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ERSTER TEST: RENAULT KADJAR (2019)

An sich eine gute Partie, will es aber noch besser machen

Der Kadjar hat sich in der Kompakt-SUV-Liga um den Komfort verdient gemacht und zählt auch optisch zu den gelungensten seiner Art. Die große Zahl der Nebenbuhler setzt den Franzosen trotzdem unter Druck – er reagiert mit einem Update. Die neue Version im ersten Test.
Wie ist die Ausgangsposition?
Gut. Renault ist mit dem ersten Koleos zwar etwas unglücklich in das SUV-Segment gestartet, aber der zweite Koleos (ab 2017) und der Kadjar (ab 2015) haben alles besser gemacht. 450.000 Kadjar-Kaufverträge in nur drei Jahren bilden heute eine Säule des gegenwärtigen Renault-Erfolgs.
Allerdings ist auch der Konkurrenzdruck nirgends größer als bei den Kompakt-SUV, rund 40 Nebenbuhler tummeln sich bereits in dieser Klasse.
 
Der Kadjar wehrt sich mit einem Update. Wie legt er es an?
Als grundsätzlich gute Partie – fesches Design, hoher Komfort – braucht sich der Franzose natürlich nicht in Frage stellen. Aber er versucht es im Detail noch besser zu machen, was in Summe dann schon was ausmacht.
 
Beginnen wir beim berühmten Facelifting. Hat es sich auszahlt?
Ja. Der schwungvoll gezeichnete Kadjar ist ja grundsätzlich eines der optisch gelungensten Kompakt-SUV – durch die markante Front hat er starke Präsenz, kommt fast schon wie ein Großer daher. Aber auch die Designentwicklung geht schnell, man muss ständig was tun, um wie neu auszusehen.
Renault hat daher den chromgeschmückten Kühlergrill etwas breiter gemacht, den unteren Lufteinlass trapezförmig ausgeführt und die Nebelscheinwerfer mit eckigen Chromfassungen versehen. Am Heck ist der untere Teil ebenfalls ganz neu und durch das Chrom nobler gestaltet. Beim Licht wurde auch im Detail modernisiert: Vorne sind die Blinker in die C-förmigen LED-Tagfahrlichter integriert, was an der Kreuzung sehr auffällig ist. Auch für die Nebelscheinwerfer, die hinteren Blinker, die Rückfahrscheinwerfer und die Nebelschlussleuchten setzt Renault künftig LEDs ein.
Dazu kommen neue Felgen in den Größen 17- bis 19-Zoll, sowie neue Lackierungen, wobei besonders die stilvolle dunkelgrüne Farbmischung heraussticht, weil sie Seltenheitswert hat.
Kompakte Abmessungem, kommt aber wie ein Großer daher: Starke Präsenz durch die markante Front.Kompakte Abmessungem, kommt aber wie ein Großer daher: Starke Präsenz durch die markante Front.
Spektakulär: Blinker in das Tagfahrlicht integriert.Spektakulär: Blinker in das Tagfahrlicht integriert.
LED-Nebelscheinwerfer mit Chromeinfassung.LED-Nebelscheinwerfer mit Chromeinfassung.
Neue Felgedesigns. Hier in Größe 19-Zoll.Neue Felgedesigns. Hier in Größe 19-Zoll.
Was wurde Innen gemacht?
Die Mittelkonsole ist neu: Weniger Tasten, glatte Oberfläche mit nahtlos integriertem Touchscreen, im unteren Bereich schicke Temperaturregler im Stil von Jaguar. Dass der Lautstärkenregler nun wie so oft in den Bildschirm integriert ist, macht zumindest dem Fahrer keine Sorgen, weil die Franzosen nach wie vor eine der besten Lenkradfernbedienungen fürs Audiosystem (das optional auch von Bose kommt) haben. Die bisher schon gute Qualitätsanmutung wurde mit mehr Chromschmuck hoch gehalten.
Für die Sitze werden weichere Schaumstoffe verwendet, zudem kann man die Sitzfläche durch Ausziehen verlängern – beides fiel beim ersten Test sehr angenehm auf. Bei den Sitzbezügen sticht die neue Leder-Alcantara-Variante mit Steppmuster und roten Ziernähten heraus – sie hat Premium-Qualität. Wirklich tadeln muss man im Innenraum nur den zu großen Gangwahlhebel der Automatikvariante.

