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ERSTER TEST: MERCEDES E-KLASSE ALL-TERRAIN

Die beste Verbindung zweier Welten?

Nicht Fisch, nicht Fleisch? Oder doch ein Menü à la carte, das für jeden Geschmack und jede Gelegenheit das passende Gericht bereit hält? Nach der ersten Ausfahrt auf der Straße und im Gelände kennen wir die Antwort.

Ein Kombi, der auf SUV macht? Das kommt uns bekannt vor ...
Richtig, Mercedes ist diesmal kein Wegbereiter, sondern folgt bewährten Konzepten. Audi ist mit dem A6 allroad, Volvo mit dem XC70 und Subaru mit dem Outback schon seit Jahren ziemlich erfolgreich unterwegs.

Warum steigt nun auch Mercedes in diese Liga ein? Man hat ja ohnehin jede Menge SUV im Programm?
Den Plan für dieses Auto schmiedet man schon länger, nur passte die Lifestyle-Offroad-Idee nicht zum Vorgängermodell, der alten E-Klasse. Mit ihrem kantigen, kastenförmigen Heck bot sie den Designern zu wenig Sportlichkeit, schien das Konzept nicht schlüssig. Nun sieht die Sache anders aus. Außerdem sind zivile, große Business-Kombis – auch wenn die neue Generation deutlich flotter gezeichnet wurde – in vielen internationalen Märkten und für viele Kunden offenbar nicht mehr sexy genug, so gab es nun grünes Licht für den All-Terrain.

Stimmt, er sieht gut aus. Was unterscheidet ihn ganz konkret von dem normalen T-Modell der neuen E-Klasse?
Die Stoßfänger, der Kühlergrill und die Seitenschweller wurden neu und deutlich robuster gezeichnet. Darüber hinaus werden die Radhäuser durch schwarze Kunststoff-Einfassungen betont. Auch die Räder selbst wurden speziell konstruiert. Mit 19 (Serie) oder 20 Zoll (optional) und größerem Außendurchmesser bieten sie bereits 14 Millimeter mehr Bodenfreiheit.

Bevor wir zu den Offroad-Talenten kommen – was ist innen neu?
Sehr wenig. Die Ausstattung basiert auf der Avantgarde-Line, lässt sich auf Exclusive upgraden und mit vielen Extras ergänzen. Einzige Unterschiede: Die Edelstahl-Pedalerie ist schon serienmäßig, die Fußmatten besitzen All-Terrain-Logos und das Zierelement im Instrumententräger ist in „Aluminium mit Carbonschliff“ gehalten. Letzteres gibt’s wirklich nur im All-Terrain.

Mercedes E-Klasse All-Terrain: eine elegante Flucht für alle, die sich vor der Entscheidung zwischen SUV und Kombi drücken wollen.Mercedes E-Klasse All-Terrain: eine elegante Flucht für alle, die sich vor der Entscheidung zwischen SUV und Kombi drücken wollen.
Angedeuteter Unterfahrschutz, den man eher nicht mit Felsen in Kontakt bringen will. Für wilde Waldwege reicht das Offroadpaket jedoch längst aus.Angedeuteter Unterfahrschutz, den man eher nicht mit Felsen in Kontakt bringen will. Für wilde Waldwege reicht das Offroadpaket jedoch längst aus.

Bleiben wir kurz beim Thema „Offroad“: Was kann der All-Terrain hier?
Der Clou besteht in der Luftfederung Air Body Control, die hier serienmäßig an Bord ist und um den Fahrmodus „All-Terrain“ ergänzt wurde. In der Standardhöhe steht die Karosserie des Mercedes bereits 29 Millimeter höher (14 Millimeter durch die Reifen, 15 wegen der Luftfederung), im Modus „All-Terrain“ lässt sie sich um weitere 20 Millimeter anheben. Parallel dazu werden die Funktionen von ABS, ESP, Traktionskontrolle und Allradantrieb für Schlechtwege optimiert. Dieser Modus funktioniert aber nur bei Geschwindigkeiten bis 35 km/h, danach senkt sich die Karosserie automatisch wieder auf das Normalniveau ab.

