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KIA STINGER AUF REISEN

Auf Eroberungstour

Der Kia Stinger will in der Liga der ganz Großen mitspielen. Also zeigen wir ihm die Welt. Und besuchen Legenden. Eine schnelle Reise vom Red Bull Ring über Misano, Imola und Maranello bis nach Monza. Auf Spurensuche im Sportwagen-Paradies, in einem Auto der Moderne.
Einmal ein bisschen Goethe sein. Und eine italienische Reise wagen. In einem Wagen von Welt.

Die Grundidee dieser Sightseeing-Tour ist schnell erzählt: Kia will mit dem neuen Stinger zum Stachel in den europäischen Herrenhäusern des Automobilsbaus werden - und in der Liga der großen Jungs mitspielen.

Und so den Angriff in höhere Klassen probieren. Grund genug also, um unserem Test-Stinger mal die große Welt zu zeigen.
Und weil zum Zeitpunkt unserer Reise die Sonne scheint und das Meer und der Himmel blau sind, entscheiden wir uns auf dieser Klassen-Ausfahrt für die südliche Variante. Also nicht nach München, Ingolstadt oder Sindelfingen, sondern: ab in den Süden.

Nach Italien - ein Land, in dem die Menschen schnelle Autos ebenso schätzen wie kultiviertes Design. All das, was der Kia Stinger so verspricht. Und in eine Gegend, die nah an Österreich jede Menge Legenden des Automobilbaus hat - und viele Rennstrecken, die seit Dekaden Racer und Petrolheads in den Bann ziehen.

Wobei: wenn man in Wien Fahrt aufnimmt unter der Devise "Ab in den Süden", dann ist man schnell mal - sofern man sich bei Sebenstein für die obersteirische Routen-Variante entscheidet -  auf einer ersten Traditionsrennstrecke, noch mitten in Österreich: am Red Bull Ring in Spielberg, den Historiker auch als Österreichring bei Zeltweg definieren, oder als A1-Ring.
Obwohl es der immer gleiche Flecken Erde ist, auf dem sich seit 50 Jahren Benzinbrüder in aller Welt zur eiligen Messe treffen.

Die Steigung rauf Richtung Schönberg ist mit dem agilen Stinger gut zu nehmen, und dann hat man einen herrlichen Überblick, wie er sonst auf kaum einem anderen Circuit in Europa möglich ist. Wunderschön fließt die Linie des Wagens in die Landschaft ein, der einen Blick über das Aichfeld und hinten bis zum Zirbitz bietet und zu den Kärntner Bergen in dessen Rücken.

Das ist unser nächstes Ziel - nach Kärnten und runter über das Kanaltal Richtung Udine und weiter in das Herz des italienischen Automobilbaus. In die Emilia Romagna, die Region rund um Bologna.

Am Weg dorthin ist freilich der Moment für die erste echte Bewährungsprobe.
Kurz vor Venedig geht die Welt unter... es beginnt für gut zwei (!) Stunden in Strömen zu schütten, und die italienische Autobahn - ohnedies nicht bekannt für ihre Top-Verfassung in Sachen Bodenhaftung - verwandelt sich in Klein-Venedig.
Und weil der Stinger bei Sonnenschein einfach mehr Spaß macht, bieten wir ihm rasch einen sicheren Hafen auf einem hoffnungslos überlaufenen Streifen bei einer Pannenbucht.

So weit wir die Menschen in den anderen Autos durch den dichten Nebel und den Regen erkennen können, scheinen einige von ihnen ganz fasziniert zu uns zu schauen: der Stinger ist eine Attraktion. Selbst für die Italiener, die in Sachen Automobildesign ja doch eher in Saus und Augenschmaus aufgewachsen sind.

