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INTENSIVTEST: SUZUKI VITARA 1,4 ALLGRIP

Von der lustigen Sorte

Das kommt raus, wenn man an entscheidender Stelle akkurat arbeitet: Mit grandiosem Motor und geringem Gewicht dribbelt sich Suzukis kleines SUV fröhlicher durch das urbane Alltagsleben, als man es von der Klasse gewohnt ist.
Beim Vitara ist Facelift-Zeit. Was ändert sich gegenüber dem 2015er-Modell?
Die wichtigste Änderung betrifft das Motorenprogramm. Der 1,6-Liter-Saugbenziner geht ebenso in Rente wie der 1,6-Liter-Turbodiesel. Beide hatten 120 PS. Das neue Antriebsduo bilden ein aufgeladener 1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 140 PS und sein dreizylindriger 112-PS-Abkömmling. Und im Test sorgte die stärkere der beiden Vitara-Varianten nun für eine Fahrspaß-Überraschung…
 
Kleine SUVs versprechen allerhand, aber nicht unbedingt den besonderen Fahrspaß…
Stimmt, die meisten kleinformatigen SUVs fahren solide, aber unauffällig. Suzuki hat aber bei der Entwicklung an zwei entscheidenden Stellen viel rein gelegt: Es wurde viel getüftelt, um einen kleinen Turbomotor ohne große Schwachstellen hinzubekommen. Und das Gewicht wurde deutlich unter den Durschnitt reduziert. So einfach ist es (in der Theorie).
Veritable Fahrspaßüberraschung: Geringe Gewicht trifft auf einen äußerst fröhlichen Antrieb.Veritable Fahrspaßüberraschung: Geringe Gewicht trifft auf einen äußerst fröhlichen Antrieb.
Was heißt das konkret?
Der Vitara ist ein sehr leichtes Auto. Er wiegt in der Einstiegsversion 1.120 Kilo und – was noch beeindruckender ist – auch in der getesteten Version mit stärkstem Motor und Allrad nur 1.205 Kilo. Auch technisch sehr fitte Konkurrenten wie VW T-Cross (sechs Zentimeter kürzer), VW T-Roc (sechs Zentimeter länger) oder Renault Captur (fünf Zentimeter kürzer) wiegen schnell mal 100 Kilo mehr. Keine Angst, beim Crashtest gab es trotzdem fünf Sterne.
Und das geringe Gewicht trifft auf einen äußerst fröhlichen Antrieb. Der 1,4-Liter-Turbo legt schon bei rund 1500 Touren, also sehr früh, los. Andere schnarchen da noch. Noch wichtiger ist aber fast das wie: Suzuki hat sich um ein äußerst präzises Ansprechverhalten bemüht, die gerade in der Stadt so nervige Nachdenkpause des Turboladers wurde auf ein unmerkliches Maß reduziert. Der Motor reagiert schnell, auch wenn man in tiefen Drehzahlen superspontan Gas gibt, was bei kleinen Turbos sonst oft ein Killer ist. Manchmal wird man von der direkten Reaktion überrascht, das spielt sich aber gut ein, denn der Motor „reißt“ nicht ungut an, sondern reagiert schön gleichmäßig. Fühlt sich auch deutlich flotter an, als der Sprintwert von zehn Sekunden auf 100 km/h vermuten lässt.
Ein grandioser Antrieb, zumal auch der Testverbrauch mit niedrigen Siebener-Werten sehr in Ordnung war. Anmerkung: Dass Benziner etwas mehr verbrauchen als der aus der Mode kommende Diesel, daran werden wir uns gewöhnen müssen. Wir wollten es ja so. Sagen muss man aber auch, dass Benziner dafür günstiger in der Anschaffung sind und daher für Normalfahrer meistens sowieso wirtschaftlicher.
Danke für das motorische Tüfteln, Suzuki: Die gerade in der Stadt so nervige Nachdenkpause des Turboladers fällt im Vitara nicht auf.Danke für das motorische Tüfteln, Suzuki: Die gerade in der Stadt so nervige Nachdenkpause des Turboladers fällt im Vitara nicht auf.
Jetzt deutlich edler: 3D-Rücklichter.Jetzt deutlich edler: 3D-Rücklichter.
Markanter als bisher: Stolzer Grill.Markanter als bisher: Stolzer Grill.
Zweifarbenlackierung mit schwarzem Dach.Zweifarbenlackierung mit schwarzem Dach.
Guter Motor, wenig Gewicht, das heißt…
…dass man agil durch die urbanen Gegenden dribbelt. Der Vitara ist in dieser Variante ein sehr sehr fröhliches Auto, sein Fahrstil unterhaltsamer als in der Klasse üblich. Und dabei, ganz wichtig, nicht unkomfortabel (es gibt ja nichts Unnötigeres als unnötige Härte in der Stadt).
 
