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DTM-ROOKIE SIEGT MIT BMW

So tickt Spa-Sieger Philipp Eng

Philipp Eng im Höhenflug: Der beste Rookie der DTM siegt "im Nebenjob" beim 24-Stunden-Klassiker in Spa. Was man über den BMW-Star aus Salzburg wissen sollte. Etwa, dass er auch in zwei anderen Sportarten nahezu auf Profi-Niveau ist.

Beim 24-Stunden Rennen von Spa-Francorchamps gingen 221 Fahrer in 63 Autos an den Start. Insgesamt 13 Marken waren bei der 70. Auflage des Ardennen-Marathons vertreten, der als größtes und wichtigstes GT3-Event der Welt gilt.

Und er hat es schon wieder getan: Zum zweiten Mal nach 2016 gewinnt Philipp Eng den 24-Stunden-Klassiker in Spa, auf der vielleicht fahrerisch anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt! Dieses Rennen zählt zur Blancpain-Series und hat nichts mit der DTM zu tun - außer, dass zwei der drei Siegfahrer DTM-Erfahrung haben.

Und wieder war der Salzburger der absolute Überflieger im Team, der den  BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motorsport zum Sieg führte, quasi als "Team-Kapitän" gemeinsam mit seinem beiden Kollegen Tom Blomqvist und Christian Krognes.
Ein weiterer Höhepunkt in der Karriere des 28-jährigen.

Hier die wichtigsten Facts zu seiner Karriere:

Philipp war Teil des legendären Red-Bull-Junior-Teams.
Als kleiner Bub hatte er bei einem Familienausflug über die bayrische Grenze seine erste Kartbahn entdeckt - und er verfiel dem vierrädrigen "Spielzeugen" sofort. Binnen weniger Jahre hatte er zahlreiche Erfolge (und einen spektakulären Überschlag) im Kart, in der Folge wurde er als einer der ersten und als der damals Jüngste in das Red Bull Junior Team aufgenommen. Mit ihm im Kader: Sebastian Vettel, Christian Klien oder Sebastien Buemi.

Am Tag nach seinem größten Triumph flog er aus dem Nachwuchsprogramm.
In seinen ersten Jahren im Formel-Sport hatte er eine wilde Achterbahnfahrt zwischen Drama und Triumph. Und dann verdichtete sich alles an einem einzigen Wochenende: Obwohl er das Weltfinale der Formel BMW gewann (u.a. gegen spätere Stars wie Esteban Gutierrez oder Marco Wittmann) wurde er unmittelbar aus dem Red-Bull-Nachwuchsprogramm eliminiert. Mangels Perspektiven und wegen zu wenig Konstanz.

Eng stand vor dem Nichts - und kämpfte sich wieder zurück.
Er fuhr Formel 3, in eher unterfinanzierten Teams, dann Formel 2. Er gewann in Brands Hatch 2009 sein erstes Rennen, vor Andy Soucek und Henry Surtees. Einen Tag später verunglückte Surtees, den ein Rad am Kopf traf, tödlich. 2010 hatte er dann Christian Danner als Berater und er legte so atemberaubend los, dass man wieder von der Formel 1 träumen durfte - doch in der zweiten Saisonhälfte ging überhaupt nichts mehr und wieder sahen viele das Ende seiner Karriere.

Porsche wurde für Eng zum Neuanfang.
Philipp wechselte in den GT-Sport und arbeite sich mit viel Fleiß nach oben. Am Ende war zwei Mal Meister im Carrera Cup und einmal im Supercup - eine sensationell gute Bilanz. Die Folge: BMW holte ihn als Werksfahrer.
Philipp EngPhilipp Eng
Bei BMW schlug er auf Anhieb ein.
Im Dienste der Münchner und zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt als Teil einer professionellen Rennstruktur - mit dieser Sicherheit und mit seiner mittlerweile erworbenen Reife übertraf Philipp alle Erwartungen von BMW, binnen Monaten wurde er zum absoluten Führungspiloten.
2016 gewann er zum ersten Mal die 24 Stunden von Spa, 2016 und 2017 brillierte er immer wieder im ADAC GT Masters - und dann ging kurz vor Weihnachten sein Traum in Erfüllung. Nachdem er im Auto von Timo Glock am Lausitzring brilliert hatte, beförderte BMW Eng in die "Königsklasse" des Tourenwagensports, in die DTM.

Seine erste Saison heuer in der DTM?  Bärenstark!
MIt Ausnahme des ersten Wochenendes in Hockenheim war Eng immer bei den besten BMW-Piloten. Die Bilanz der ersten Saisonhälfte: zwei Podienplatzierungen, drei Starts aus der ersten Reihe, eine Pole Position. Die Konkurrenz ist beeindruckt. Nebenbei fährt er auch ausgewählte GT-Rennen an den besten Orten: Daytona, Bathurst, Le Mans Und nun eben Spa, wo er nicht nur den ersten und den sensationellen letzten Stint fuhr.

Bücher machen Philipp stark.
Lange - vor allem in der Formel 2 - hatte Eng den Ruf, sich selbst zu viel Druck aufzubauen und an kleinen Niederlagen zu zerbrechen. Seine vielen Titel und seine Langstrecken-Erfolge zeigen aber, wie konstant er nun ist. zu tun hat das auch mit dem, was er liest: "Ich lese viele Biographen, etwa von Radrennfahrern. Da bekommt man einen Eindruck davon, wie man mit Schmerzen, mit Leiden, mit Rückschlägen umgehen kann."

Eng ist ein verkappter-Radprofi.
Die Bücher sind schon ein Hinweis - Eng ist ein exzellenter Radrennfahrer, der es wohl auch zum Profi hätte schaffen können. So aber fährt er in einem Salzburger Amateurklub. Der Sport fasziniert ihn, er kennt sich auch immer bestens aus, wenn die großen Klassiker gefahren werden.

Er kann auch simulieren.
In der Zeit, als seine Karriere einen Hänger hatte, kippte er sehr stark in den SIM-Rennsport rein, und er gewann Rennsport-Meisterschaften am Simulator, als einer der besten in Europa.

Eng fuhr auch schon Formel 1.
2008 durfte er in Mexiko einen BMW Sauber testen - Belohnung für seinen Sieg im Formel-BMW-Weltfinale.

Bald kommt er nach Österreich.
Eng, der nun am Mondsee lebt, wird mit der DTM vom 21. bis zum 23. September in Spielberg am Red Bull Ring gastieren. Angesichts der tollen Leistungen von Philipp und seinem Landsmann Lucas Auer heuer ein absoluter Pflichttermin für Rennsport-Fans aus ganz Österreich...
Die Sieger:  Christian Krognes, Tom Blomqvist, Philipp Eng (BMW Team Walkenhorst)Die Sieger: Christian Krognes, Tom Blomqvist, Philipp Eng (BMW Team Walkenhorst)
Die 34 brachte der DTM-Nummer Die 34 brachte der DTM-Nummer "25" Glück.
Mann des Rennens: Philipp EngMann des Rennens: Philipp Eng
In der DTM zeigt er heuer immer wieder seine Klasse - etwa hier am Lausitzring.In der DTM zeigt er heuer immer wieder seine Klasse - etwa hier am Lausitzring.
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