): Am ersten Blick der große Loser, am zweiten sieht die Sache schon anders aus. Denn ohne eine Fahrt durch den Not-Ausgang am Freitag wäre er an dem Tag um 17 Sekunden schneller gewesen. Und dieser Fehler ist verzeihbar: Hyundai hatte bei den ersten Prüfungen die mit Abstand aggressivste Reifenstrategie gewählt.

Sebastien Loeb (Hyundai): Frisch von der Rally Dakar eingetroffen, nur zwei Tage im Hyundai getestet - und doch hat er den Klimawechsel von der Wüste auf Eis und Schnee gewohnt abgeklärt gemeistert. Auf Dauer dann aber langsamer als Teamkollege Neuville. Trotzdem schade, dass er nicht die ganze WM (sondern nur 6 Rallyes) fährt. Es wäre faszinierend, die alten Hasen Ogier und Loeb noch einmal um den Titel kämpfen zu sehen.

Ott Tänak (Toyota): In der Rallye-WM brennt es! Denn Toyota ist stinksauer auf die Rallye Monte Carlo und auf die FIA. Der Grund. Nachdem die Japaner den Auftakt dominiert hatten, wurde die dritte Sonderprüfung aus Sicherheitsgründen abgesagt. Zu viele Zuschauer standen im Weg, daher war eine Durchführung der WP "Valdrome - Sigottier" nicht möglich.
Das Problem aber: die beiden folgenden Prüfungen wurden gefahren, obwohl die Teams für alle drei gemeinsam die selben Reifen verwenden mussten. Teams wie Toyota, die sich für drei oder vier Winterreifen mit Spikes entschieden hatten, um bei der dritten SP besonders schnell zu sein, und von an Anfang an mit Nachteilen in den trockenen Tal-Prüfungen 4 und 5 rechneten, hatten enorme Nachteile - während Leute wie Loeb, die andersrum entschieden hatten, profitierten. Teamchef Tommi Mäkinen tobt: "Die Strategie war auf die ganze Schleife ausgerichtet, ein Wahnsinn, wenn man nur einen Teil davon absagt. Wir haben unseren ganzen Vorsprung verloren - und niemand gibt uns die Zeit zurück." Die Entscheidung zur Absage hatte übrigens die legendäre Michelle Mouton getroffen. Aus Protest boykottierte Toyota am Freitag die Medientermine der WRC-Veranstalter.

Kris Meeke (Toyota): Der Mann, der bei Toyota im Vorjahr in Unehren entlassen worden ist, brilliert bei Citroen mit einigen großartigen Etappen: "Das ist möglich, wenn ich mich wohl fühle. Ich freue mich schon auf diese Saison!"
Als Krönung gewinnt er auch die Powerstage und damit fünf WM-Punkte.

Es wird eine aufregende Saison in der Rallye-WM. Nächster Stopp? Schweden im Februar.
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