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SPIELBERG: ALLE PILOTEN IM CHECK (2)

Österreicher sollten Perez anfeuern

F1-Insider Gerald Enzinger verrät, wie es den 20 Piloten for dem Grand Prix von Österreich geht. Warum die Österreicher besonders Perez die Daumen drücken sollten, wer als schwächster Fahrer im Feld gilt und wer die flapsigsten Sprüche macht. Teil zwei des Fahrer-Checks: Startnummern 9 bis 19.

9 Marcus Ericsson (Sauber) WM: 19. / 0 Punkte


Der Schwede hat eine zweifelhafte Ehre: Er gilt als der schwächste Fahrer im Feld 2017, „bedrängt“ höchstens von Renault-Pilot Joylon Palmer. Doch Marcus (bald 27 Jahre alt, 64 GP, 9 Punkte) sitzt so fest im Sattel wie kaum ein anderer Pilot – sind doch seine Investoren (rund um Tetra Pak) auch die (neuen) Eigentümer von Sauber. Was seit Monaten das Gerücht köcheln lässt, dass er teamintern gegenüber Pascal Wehrlein bevorzugt werden soll. Wie auch immer: Nach Punkten steht es 0:5, in der Qualifying-Bilanz 1:5 für Wehrlein und gegen den blonden Skandinavier, über den Ex-Sauber-Chefin Monisha Kaltenborn noch kürzlich sagte: „Er kann Grand Prix gewinnen.“ Dr. Helmut Marko sieht es anders, er sieht Ericsson in der „Autorevue“ als Beispiel für einen schlechten Piloten, der von den Auslaufzonen profitiert: „Müsste man auf einen Zentimeter an eine Leitschiene ranfahren, verliert ein Ericsson in der Kurve nicht mehr ein Zehntel, sondern fünf.“

Der Schwede hat eine zweifelhafte Ehre: Er gilt als der schwächste Fahrer im Feld 2017.Der Schwede hat eine zweifelhafte Ehre: Er gilt als der schwächste Fahrer im Feld 2017.

11 Sergio Perez (Force India) WM: 7. / 44 Punkte


„Tequila Ferdl“ nennt ihn Alex Wurz, „Checo“ sagt der Rest der Welt. Nach Spielberg kommt der Mexikaner, der vor seinem ersten Formel-1-Jahr lange und intensiv in den Tiroler Bergen trainiert hatte, ein bissl grantig. Gab es doch zuletzt zwei Mal Machtkämpfe mit seinem jungen Teamkollegen Esteban Ocon, die in Baku gar mit einem Crash und einer Nulnummer endeten. Dabei hat sich Perez längst vom vermeintlichen Paydriver zu einem Kandidaten für ein Top-Team hochgefahren: Er ist blitzschnell (7:1 im Quali-Duell gegen Supertalent Ocon), unglaublich konstant beim Punktesammeln – und immer für Podestränge gut, wenn es was zu erben gibt. Ein Reifenflüsterer, der auch (wieder) bei Ferrari auf der Einkaufsliste steht. Österreichische Fans sollten ihm die Daumen drücken: Je schneller Perez und/oder Ocon der Sprung nach noch weiter oben gelingt, desto eher wäre bald ein Platz für Lucas Auer bei Force India frei.

Österreichische Fans sollten ihm die Daumen drücken: Je schneller Perez der Sprung nach noch weiter oben gelingt, desto eher wäre ein Platz für Lucas Auer bei Force India frei.Österreichische Fans sollten ihm die Daumen drücken: Je schneller Perez der Sprung nach noch weiter oben gelingt, desto eher wäre ein Platz für Lucas Auer bei Force India frei.

14 Fernando Alonso (McLaren) WM: 17. / 2 Punkte


Stirling Moss ging als der „berühmteste Nichtweltmeister“ in die Formel-1-Geschichte ein – Fernando könnte der „grantigste Doppelweltmeister“ werden. Seit zehn Jahren war so gut wie jeder seiner Karriere-Entscheidungen falsch. Obwohl als Rennfahrer sagenhaft gut & schnell, ist er seit 2013 ohne Sieg – damals fuhr Max Verstappen noch Kart. Mit seinem ewigen Pech ist Alonso längst Kult geworden, und sein Ausfall (nach Führung) beim Indy 500 war typisch. Für 2018 sucht er dringend ein neues Team, doch seine trotzigen Funksprüche sind bei Fans populärer als bei den Vorständen von Weltkonzernen. Und so wird es schwierig: Red Bull braucht und will ihn nicht, Mercedes hat er 2007 im Spionage-Skandal wohl für immer verärgert und bei Ferrari hat er verbrannte Erde hinterlassen. Dabei ist er immer noch grandios – wie man auch am 6:0 im Stallduell gegen den einst hochgelobten Vandoorne sieht.

Alonso ist immer noch grandios – wie man auch am 6:0 im Stallduell gegen den einst hochgelobten Vandoorne sieht.Alonso ist immer noch grandios – wie man auch am 6:0 im Stallduell gegen den einst hochgelobten Vandoorne sieht.

18 Lance Stroll (Williams) WM: 12. / 17 Punkte


Der Mann der Stunde – oder besser gesagt „Der Bursche der Stunde“. Der erst 18-jährige ist in Baku auf das Podium gerast, davor hat er daheim in Montreal die ersten Punkte geholt. Und das nach einem verpatzten Saisonstart mit vielen Fehlern und noch mehr mehr Spott: Doch der Milliardärsspross aus Kanada, der mit mehr Geld als je ein Mensch zuvor zum Formel-1-Piloten ausgebildet wurde, hat nicht durch Zufall im vergangenen Jahr die Formel 3 EM gewonnen, sondern weil er Talent hat. Man kann gespannt sein, wie weit er es mit dieser einzigartigen Förderung wirklich bringen kann.

Der Mann der Stunde – oder besser gesagt „Der Bursche der Stunde“.Der Mann der Stunde – oder besser gesagt „Der Bursche der Stunde“.

19 Felipe Massa (Williams) WM: 10. / 20 Punkte


Tränen, Pathos, Emotionen – der Abschied von Felipe Massa aus der Formel 1 ging allen ans Herz. Doch gleich danach war er wieder da! Rosbergs Rücktritt beförderte Bottas zu Mercedes und Williams brauchte neben Stroll einen Routinier. Prompt ist Massa wieder da und oft auch sehr schnell. Jeder würde es dem Brasilianer gönnen, noch einmal ein Rennen zu gewinnen. Denn sein letzter Sieg war zugleich der schlimmste Tag seiner Karriere: 2008 in Sao Paulo, als er gewann und sich für Sekunden als Weltmeister fühlte – eher hinter ihm Hamilton doch noch Timo Glock überholte und Champion wurde. Hier in Spielberg war Williams zuletzt oft stark.

Massas letzter Sieg war zugleich der schlimmste Tag seiner Karriere.Massas letzter Sieg war zugleich der schlimmste Tag seiner Karriere.
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