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TEST: LEON CUPRA R

Sport ist kein Hobby

Beim Test auf der Rennstrecke zeigt der bisher stärkste Cupra, dass er ein echter Leistungssportler ist. Im Alltag stellt er sich trotzdem nicht ungeschickt an.
Seat hat seine Sportabteilung kürzlich zur eigenständigen Automarke gemacht – was heißt das?
Seat hat entschieden, dass seine Sportler künftig unter einer eigenständigen Marke auftreten werden: Die Modelle bekommen ein eigenes Logo und werden sich auch in Design und Technik deutlicher unterscheiden. Der getestete Leon Cupra R fährt in der Überganszeit noch unter dem Seat-Logo, aber bereits mit Cupra-Design und –Features der neuen Generation. Beim nächsten Modell wird dann nur noch das Cupra-Logo zu sehen sein: in den Startlöchern steht der 300 PS starke Ateca Cupra, der ab Herbst das erste kompakte Power-SUV am Markt sein wird.
Der neue Cupra-Stil: Mattgraue Lackierung, Kupferdetails.Der neue Cupra-Stil: Mattgraue Lackierung, Kupferdetails.
Das Design des Leon Cupra R zeigt die neue Designrichtung der Marke und ist ein wahrer Hingucker – was macht Cupra anders als die Konkurrenz?
Die kupferfarbenen Elemente sind eine ganz neue Stilrichtung, speziell die wunderschön ausgeführten Felgen machen richtig Eindruck! Auch die mattgraue Lackierung hat Seltenheitswert. Solche Spezialitäten sind sonst eher unter deutlich teureren Sportwagen verbreitet. Dazu kommt eine bis ins Detail konsequente und hochwertige Umsetzung des sportlichen Designs: In Anlehnung an den Tourenwagen Cup Racer aus der WTCR-Serie wurden die Radhäuser verbreitert und die Aerodynamik-Anbauteile sind aus echtem Carbon (Lieferant ist Koenigsegg). Damit ist der Leon Cupra R deutlich auffälliger als ein normaler Leon Cupra, aber weniger auffällig als die beflügelte Konkurrenz.
Wurde auch technisch nachgeschärft?
Ja, im Vergleich zum Leon Cupra legen die Spanier beim Cupra R überall nach: Breitere Spur, mehr Sturz, direktere Lenkung. Vorne sind Brembo-Bremsen mit größeren Scheiben serienmäßig, auf den 19-Zoll-Felgen wurden ContiSportContact-Niederquerschnittreifen montiert. Aus dem Zweiliter-Vierzylinder-Turbmotor hat die Cupra-Truppe 10 Pferdchen mehr als bisher rausgeholt – 310 PS sind der höchste Wert, der im Hause Seat bisher aufgerufen wurde. Die Abgasanlage wurde modifiziert, die Adaptive Fahrwerksregelung hat einen noch härteren Modus, das Sperrdifferenzial kann 100 Prozent Drehmoment auf nur ein Rad übertragen.
 
Gibt es im Innenraum exklusive Cupra-R-Anpassungen?
Einige Designelemente sind neu, für Sportler am wichtigsten und schönsten sind aber die Alcantara-Bezüge für Lenkrad und Schaltknauf.

Wie fühlt sich der Cupra R auf der Rennstrecke an? Wie viel Sportwagenfeeling bringt er rüber?
Das volle Programm. Der Cupra R zeigt beim Tracktest, dass er Sport nicht als Hobby versteht, sondern ein echter Leistungssportler ist.
Es entwickelt sich sogleich ein harmonisches Zusammenspiel Lenkung-Getriebe-Bremse: Alcantara macht Lenkrad und Schaltknauf wunderbar griffig. Zackig ausgeführte Lenkbefehle, kurze Schalt- und fein dosierte Bremswege wechseln sich rhythmisch ab.
Das exakte Handling und die hohe Stabilität in schnellen Kurven geben dem Fahrer schnell die Sicherheit, an die Grenzen zu gehen. Der Spaßfaktor ist hoch, die Kurvengeschwindigkeiten sind beeindruckend. Man bewegt sich auf Sportwagen-Niveau.
Weil auf der Teststrecke Reifen und Asphalt gut harmoniert haben, war die Traktion für einen Fronttriebler sensationell. Kein Zerren an der Lenkung, kein starkes Untersteuern – stattdessen massiver Drang nach vorne. Nur in engen Kehren muss man Traktionsverluste verhindern, indem man das Gas vorsichtiger dosiert und aktiv das Ziel verfolgt, den Leon Cupra R ein wenig über die Räder rutschen zu lassen.
Exakte Handling und hohe Stabilität in schnellen Kurven geben dem Fahrer schnell Sicherheit. Man bewegt sich auf Sportwagen-Niveau.Exakte Handling und hohe Stabilität in schnellen Kurven geben dem Fahrer schnell Sicherheit. Man bewegt sich auf Sportwagen-Niveau.
Die Konkurrenz von Ford und Honda stimmt ihre Kompaktklasse-Sportler ziemlich radikal ab – wie stellt sich denn der Cupra R im Alltag an?
Nicht ungeschickt.
Das liegt zum einen an hochwertiger Technik wie dem adaptiven Fahrwerk, dem im Alltag durchaus sparsamen Motor und der guten Geräuschdämmung für Langstrecken (Seat baut inzwischen so hochwertige Autos wie VW und, ja, eigentlich auch Audi).
Zum anderen liegt es am richtigen Maß und Ziel: Bestes Beispiel sind die Sitze, die hervorragenden Seitenhalt bieten, aber auch noch genug Polsterung für längere Strecken haben.
 
Ist der Cupra R ein guter Kauf?
Theoretisch ja, trotz des deftigen Einstiegspreises von 49.650 Euro. Praktisch muss man sich am Sekundärmarkt umschauen, denn die Cupra R aus dieser Serie sind inzwischen ausverkauft. Alternative: man rüstet einen normalen Cupra R, den es ab 40.290 Euro gibt, über die Extraliste und das Zubehör ordentlich hoch, das kann auch Spaß machen.
Beim Tracktest war die Traktion für einen Frontriebler sensationell. In engen Kehren kann man den Cupra R etwas rutschen lassen.Beim Tracktest war die Traktion für einen Frontriebler sensationell. In engen Kehren kann man den Cupra R etwas rutschen lassen.
Wie es weitergeht: Seat hat entschieden, dass seine Sportler künftig unter einer eigenständigen Marke auftreten werden. Beim nächsten Modell wird folglich nur noch das Cupra-Logo zu sehen sein: in den Startlöchern steht der 300 PS starke Ateca Cupra, der ab Herbst das erste kompakte Power-SUV am Markt sein wird.Wie es weitergeht: Seat hat entschieden, dass seine Sportler künftig unter einer eigenständigen Marke auftreten werden. Beim nächsten Modell wird folglich nur noch das Cupra-Logo zu sehen sein: in den Startlöchern steht der 300 PS starke Ateca Cupra, der ab Herbst das erste kompakte Power-SUV am Markt sein wird.
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