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RALLYE: RAIMUND BAUMSCHLAGER

Mundl, die Erfolgsserie

Was man über Rekord-Staatsmeister Raimund Baumschlager wissen sollte.
Warum ist sein Staatsmeistertitel 2017 so etwas besonders?
Zum einen: Weil er im spannendsten ÖM-Finale aller Zeiten errungen wurde. Vor der allerletzen Sonderprüfung der allerletzten Rallye des Jahres (Waldviertel) lag Hermann Neubauer im Ford Focus um 0,8 Sekunden vor dem exakt doppelt so alten Raimund Baumschlager. Es galt: Wer die Rallye gewinnt, gewinnt auch die Meisterschaft. Und der Routinier – jugendliche 58 Jahre alt – setzte sich im Zielsprint durch. Es ist bereits sein 14. Meistertitel – laut Recherche seines Teams (wir haben es nicht nachgeprüft, sorry) gibt es in keinem Land der Welt einen Rallye-Piloten, der so oft die nationale Meisterschaft gewonnen hat.
 
Warum geht sein Auto in die Geschichte ein?
Zum ersten Mal überhaupt wurde der Volkswagen Polo WRC, der in den Jahren 2013 bis 2016 die Rallye-Weltmeisterschaft nach Belieben dominiert hat (vier WM-Titel für Sebastien Ogier), an einen privaten Kunden freigegeben. Das ist natürlich eine Folge der exzellenten Beziehungen von Baumschlager zum VW-Konzern und zu seinem jahrzehntelangen Sponsor Red Bull.
 
Hat Baumschlager nicht schon einmal einen Weltrekord aufgestellt?
Ja! 2002 brach er den 24-Stunden-Weltrekord in einem VW W12 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von - (bitte festhalten!) 323 km/h.
 
Verdankt Baumschlager seine Rekorde nicht einfach der Tatsache, dass er mit Red Bull den mit Abtand potentesten Sponsor hinter sich hat?
Baumschlagers Vater hatte immer eine Devise: „Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid kann man umsonst haben.“ Mundl stammt aus ganz normalen Verhältnissen (übrigens im Gegensatz zu einigen anderen aktuellen Rallye-Piloten). Neben seinem Job als Betriebsschlosser arbeitete Baumschlager als Holzknecht, um sich das Geld fürs Rallye fahren zu verdienen. Mit einem Toyota fuhr 1985 der Nobody aus Rosenau am Hengstpass bei der Admont Rallye auf den 3. Gesamtrang und wurde Prioritätsfahrer. Es waren Leistungen, mit denen er sich das Vertrauen von Dietrich Mateschitz früh erworben hatte.
 
Was waren seine grössten internationalen Erfolge?
Sieger des 24-Stunden-Rennens in Spa (1996), Klassensieg bei den 24-Stunden auf dem Nürburgring (1992), Platz 6 bei der Safari-Rallye 1998, Platz 2 bei der Deutschland-Rallye 2001. 1989, bei seinem ersten WM-Lauf, kam er auf den 8. Gesamtplatz bei der San Remo Rallye und wurde bester Privatfahrer, 5. Gesamtrang beim WM-Lauf 1990 auf Korsika.
 
Und welche Erfolge verbuchte er als Teamchef?
Als Firmenchef von BRR (Gründung 2003) hatte Baumschlager mit seinen in Micheldorf vorbereiteten Skoda Fabias in der S 2000-Weltmeisterschaft Erfolge. Vor allem den Gewinn der FIA-Teamwertung (2010) und den Weltmeistertitel von Juho Hänninen (2011). Auch Andreas Aigner wurde lang von Baumschlager gefördert – diese Beziehung endete allerdings im Rosenkrieg. Der weltweit bekannteste BRR-Fahrer aller Zeiten ist freilich ein ganz anderer: Toto Wolff war nicht nur Langzeit-Teilhaber von BRR, sondern auch Pilot (Vizemeister, SP-Sieger bei der Deutschland-Rallye). Heute ist er der erfolgreichste Formel-1-Teamchef der Gegenwart.
 
Wird Baumschlager auch 2018 um den ÖM-Titel fahren?
Noch ist nichts offiziell – aber: wir hegen Zweifel! Der Mietvertrag wegen des Polos ist beendet, das Finale mit dem Sieg im Waldviertel war perfekt, die Jungen wie Neubauer werden nicht langsamer – gut möglich, dass Baumschlager nun als Pilot kürzer tritt, auch weil die körperlichen Ansprüche immer ärger werden: „Die Waldviertel-Rallye war vielleicht die härteste meines Lebens!“ Vielleicht sehen wir ihn in Hinkunft nur mehr bei ausgewählten Rallyes – aber, ja, das könnte schon in wenigen Wochen bei der Jänner-Rallye sein ;-).
Auch als Coach aktiv: Unter der Anleitung von Raimund Baumschlager hat Matthias Walkner (Motorcross-Weltmeister und Zweitplatzierter der diesjährigen Rallye Dakar) einen ersten Rallyetest im Skoda Fabia R5 absolviert.Auch als Coach aktiv: Unter der Anleitung von Raimund Baumschlager hat Matthias Walkner (Motorcross-Weltmeister und Zweitplatzierter der diesjährigen Rallye Dakar) einen ersten Rallyetest im Skoda Fabia R5 absolviert.
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