Die gute Stunde Regenpause kann freilich auch der nun in sich ruhende Fahrer des Stingers nutzen, um sich mit dem Innenleben vertraut machen.
Später wird er (also: ich) in seinem Testbericht auf www. motorprofis.at dazu notieren:

Der Instrumentencluster mit Analog-Instrumenten und Display in der Mitte sieht sehr gut aus. Schlicht, übersichtlich, sportlich. Schönes Komfort-Extra: Die elektrischen Sitze machen Platz beim Aussteigen und fahren beim Einsteigen in Position. Das serienmäßige Head-up-Display in der Windschutzscheibe funktioniert ohne Probleme. Das Navi hat eine großartige dreidimensionale Graphik und das Display ist sehr gut antippbar, viel funktionaler als bei manchem Konkurrenten. Wer es bei Innenräumen gerne eher schlicht und nach der Devise "weniger ist mehr" auch in dieser Klasse mag, der wird sich auf Anhieb wohl fühlen.

Trotzdem ist es ein Auto, bei dem das Fahren zu viel Freude macht, als das man noch länger im Regen sitzen bleiben möchte. So ist es gut, dass die Fahrt weiter geht - Venedig, Padua, Bologna.

Mitten hinein ins Herzstück des europäischen Rennsports:
Ferrari ist hier in der Gegend, Ducati, Toro Rosso.
Dazu Rennstrecken wie Imola, Misano, Modena oder Fiorano.
Hier hat Enzo Ferrari dirigiert, hat Niki Lauda gelenkt.
Hier ist Valentino Rossi geboren und Ayrton Senna verstorben.
Und alles dreht sich nur um das eine: um die Leidenschaft zum bewegten Leben.


Ehe es eine Woche später weiter Richtung Monza gehen wird und dann über die Alpen zurück am Salzburgring vorbei nach Wien zurück, ist genug Zeit, um diese Region des Rasens zu erkunden. Und den Kia Stinger in die Welt der großen Jungs einzuführen.

Etwa in Maranello, wo wir uns vor der Ferrari-Fabrik den eben frei gewordenen besten Parkplatz sichern und uns frech unweit des Eingangs positionieren.
Wer Hohn und Spott für unseren koreanischen Freund befürchtet, liegt falsch. Im Gegenteil: immer wieder riskieren Ferrari-Angestellte einen Blick auf unser Auto, und tatsächlich: einer zeigt mit dem Daumen nach oben, ein anderer nuschelt etwas wie "bellisimo", eher er sich in seinen Audi setzt. Ferrari fährt von den Ferrari-Mitarbeitern, die jetzt nicht gerade Vettel oder Binotto heißen, nämlich keiner. Oder sie parken ihn in einem anderen Viertel der heiligen Anlage.

Wir düsen weiter: hin Richtung Fiorano, zu Enzo Ferraris berühmten Büro im Haus Nummer 27. Ich durfte hier einmal allen Ernstes an seinem Schreibtisch Platz nehmen (zwei Jahrzehnte nach seinem Tod) und ich erinnere mich noch gut an das edle Briefpapier und an Heinz Prüllers "Grand Prix Story 1979" hinten im Kasten. Und an die Ordnung, die so gar nicht an das bei Ferrari gefürchtete Chaos erinnerte.

Diesmal aber geht es um den Kia und der parkt kurz vor der legendären Teststrecke - der Eintritt ist für unsereins leider verboten, aber man kann sich ungefähr vorstellen von wo nach wo Jean Alesi und Gerhard Berger einst den Fiat von Jean Todt geschreddert haben.

Auf der anderen Teststrecke in Modena ist schon Feierabend, als wir eintreffen.

Mehr los ist in Imola: ein Besuch beim immer üppiger werdenden Gedenkzaun für Ayrton Senna - visavis der Tamburello. Fans aus aller Herren Länder haben hier Fotos, Plakate, Zeichnungen, Blumen und Fahnen an den Zaun gebunden. Russen friedlich neben Ukrainern, viele Brasilianer, Polen, Japaner. Und so weiter. Das, was an dieser Stelle etwas weh tut: An Roland Ratzenberger (ge)denkt hier kaum einer.

