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NEWS: RENAULT ALPINE

NEWS: RENAULT ALPINE

Soll man die Katze im Sack kaufen?

Ganz schöne Chuzpe: Renault öffnet ab sofort die Bestellmöglichkeit für die neue Alpine. Preis, finales Design und technische Daten sind aber noch völlig offen. Wir fassen zusammen, was bereits bekannt ist und was man erwarten darf.
Die neue Alpine geistert schon länger durch die Medien. Was ist jetzt passiert?
Es wird ernst: Ab sofort kann man die neue Alpine in einigen europäischen Ländern bestellen – Österreich zählt auch dazu. Das geschieht online auf www.alpinecars.com. Dort kann man eines von 1955 Stück (das Gründungsjahr von Alpine) der „Première Edition“ in Alpine-Blau, Schwarz oder Weiß reservieren, wofür eine Anzahlung von 2000 Euro notwendig ist.

Was bekommt man dafür?
Die Katze im Sack. Die hübschen Autos auf unseren Fotos sind der im Frühjahr 2016 präsentierte „Renault Alpine Vision“. Man kann zwar davon ausgehen, dass rund 80 Prozent des Designs im Serienauto wiederzufinden sind, Garantie gibt’s dafür aber keine. Auch über die Technik weiß man wenig: Dass der Sportwagen einen Vierzylinder-Turbo hinter den Fahrersitzen haben wird, ist mittlerweile fix. Mit konkreteren Angaben hält man sich zurück. Gerüchteweise soll es ein 1,8-Turbo mit Leistungswerten von rund 300 PS sein. Das würde auch zur versprochnenen Perfomance passen: Die neue Alpine soll dank Leichtbau in 4,5 Sekunden auf 100 beschleunigen.

Gegen welche Autos tritt man da an?
Ein unmittelbarer Gegner ist der Alfa 4C: Auch er setzt auf Mittelmotor, Vierzylinder-Turbo, Leichtbau und Exklusivität. Im weiteren Umfeld trifft man auf den Lotus Exige oder – weniger exotisch – Audi TT und Porsche Cayman.
Renault Alpine: Offizielle Erlkönigfotos, ziemlich kryptisch – das Design der Alpine Vision scheint aber nicht mehr arg verändert worden zu sein.Renault Alpine: Offizielle Erlkönigfotos, ziemlich kryptisch – das Design der Alpine Vision scheint aber nicht mehr arg verändert worden zu sein.
Renault Alpine im Erlkönigdress.Renault Alpine im Erlkönigdress.
Was wird die Alpine kosten?
Nicht einmal in Frankreich ist der Preis bereits fixiert. Dort hat Renault zumindest ein Kostenfenster von 55.000 bis 60.000 Euro veranschlagt. Mit der österreichischen Steuerlast (NoVA ...) kann man wohl auf 60.000 bis 65.000 Euro tippen. 

Ist wenigstens klar, wann man das Auto bekommt?
Die finalen Daten und Bilder sollen im ersten Quartal 2017 gezeigt werden, die ersten Auslieferungen Ende 2017 stattfinden. Wir würden aber auch darauf nicht vertrauen. Noch im Frühjahr 2016 hieß es, das Auto werde Ende 2016 präsentiert und komme noch vor dem Sommer 2017 auf den Markt. Jetzt hat man allein in der kurzen Zeit wieder ein halbes Jahr Verspätung aufgerissen. 

Warum kann sich Renault mit den Alpine-Kunden solche Sperenzchen erlauben?
Das liegt am Kultstatus von Alpine. Mit spektakulären Motorsporterfolgen und avantgardistischen Serien-Sportwagen hat die Marke aus der Normandie eine mythische Aura aufgebaut, die es nun erlaubt, die Kunden hinzuhalten und ein Auto „blind“ zu verkaufen. Auch nicht schlecht.

Auto Bildergalerie: Renault Alpine Vision

 
Alpine: vom Renn- zum Kultauto
Die Geschichte eines Idealisten
Renault Alpine: Gründer Jean Rédélé.Renault Alpine: Gründer Jean Rédélé.
Die Marke Alpine wurde 1955 von Jean Rédélé gegründet. Der Franzose aus Dieppe (Normandie) war Sohn eines Renault-Händlers und übernahm nach dem Zweiten Weltkrieg die Werkstatt des Vaters – daher auch das Naheverhältnis zu Renault. Rédélé fuhr außerdem recht erfolgreich Rennen, nahm sogar zwei Mal an den 24 Stunden von Le Mans teil und begann, seine Rennfahrzeuge selbst zu modifizieren – und bald auch damit eigene Rennautos zu bauen. So gründete er seine eigene Marke „Alpine“.
Befeuert wurde der Verkauf seiner Straßenmodelle natürlich durch die Rennerfolge, von denen Alpine reichlich vorzuweisen hatte. In den Heydays der Rennsport-Mania in den 1960er- und 70er-Jahre fuhr Alpine auf Rundstrecken und Rallyes – und gewann überall. Größes Highlight ist zweifellos der Rallye-WM-Titel im Jahr 1973. Spätestens danach war die Marke im Olymp der automobilen Allzeitgrößen angekommen.
Alpine A110: Kultmodell, nicht nur im Rallyesport.Alpine A110: Kultmodell, nicht nur im Rallyesport.
Renault Alpine A110: Vorbild für die Neuauflage, die ab Ende 2017 ausgeliefert werden soll.Renault Alpine A110: Vorbild für die Neuauflage, die ab Ende 2017 ausgeliefert werden soll.
Die großen Motorsporterfolge konnten aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Alpine bei Straßenautos eher bescheidene Abnehmerzahlen aufzuweisen hatte. In Summe wurden bis 1995 gerade etwas mehr als 30.000 Stück gebaut und verkauft. Auch deshalb übernahm Renault beginnend mit Anfang der Siebzigerjahre stückweise die Marke Alpine, parallel zog sich Jean Rédélé aus der Produktion zurück und widmete sich wieder mehr seinen Händlerbetrieben. 1995 wurde die Fertigung der bislang letzten Straßen-Alpine eingestellt, Rédélé starb 2007 im Alter von 85 Jahren. Die Renaissance seiner Marke konnte er damit nicht mehr erleben.
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