Mehrere Motoren wurden überarbeitet. Wie waren die ersten Fahreindrücke? Wie gut ist der Kadjar insgesamt unterwegs?
Unter den vielen, vielen Kompakt-SUV gehört der Kadjar zu jenen, die sich besonders um den Komfort verdient machen. Wir mögen das sehr: Das Fahrwerk filtert Unebenheiten gekonnt, der Kadjar bleibt auch auf schlechteren Straßen recht ruhig und gelassen. Um Wind- und Abrollgeräusch hat man sich ebenfalls gekümmert.
Zur komfortorientierten Auslegung passen die Benzinmotoren, die in Zusammenarbeit mit Daimler entstehen und nun neu aufgelegt wurden: Die zwei Vierzylinder-Turbo-Direkteinspritzer mit 140 und 159 PS wurden von 1,2- auf 1,3-Liter-Hubraum erweitert und haben ein deutlich breiteres Drehmomentplateau. In der Praxis bedeutet das: Sie fühlen sich wie deutlich größere Motoren an, weil sie aus fast allen Drehzahlbereichen gut ansprechen und konstant beschleunigen. Beide Motoren sind wirklich durchzugsstark und dabei laufruhig, also hervorragend gelungen. Wir haben den TCe 140 mit Schaltgetriebe probiert und den TCe 160 mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. In beide Varianten ist die Abstimmung gut gelungen, wir würden persönlich die automatisierte Version vorziehen, weil sie den entspannten Charakter des Autos schöner abrundet. Beide Benziner haben übrigens Partikelfilter und sind dadurch vorbildlich sauber.
Die bekannt leisen Dieselmotoren von Renault haben wiederum SCR-Katalysatoren zur Verringerung der Stickoxid-Emissionen, sie sind nun wie die Benziner nach 6d-TEMP zertifiziert, erfüllen also den höchstmöglichen Standard. Gleichzeitig wurden beide Selbstzünder leistungsgesteigert, die Einstiegsvariante auf 115 PS (statt 110), die stärkere Version spürbarer, auf nun 150 PS (statt 130).
Mittelkonsole neu: Weniger Tasten, glatte Oberfläche mit nahtlos integriertem Screen, edle Temperaturregler.Mittelkonsole neu: Weniger Tasten, glatte Oberfläche mit nahtlos integriertem Screen, edle Temperaturregler.
Nicht alltäglich: Beifahrersitz umklappbar.Nicht alltäglich: Beifahrersitz umklappbar.
Fondlehnen aus dem Kofferraum entriegelbar.Fondlehnen aus dem Kofferraum entriegelbar.
Türablage nimmt 1,5-Liter-Flaschen auf.Türablage nimmt 1,5-Liter-Flaschen auf.
Gute Aussichten für den Kadjar: Renault schärft die Optik nach und bringt neue, saubere Motoren.Gute Aussichten für den Kadjar: Renault schärft die Optik nach und bringt neue, saubere Motoren.

Was sollte man noch über den Kadjar wissen?
Dass es ihn mit Fronantrieb und als Allradversion inklusive 50:50-Lock-Funktion gibt, also auch offroad ein bisschen was drinnen ist. Bei der 4x4-Variante sind der 150-PS-Diesel und das Schaltgetriebe allerdings fix dazu kombiniert.
Dass rund zehn Assistenzsysteme für höchsten Sicherheitsstandard sorgen.
Dass klassenübliche 472 bis 1478 Liter Ladevolumen zur Verfügung stehen, sowie mit dem umklappbaren Beifahrersitz eine nicht alltägliche Funktion, die 2,56 Meter Laderaumlänge entstehen lässt.
 
