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PREMIERE: ASTON MARTIN VANTAGE

Mit Mercedes gegen den 911er

Der „kleine“ Aston Martin tauscht den Gentleman-Look gegen ein radikal sportliches Outfit. Das Image der Engländer ist top, aber fahrdynamisch gilt der Porsche 911 als Benchmark – das soll sich ändern, auch mit Hilfe von Mercedes.
Wo ist der Vantage in der Aston-Martin-Familie einzuordnen?
Der Vantage ist ein Angreifer für den Wochenend-Racer und mit 4,47 Metern Länge sehr kompakt. Der DB11 ist größer, gelassener, reiseaffiner.
 
Optisch scheint Aston Martin jetzt völlig neue Wege zu gehen …
Ja, der neue Vanatge ist ein radikaler Bruch mit der jüngeren Design-Vergangenheit. Während die von akkuart-eleganten Gentleman-Spotwagen geprägt war, schlüpft der neue Vantage in ein radikal sportliches Outfit und zeigt richtig Muskeln. Die Briten gehen den Schritt ganz bewusst, sie wollen in die Zukunft aufbrechen, bevor optischer Stillstand eintritt.

Wie ist das Design gelungen?
Das ist wie immer Ansichtssache. Die stark heruntergezogene Front mit kleinen Lichtern und großem Lufteinlass wird sicher für Diskussionen sorgen, Assoziationen zu Mazda MX-6 und Nissan 370Z inklusive. Auch das Heck mit integriertem Bürzel statt Spoiler und Lichterband über die gesamte Breite ergibt sicher Gesprächsstoff. Breiterer Konsens herrscht wohl zur spektakulären Seitenansicht. Um es zusammenzufassen: Wer den Gentleman-Sportler bevorzugt, wird das neue Design kritisch sehen, wer austrainierten Athleten mag, wird begeistert sein. Ein Detail fällt auch noch auf, es passt zum extrovertierteren Auftritt: Wie beim DB11 schreibt Aston Martin auch beim Vantage erstmals den Markennamen auf das Heck.
Die stark heruntergezogene Front mit kleinen Lichtern und großem Lufteinlass wird für Diskussionen sorgen.Die stark heruntergezogene Front mit kleinen Lichtern und großem Lufteinlass wird für Diskussionen sorgen.
Erklärter Gegner ist der Porsche 911. Wie wollen die Engländer dessen Fahrdynamik und Agilität zu erreichen?
Mit einem gut ausbalancierten Auto, der Motor ist hinter der Vorderachse und das Getriebe vor der Hinterachse platziert. Mit viel Grip, für den elektronisches Sperrdifferenzial und Torque-Vectoring sorgen sollen. Mit niedrigerem Gewicht, der neue Vantage ist rund 100 Kilo leichter als der Vorgänger. Und nicht zuletzt will man dem 911er auch durch die Hilfe eines prominenten Porsche-Nachbarn aus Stuttgart beikommen: Mercedes liefert den Antrieb, der Vierliter-V8-Biturbomotor aus dem AMG GT leistet 510 PS und gibt das Drehmoment von 685 Newtonmetern per Achtgangautomatik von ZF an die Hinterachse weiter. Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 3,6 Sekunden, Spitze 314 km/h.
 
Wie viel Mercedes steckt sonst noch drinnen im Vantage?
Gar nicht so wenig, die gesamte Multimedia-Anlage kommt aus Stuttgart und ist ein riesen Schritt nach vorne für Aston Martin – die multimedial bisher weit zurückliegenden Engländer sind in diesem Bereich plötzlich Spitze. Auch die Klimasteuerung wurde vom Mercedes-AMG GT übernommen.

Sind Sorgen, dass der Vanatge-Innenraum zu wenig englisch ist, berechtigt?
Das ist gar nicht der Punkt, eine größere Umstellung ist das analog zur Karosserie nun radikal sportliche Innendesign. Die extrem hochwertigen und in Gaydon handverarbeiteten Ledersorten sind natürlich unverkennbar Aston Martin.
Analog zur Karosserie nun ebenfalls radikal sportlich: das neue Vantage-Innendesign.Analog zur Karosserie nun ebenfalls radikal sportlich: das neue Vantage-Innendesign.
Wie praktisch ist der Vantage im Alltag?
Die neue Generation bietet durch die neue Plattform deutlich mehr Platz für die Passagiere, auch große Fahrer fühlen sich wohl. Auch der Kofferraum wächst um 50 Liter auf respektable 350 Liter.
 
Was bringt die Zukunft – werden weitere Vantage-Varianten folgen?
Ja, Aston-Martin-Boss Andy Palmer hat jede Menge gute Nachrichten: In der Pipeline sind eine Version mit Schaltgetriebe, weitere Leistungsstufen des V8, eine Variante mit Biturbo-V12 und natürlich der Roadster.
 
Wann geht es los und wie hoch ist der Preis?
Die ersten Vantage kommen im Mai 2018 auf die Straße. Der Wagen kostet in Deutschland 154.000 Euro, in Österreich aufgrund der zusätzlichen Nova-Besteuerung 219.275 Euro.

BILDERGALERIE: ASTON MARTIN VANTAGE V8

 
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