Was wurde beim aktuellen Facelift sonst noch geändert?
Am Design wurde leicht retuschiert. Die auffälligsten Änderungen sind der stolzere Grill, die deutlich edleren Rückleuchten und der gelb-orange Lack des Testwagens. Was trotz Lifestyle-Attributen wie der Zweifarben-Lackierung mit schwarz abgesetztem Dach auffällt, ist eine gewisse SUV-Ernsthaftigkeit im Design, wie sie zum Allradspezialisten Suzuki auch gut passt: Der Vitara steht etwas aufrechter als diverse Konkurrenten, Autos wie T-Roc, T-Cross und CX-3 sind ein wenig niedriger. Das lässt den Japaner größer wirken als er mit seinen kompakten 4,17 Metern Länge eigentlich ist.
Auch Innen hat Suzuki den Vitara ein wenig überarbeitet. Die silbernen Dekorelemente werden großzügiger eingesetzt und haben ein neues Muster, die hochwertigen Alcantara-Sitzbezüge der flash-Ausstattung haben sind im edlen Rautenmuster abgesteppt, das Armaturenbrett ist nun mit weicherem Material verkleidet.
Insgesamt ist das Innendesign bei anderen Marken sicherlich flippiger und designorientierter. Das eher konventionell gestaltete Vitara-Cockpit punktet aber mit Übersicht: Das Touchscreen-Multimedia-System ist wunderbar klar aufgebaut, das Digitaldisplay in den Armaturen ebenso.
Das Platzangebot? Für die Passagiere im Klassenschnitt, der Kofferraum ist mit 375 Litern Volumen ganz beachtlich.
Eher konventionelle Cockpit mit guter Übersicht: Das Touchscreen-Multimedia-System ist wunderbar klar aufgebaut…Eher konventionelle Cockpit mit guter Übersicht: Das Touchscreen-Multimedia-System ist wunderbar klar aufgebaut…
…und das Digitaldisplay in den Armaturen ebenso.…und das Digitaldisplay in den Armaturen ebenso.
Viel Ausstattung für's Geld: Allrad mit Fahrmodi-Wahl…Viel Ausstattung für's Geld: Allrad mit Fahrmodi-Wahl…
…und Leder-Alcantara-Sitze mit gestepptem Rautenmuster, hier in absoluter Nahaufnahme.…und Leder-Alcantara-Sitze mit gestepptem Rautenmuster, hier in absoluter Nahaufnahme.
Angenehm analog: Schicke Uhr am Armaturenbrett.Angenehm analog: Schicke Uhr am Armaturenbrett.
Silber-Dekor mit eingeprägtem Muster.Silber-Dekor mit eingeprägtem Muster.
Und wie schaut es preislich aus?
In der getesteten Variante mit 140 PS, Allrad und Vollausstattung (flash) ist man natürlich eher am oberen Ende der Vitara-Preisspanne (oben drauf gibt es nur noch die Automatik). Die 28.290 Euro sind allerdings kein schlechtes Angebot, wenn man bedenkt wie superkomplett die Ausstattung dann ist: Allrad mit verschiedenen Fahrmodi, Leder-Alcantara-Sitze, Navi, dazu viele hochmoderne Assistenten wie zum Beispiel Rückraumüberwachung, Verkehrszeichenerkennung, Totwinkel-Kamera, und einiges mehr.
 
Das Vitara-Testfazit?
Ist durch den grandiosem Motor und das niedrige Gewicht eine veritable Fahrspaßüberraschung. Relativ konventionelles Innendesign, dafür in Relation zur superkompletten Ausstattung ein sehr guter Preis.

Lesetipp: Als erstes kompakte SUV der Welt ist der Vitara übrigens soetwas wie das Orginal. Mehr über seine 30-jährige Geschichte erfahren Sie hier.
Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Der Vitara fährt fröhlicher durch das urbane Alltagsleben, als man es von der kompakten SUV-Klasse sonst gewohnt ist. Grandioser Motor und niedriges Gewicht ergeben im Zusammenspiel eine schöne Fahrspaßüberraschung. Relativ konventionelles Innendesign, dafür in Relation zur superkompletten Ausstattung ein sehr guter Preis.Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Der Vitara fährt fröhlicher durch das urbane Alltagsleben, als man es von der kompakten SUV-Klasse sonst gewohnt ist. Grandioser Motor und niedriges Gewicht ergeben im Zusammenspiel eine schöne Fahrspaßüberraschung. Relativ konventionelles Innendesign, dafür in Relation zur superkompletten Ausstattung ein sehr guter Preis.

DATEN & FAKTEN

Suzuki Vitara 1,4 DITC Allgrip flash

(März 2019)

Preis

Testwagen mit Topausstattung (flash) 28.290 Euro. Vitara-Einstiegspreis 18.990 Euro.

Antrieb

Vierzylinder-Benzinmotor mit Abgasturbolader, 1.373 ccm, 103 kW/140 PS bei 5.500 U/min, 220 Nm bei 1.500 – 4.000 U/min. Abgasnorm EURO 6dTEMP. 6-Gang-Schaltgetriebe. McPherson-Federbeine mit Schraubenfedern vorne, Verbundlenkerachse mit Schraubenfedern hinten. Allgrip- Allradantrieb.

Abmessungen

Länge 4.170 mm, Breite 1.775 mm, Höhe 1.595 mm, Radstand 2.500 mm. Kofferraumvolumen: 375 Liter (Rückbank aufgestellt), 710 Liter (Rückbank umgeklappt), 1.120 Liter (maximal).

Gewicht

Eigengewicht 1.205 kg. Höchstzulässiges Gesamtgewicht 1.730 kg, Anhängelast gebremst 1.200 kg, Anhängelast ungebremst 400 kg.

Fahrwerte

Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, 0-100 in 10,2 sec. Normverbrauch 6,1 Liter (kombiniert), C02-Emission 139 g/km.

Testverbrauch

7,1 Liter.

MOTORPROFIS WERTUNG

Fahrspass

8 Punkte

Vernunft

7 Punkte

Preis-Leistung

8 Punkte

Gesamturteil

8 Punkte
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