Wann geht es los? Gibt es schon Preise?
Österreich-Start im Februar 2019. Preislich geht es bei 22.890 Euro für die Variante mit dem neuen, modernen 140-PS-Benziner, Fronatantrieb und Schaltgetriebe los, wobei diverse Aktionen den Einstiegspreis aktuell in die 19.000-Euro-Region drücken – beachtlich! Am oberen Ende steht die edle „Black Edition“ mit 35.390 Euro. Noch nicht bekannt: die Preise für den starken Diesel und die 4x4-Versionen.

Das Fazit: Wie ist das Auto insgesamt zu beurteilen?
Der Kadjar ist optisch besonders gut gelungen und hat eine super Präsenz auf der Straße – das aktuelle Design-Update ist nicht riesig, sichert aber diese Position im starken Konkurrenzumfeld ab. So kann der Kadjar auch nach drei Jahren wie neu aussehen.
Innen setzt Renault die richtigen, wichtigen Schritte – neue Mittelkonsole und Sitzbezüge mit Premium-Standard als Option. Die zwei neuen Benzinmotoren überzeugen mit Laufruhe und Durchzugskraft vom Fleck weg, damit passen sie gut zum entspannten Charakter des Autos. Verbrauchsseitig unauffällig und preislich interessant werden sie den Dieselvarianten starke Konkurrenz machen. So stehen dem Kadjar drei weitere gute Jahre bevor, das ist klar.

Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Renault macht gute Arbeit im Detail. Der Kadjar stärkt seine große Stärke, das Design. Auch Innen setzt er richtige, wichtige Schritte. Die neuen Benzinmotoren überzeugen und runden den komfortablen Charakter sauber ab”.Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Renault macht gute Arbeit im Detail. Der Kadjar stärkt seine große Stärke, das Design. Auch Innen setzt er richtige, wichtige Schritte. Die neuen Benzinmotoren überzeugen und runden den komfortablen Charakter sauber ab”.

DATEN & FAKTEN

Renault Kadjar (2019)

Preis

Ab 22.890 Euro (140-PS-Benziner, Fronatantrieb, Schaltgetriebe). Aktionen drücken den Einstiegspreis aktuell in die 19.000-Euro-Region. Am oberen Ende der Preisliste steht die „Black Edition“ mit 35.390 Euro. Preise für den starken Diesel und die 4x4-Versionen folgen. Österreich-Start im Februar 2019.

Antrieb

• 1,3-Liter-Turbobenziner TCe 140 PF mit 103 kW/140 PS und 6-Gang-Schaltgetriebe
• 1,3-Liter-Turbobenziner TCe 140 EDC PF mit 103 kW/140 PS und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe EDC
• 1,3-Liter-Turbobenziner TCe 160 PF mit 117 kW/159 PS und 6-Gang-Schaltgetriebe
• 1,3-Liter-Turbobenziner TCe 160 EDC PF mit 117 kW/159 PS und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe EDC
• 1,5-Liter-Turbodiesel Blue dCi 115 mit 85 kW/116 PS und 6-Gang-Schaltgetriebe
• 1,5-Liter-Turbodiesel Blue dCi 115 EDC mit 85 kW/116 PS und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe EDC
• 1,7-Liter-Turbodiesel Blue dCi 150 mit 110 kW/150 PS und 6-Gang-Schaltgetriebe (folgt später, auch mit Allradantrieb)

Normverbrauch je nach Variante 4,3 bis 6,1 Liter. Benzinmotoren mit Partikelfilter, Dieselaggregat mit SCR-Katalysator. Alle Motorisierungen erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-Temp

Abmessungen

Länge 4,49 m, Breite 1,87 m, Höhe 1,61 m. Radstand 2,65 m. Ladevolumen 472 – 1.476 Liter.

Gewicht

Gewicht 1.442 bis 1.531 kg.
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