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RALLYE-WELTMEISTER

RALLYE-WELTMEISTER

Die Gier des Monsieur Ogier

Weltmeister! Warum Ford-Pilot Sebastien Ogier nun zurecht in die Rallye-Geschichte eingeht. Fünf Fakten über den fünffachen Weltmeister.
Es ist vollbracht: Schon bei der vorletzten Rallye der Saison, jener in Wales, sicherte sich der Franzose Sebastien Ogier (33) den WM-Titel, den fünften in Serie. Aber sicher jenen, der am meisten Wert ist. Denn nach vier komfortablen Saisonen im technisch und materiell haushoch überlegenen Volkswagen-Werksteam holte er sich das „Give me five“ in einem privaten Ford des Teams M-Sport und das in der wohl besten und spannendsten Saison seit Jahrzehnten. Sebastien Ogier – im 5-Fakten-Check.

Warum ist dieser Titel der wichtigste?
„Es war eine schwierige Saison – und so ganz anders als die anderen.“ Sagt Ogier selbst. Erst sehr, sehr spät hatte er sich nach dem abrupten Ausstieg von Volkswagen und Tests für Toyota dann doch des Gefühls wegen für das private M-Sport-Team von Ford entschieden. Und statt auf und davon zu fahren, musste er diesmal ohne große Werksunterstützung und Stallorder-Vorteile in die ganz engen Kämpfe gehen. Sieben verschiedene Sieger hat es in dieser Saison schon gegeben, was für ein Zeichen der Vielfalt. Zudem: Es ist der erste WM-Titel für Ford seit 1981 (!). Und: Ogier ist nun erst der dritte (!) Pilot, der mit verschiedenen Marken Rallye-Weltmeister wurde: mit VW und Ford. Das gelang davor nur Walter Röhrl (FIAT, Opel) und Juha Kankkunen (Peugeot, Lancia, Toyota).
Erfolgsduo Ingressia und Pilot OgierErfolgsduo Ingressia und Pilot Ogier

Wo kommt Ogier her?
Sebastien kommt aus einfachen Verhältnissen, sein Elternhaus liegt direkt an einer Etappe der Rallye Monte Carlo. Er ist gelernter Skilehrer und vergöttert Ayrton Senna – so sehr, dass er sogar schon als Rallye-Star immer noch dessen Bild als Handy-Hintergrund hatte. Mit 18 jobbte er sogar als Streckenposten beim Grand Prix von Monaco in der Formel 1. Erst Jahre später und nachdem er sich erst im zweiten Anlauf bei einem Rallye-Casting durchsetzen konnte, begann er seine eigene Karriere am Steuer.


Ist er Freund oder Feind von Sebastien Loeb?
Definitiv wohl eher zweiteres. Und das, obwohl die beiden einen geradezu absurd ähnlichen Background haben (auch Loeb übte erst einen normalen Beruf aus, ging dann durch die beste Rallyeschule Frankreichs als Spätberufener und fiel erst Mal nur durch permanente Unfälle aus, eher er mit Hilfe von Peugeot/Citroen zum Weltklasse-Mann wurde). Doch in der gemeinsamen Zeit bei Citroen eskalierte das Stallduell schnell – bis zum Tag als sich Ogier weigerte, Loeb in Deutschland 2011 siegen zu lassen. Die Situation eskalierte derartig, dass selbst in der Chefetage von Citroen Motorsport Köpfe rollten. Neben Ogier musste auch Teamchef Oliver Quesnel, ein Ogier-Förderer, gehen. Das Loeb-Lager rund um Guy Frequelin hatte sich durchgesetzt.

Ogier sicherte Ford den ersten WM-Titel seit 1981.Ogier sicherte Ford den ersten WM-Titel seit 1981.

Was unterscheidet Ogier von Loeb?
Jarri-Matti Latvala vergleicht die beiden für uns: „Beide haben eine maximale Gier um zu gewinnen, aber ich sage: Ogier ist noch fixierter darauf.“ Latvala war drei Mal Vizeweltmeister, zwei Mal hinter Ogier, einmal hinter Loeb. FX Demaison, Technik-Chef einst bei Volkswagen, sieht es ähnlich: „Ogier will den Sieg noch bedingungsloser, als es Loeb je getan hat.“ Ein Showdown ist noch möglich. Loeb liebäugelt immer noch mit einer Rückkehr in die WRC 2018 oder 2019. Ein Kampf der Giganten wäre die Folge.


Warum hatte er den besten Moment des Jahres 2017 in Österreich?
Weil er in Spielberg „endlich“ einen Red-Bull-Racing-Boliden aus der Formel 1 testen durfte. Ein Geschenk seines langjährigen Sponsors. „Es war großartig, der Traum meines Lebens ist in Erfüllung gegangen.“

In Spielberg erfüllte er sich seinen Kindheitstraum: Er durfte im Formel-1-Boliden rasen.In Spielberg erfüllte er sich seinen Kindheitstraum: Er durfte im Formel-1-Boliden rasen.
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