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ERSTER TEST: MINI COOPER E COUNTRYMAN ALL4

Countryman – ein Mann für alle Fälle?

Schon der Name zeigt es: In den den Mini Cooper E Countryman ALL4 wollten die BMW-Tochter absolut alles reinstecken. Funktioniert Plug-in-Hybrid in der kompakten Klasse?
Warum ist das Auto historisch?
Das jüngste Modell der Mini-Familie ist das erste mit Plug-in-Hybrid.

Und warum hat ein Wagen mit dem Familiennamen „Mini“ mittlerweile eine so lange Typen-Bezeichnung?
Simpler Grund. In der Ära der boomenden SUV´s ist Mini von Begriff her eigentlich out, da zu klein. Zum anderen aber ist der Markenname viel zu stark, um auf ihn zu verzichten. Und da ein Auto heutzutage quasi alles können soll, ja muss, packt Mini so ziemlich alle Ansprüche in ein einziges Auto rein. Und diese sind: E steht für Elektroantrieb, Countryman ist der Fünftürer mit 4,30 m Länge, der allein durch seine Größe eigentlich Mini nur noch als Ehrentitel trägt, ALL4 weist auf Allrad hin. Die Verbindung Benzinmotor mit Batterietechnik wird dezent, aber unübersehbar demonstriert. Ein gelber Buchstabe „S“ an den Seiten, in gleicher Farbe das S auf Grill und Heck, dazu der Anschluss für das elektrische Ladekabel am linken Kotflügel. 

Weshalb hat er zwei Motoren?
Für den Vortrieb sorgt vorne ein 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 136 PS. Die Hinterachse wurde elektrifiziert. Aus dem Stand entwickelt der E-Motor mit 66 kW Leistung, das entspricht 88 PS, ein Drehmoment von 165 Nm. Durch die intelligente Steuerung beider Kraftquellen entsteht ein elektrifizierter Allradantrieb, der aber permanent vorhanden ist.

Wie lange kann man rein elektrisch fahren?
Der offizielle Wert liegt bei 40 km - nach einer Versuchsfahrt durch den Stadtverkehr von Mailand kann man sagen: das ist nicht völlig unrealistisch. Und bedeutet, das viele Menschen, die im Stadtgebiet täglich elektrisch in die Arbeit fahren können - am Wochenende aber dann mit einem spritzigen Benziner raus aufs weite Land kommen - ohne Einschränkungen. Schon weit entwickelt ist die elektrische Aufladung - so kann etwa bei kurzen Bergab-Passagen sofort Strom gespeichert werden. Und spannend: Fährt man von der Stadt auf die Autobahn entscheidet das System selbst anhand der Berechnungen des Navis wann der Verbrenner Sinn macht. Man kann die Vorschläge aber per knopdfruck overrulen.
Wie lange kann man rein elektrisch fahren? Der offizielle Wert liegt bei 40 km - nach der ersten Versuchsfahrt relativiert sich der Wert.Wie lange kann man rein elektrisch fahren? Der offizielle Wert liegt bei 40 km - nach der ersten Versuchsfahrt relativiert sich der Wert.
Ist das Konzept neu?
Nein. Der Countryman teilt sich die Plattform ja mit dem ebenfalls als Plug-in-Hybrid angebotenen BMW2er Active Tourer - daher war die Übernnahme des Antriebs einfach.

Was gefällt uns nicht?
Es stört nur wenig und das hat immer die gleiche Ursache: Wenn ein Auto so viel zugleich sein soll, muss es im Detail natürlich Kompromisse geben. Und am Ende ist der Mini natürlich mit all den Hybrid-Teilen 1,7 Tonnen schwer - und dafür ist das Auto von der Idee her ursprünglich nicht gewesen. Trotzdem ist das Auto aber immer noch recht beweglich, das Kart-Gefühl früherer Mini-Jahre hat man aber natürlich nicht mehr - was ja aber viele aus der Zielgruppe alles andere als stört. Auch wenn er für manche etwas unhandlich wirkt. 

Was gefällt uns besonders?
Das Zusammenspiel der einzelnen Antriebe funktioniert sehr gut. Dank des E-Boosts ist auch die Beschleunigung absolut mini-like (also: super).

Wer sind die Konkurrenten?
In erster Linie wohl der Bruder, der BMW2er Active - hier gewinnt der Mini aber klar vor in den emotionalen Bereichen, wie dem Fahrgefüh, der Fahrfreude, dem reinen Spaß. Der Seat Ateca, der Toyota C-HR oder der Audi Q2 gehen auch noch als Mitbewerber durch, wobei eigentlich kein anderer Hersteller (ausser Toyota) einen Hybrid in dieser Klasse anbietet.

Verkaufspreis in Österreich?
36.950 Euro. Seit 1. März 2017 gibt es eine stattliche Kaufprämie in Höhe von 1.500 Euro.

Gibt es noch eine historische Randnotiz zu erwähnen?
Ja. Mini kommt zwar spät mit der der Plug-in-Hybrid-Technik - aber eigentlich hatte man einst das erste Elektroauto der BMW-Familie gebaut, in Mini-Modellen, deren Antrieb dann für den BMW I3 verwendet wurden. Allerdings: die 500 Prototypen waren damals (2009) de facto unverkäuflich.

Auto Bildergalerie: Ist der neue Countryman ein [BR]Mann für alle Fälle?

 
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