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RED-BULL-SPORTCHEF DR. HELMUT MARKO

„Zwei Doppelausfälle sind zuviel!“

Der Crash zwischen Max Verstappen und Dani Ricciardo in Baku erhitzt immer noch die Gemüter der Formel-1-Fans weltweit. Nun spricht ihr Chef Dr. Helmut Marko im Interview mit motorprofis.at.
Wenn man sich den Rennverlauf ansieht, hätte Red Bull in Baku sogar gewinnen können. Stattdessen gab es das Schlimmste, was sportlich passieren kann: Dass sich die Teamkollegen aus dem Rennen schießen. Wie ist so etwas möglich?
Dr. Marko: Von den Top-Teams sind wir die einzigen, glaube ich, die, die Leute fahren lassen – und wo keiner einen Nummer-1-Status hat.
 
Was viele schätzen und lieben. Denn wenn alle zu brav sind, wird es langweilig – und keiner will Fahrer, die nur Befehle aus der Box ausführen anstatt Gas zu geben.
Dr. Marko: Dann passt es auch wieder keinem. Ich habe auch zwischendurch überlegt: Sollen wir eingreifen? Sollen wir nicht eingreifen?
Marko: „Ich habe auch zwischendurch überlegt: Sollen wir eingreifen? Sollen wir nicht eingreifen?Marko: „Ich habe auch zwischendurch überlegt: Sollen wir eingreifen? Sollen wir nicht eingreifen?
Wobei: Diesmal hatte sich das Fiasko abgezeichnet, die beiden lagen sich seit vielen Runden im Clinch, man spürte: Da liegt was in der Luft!
Dr. Marko: Doch zu dem Zeitpunkt war es ja schon vorbei! Und dann ist das ganz Unerwartete passiert, dass ein Verstappen ein Overcut gelingt. Dadurch war er vor Ricciardo, ganz plötzlich.
Was unerwartet war, denn wir haben ja ein Reifen-Aufwärmproblem gehabt und es war nicht zu erwarten, dass In- und Outlap so schnell sind. Wir hatten am Anfang immer x Probleme, aber wenn wir mal richtig ins Fahren kamen, waren wir wieder sauschnell. Und so sind sie wieder zusammen gekommen – und durch diesen Overcut sind die Emotionen noch einmal gestiegen. Weil Ricciardo nicht verstanden hat, wie das gegangen ist – es hat aber auch kein anderer verstanden. Theoretisch hätte er eineinhalb Sekunden vorne sein sollen. Das aber ist wieder typisch Verstappen: Wenn der sieht, da geht was – da fährt er wieder Zeiten, die unmöglich erscheinen. Dabei hatte er zwei Runden vor dem Stopp noch gemeint, die Reifen sind im Eck. Und plötzlich, als er den In-Befehl bekommen hat, fährt er die gleich schnelle Zeit im entscheidenden Mittelsektor wie in seiner allerbesten Runde. Und dadurch sind die nach dem Stopp wieder zusammengekommen und die Situation war so, wie sie war – eben, dass Ricciardo jetzt hinten war.
Der Australier wirkte schon davor lange schneller. War es nie eine Überlegung, die Plätze zu tauschen, und Ricciardo einmal die Chance zu geben, Hamilton & Co. zu jagen?
Dr. Marko: Der war nicht schneller zu dem Zeitpunkt. Er ist immer nur ran gekommen, wenn Verstappen auf den Hamilton oder einen anderen auflief. Eigentlich war zu diesem Zeitpunkt Verstappen der Schnellere – aber durch diesen immensen Windschatten-Effekt wirkte alles anders, und Ricciardo kam immer nah dran.
 
Wenn man das Gute sehen will, fallen zwei Gründe ein: Verstappen macht seine „Jugendsünden“ jetzt, wo es noch nicht wirklich um den WM-Titel geht – und wird reif sein, wenn er eines Tages ganz, ganz vorne ist. Denn sein Potenzial ist ja trotzdem unübersehbar, Kritik hin oder her. Und euer Auto hat zu Ferrari und Mercedes aufgeschlossen, zumindest in den Rennen selbst.
Dr. Marko: Von der Rennperformance fehlt ja wirklich nichts. Umso mehr gilt: Zwei Doppelausfälle in drei Rennen sind zuviel. Das ist mehr als bitter.
Marko: „Verstappen war zu diesem Zeitpunkt schneller.Marko: „Verstappen war zu diesem Zeitpunkt schneller."
Marko : „Zwei Doppelausfälle in drei Rennen sind zuviel.Marko : „Zwei Doppelausfälle in drei Rennen sind zuviel."
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