Misano ist natürlich eine Reise wert, die Rennstrecke und all die Anlagen scheinen ein bisschen in den 1980er-Jahren hängen geblieben zu sein und man hat kaum eine Vorstellung davon, was hier los ist, wenn die MotoGP-Stars hier rasen und 160.000 völlig entrückte Fans kommen.
Valentino Rossis Geburtsort liegt gleich ums Eck und gilt als heiliger Boden, wie auch die Heimat von Marco Simoncelli. Ganze Häuserfassaden sind der legendären Nummer 58 - 2011 in Sepang zu Tode gestürzt - gewidmet.

Und wer, wie ich, ohne bestimmtes Ziel diese Andachtstätten wieder Richtung Adria verlässt, wird vom Kia Stinger unterstützt: das Navi in unserem Testwagen ist eines der besten, das ich je gesehen habe. Mit einem extrem übersichtlichen Display und schöner und logischer Graphik.

Diesem Navi verdanke ich dann, dass ich bei der "Fahrt ins Blaue" den für mich gerade passenden Ort finde - Gabbice Monte, hoch über Cattolica, ein Ort, den ich finde, weil das Navi ihn einladend wirken lässt. Und das einem stets Orientierungslosen wie mir einfach ein Gefühl für die Topographie gibt und Halt.

Es vergehen zwei Wochen und mehr als 2.000 Kilometer, bis ich den Stinger wieder retouniere.
Schweren Herzens. Zumal er gerade kurz vor Anbruch der Dämmerung sein schönstes Gesicht zeigt - mit seiner aufwendigen Lackierung, die eine Kamera kaum einfangen kann und vielen Facetten in seiner grauen Farbgebung.

Wir waren auf und an Rennstrecken, am Meer, in den Bergen im Dreiländereck Schweiz - Italien - Österreich, im Hügelland und in den schönsten Ecken der Steiermark. Und es hat sich immer frisch angefühlt, und es bleibt die Anerkennung, wie sehr sich das Bild von Kia gewandelt hat und das man in Regionen angekommen ist, die vor einigen Jahren für diese Marke noch unerreichbar schienen.

Auch wenn Maranello derweil noch wörtlich gemeint ist, und nicht symbolisch.


Falls Sie mehr über das Auto selbst wissen wollen – hier noch einmal der Link zum Test.

Unsere erste Haltestelle: das grandiose Panorama des Red Bull Rings im wunderschönen oberen Murtal.Unsere erste Haltestelle: das grandiose Panorama des Red Bull Rings im wunderschönen oberen Murtal.
Dieser Anblick erfreut Sportler. Besonders die Dieser Anblick erfreut Sportler. Besonders die "300"
Ein Sportwagen, in dem Marathons bequem sind.Ein Sportwagen, in dem Marathons bequem sind.
Spielberg.Spielberg.
Misano.Misano.
Imola.Imola.
Vor dem Tor der legendärem Rennstrecke in Imola, dem Autodromo Enzo e´Dino Ferrari.Vor dem Tor der legendärem Rennstrecke in Imola, dem Autodromo Enzo e´Dino Ferrari.
Hoch über Cattolica werden schön designte Sportwagen und Limousinen wie Heilige verehrt.Hoch über Cattolica werden schön designte Sportwagen und Limousinen wie Heilige verehrt.
Besuch an der kleinen Rennstrecke in Modena...Besuch an der kleinen Rennstrecke in Modena...
...und zwei Stunden davor noch der Blick aufs Meer....und zwei Stunden davor noch der Blick aufs Meer.
Fiorano. Die Teststrecke von Ferrari. Jede  rote Legende von Lauda über Berger bis Schumacher hat hier Spuren hinterlassen.Fiorano. Die Teststrecke von Ferrari. Jede rote Legende von Lauda über Berger bis Schumacher hat hier Spuren hinterlassen.
Glauben Sie nicht, die Ferrari-Leute würden da keinen Blick auf den fremden Koreaner wagen: Zu Besuch in der ikonenhaften Fabrik in Maranello..Glauben Sie nicht, die Ferrari-Leute würden da keinen Blick auf den fremden Koreaner wagen: Zu Besuch in der ikonenhaften Fabrik in Maranello..
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