Welche Offroad-Kennzahlen bietet der All-Terrain?
Ganz ordentliche: die maximale Steigfähigkeit beträgt 70%, der Hangwinkel 35 Grad, die Böschungswinkel vorne/hinten 19/18,2 Grad. Das reicht für leichtes Gelände allemal. Wir haben es übrigens selbst ausprobiert: Auf schlammigen, steinigen, steilen Waldwegen macht der All-Terrain eine wirklich souveräne Figur. Für die üblichen Strecken zur Almhütte oder auch Auffahrten bis zum Start der Sommerwanderung braucht man sich keine Gedanken zu machen – hier ist der All-Terrain eigentlich überqualifiziert.

Und auf der anderen Seite, im Straßenbetrieb? Erkauft man sich dadurch Nachteile?
Erstaunlicherweise überhaupt nicht. Die Luftfederung senkt das Auto bei 125 km/h nämlich nochmals automatisch ab, damit der Kombi satter auf der Fahrbahn liegt und dem Fahrtwind weniger Widerstand entgegen setzt. Als Ergebnis genießt man einen Fahr- und Reisekomfort, der selbst den teuersten Premium-SUV überlegen ist: geschmeidig, souverän, leise. Ein großes Kompliment müssen wir auch der Abstimmung des Luftfahrwerks machen: Üblicherweise neigen solche Fahrwerke dazu, ein wenig indifferent zu wirken, zu „schwimmen“. Das ist bei diesem Auto überhaupt nicht der Fall: Der All-Terrain gibt sich straff, wenn es gefordert ist (etwa in schnellen Wechselkurven) und sanft, wenn man Komfort erwartet.

Der Innenraum ist mit jenem des T-Modells nahezu deckungsgleich – und entsprechend opulent.Der Innenraum ist mit jenem des T-Modells nahezu deckungsgleich – und entsprechend opulent.
Laden nach Maß: dank Heckbank im Teilungsverhältnis 40:20:40 kein Problem ...Laden nach Maß: dank Heckbank im Teilungsverhältnis 40:20:40 kein Problem ...
Eine der tollsten Errungenschaften der neuen E-Klasse: Der gewaltige Bildschirm, der sich über mehr als die Hälfte des Instrumententrägers zieht. Brillante Darstellung, tolle Grafik!Eine der tollsten Errungenschaften der neuen E-Klasse: Der gewaltige Bildschirm, der sich über mehr als die Hälfte des Instrumententrägers zieht. Brillante Darstellung, tolle Grafik!
Von welchen Motoren reden wir hier?
Den Anfang – und sicher auch den Löwenanteil des zukünftigen Verkaufs – bestreitet der 220d. Dabei handelt es sich um den brandneuen Voll-Aluminium-Vierzylinder. Der 2-Liter-Diesel leistet 194 PS sowie 400 Nm und ist ein Musterbeispiel an Laufruhe, Ökonomie und erfrischendem Durchzug. Mit einer Beschleunigung in 8 Sekunden auf 100 und 231 km/h Höchstgeschwindigkeit muss sich niemand untermotorisiert fühlen. Falls das doch der Fall ist, kann man ab Frühsommer 2017 zum 350d greifen. Der 3-Liter-V6-Diesel leistet 258 PS und fährt noch eine kleine Spur geschmeidiger.

Wann kommt er, wie viel wird er kosten?
Die Auslieferungen des All-Terrain 220d sollen im Frühjahr starten, Bestellungen sind ab Mitte Jänner möglich; der 350d folgt, wie gesagt, etwas später. Preise wurden noch nicht genannt, sollen aber angeblich nur ein paar Prozentlein über einem entsprechenden T-Modell (mit 4MATIC und Air Body Control) liegen.
Mercedes E-Klasse All-Terrain: Nicht schlecht, was dieser Kombi im wilden Revier zu leisten imstande ist.Mercedes E-Klasse All-Terrain: Nicht schlecht, was dieser Kombi im wilden Revier zu leisten imstande ist.
Im Fahrmodus „All-Terrain“ stehen 156 Millimeter Bodenfreiheit zur Verfügung ...Im Fahrmodus „All-Terrain“ stehen 156 Millimeter Bodenfreiheit zur Verfügung ...
... und sogar mit Luftakrobatik hat der Businessman keine Probleme. Chapeau!... und sogar mit Luftakrobatik hat der Businessman keine Probleme. Chapeau!

Auto Bildergalerie: Mercedes-Benz E-Klasse All-Terrain

 
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