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STLA BRAIN / STLA AUTODRIVE / STLA SMARTCOCKPIT

STLA BRAIN / STLA AUTODRIVE / STLA SMARTCOCKPIT

Online-Store statt Aufpreis-Liste

Autos werden zu Devices, die sich durch Software-Updates immer wieder erneuern: Stellantis versorgt seine 14 Marken künftig mit drei Technologieplattformen, die laufend neue Features in die Fahrzeuge befördern. Um welche Ausstattungen es geht und wann sie verfügbar sein werden, was das mit Google und BMW zu tun hat und wie die Halbleiterkrise gelöst wird, erklärt Motorprofis.at in der Vorstellung.
Wie schaut der Technologie-Plan von Stellantis aus?
Stellantis-Chef Carlos Tavares hat eine klare Antwort: „Wir verändern uns gerade vom Autohersteller zur Mobilitäts-Tech-Firma“. Mit insgesamt 14 Marken – darunter Peugeot, Citroen, Opel, Fiat, Alfa, Jeep und Maserati – hält sich der Global Player für groß genug, um Software zum eigenen Geschäftsfeld ausbauen zu können.
 
Was ändert sich für den Kunden?
Er sucht sich neue Ausstattungsfeatures nicht mehr zwingend VOR dem Kauf in der Aufpreis-Liste aus, sondern zunehmend WÄHREND dem Betrieb im Online-Store. Das Auto muss künftig als Hardware-Device (Endgerät) verstanden werden, das sich mit Software-Updates immer wieder erneuert. Over-the-Air werden dadurch laufend neue Features in die Fahrzeuge befördert, sofern sie der Kunde gegen Entgelt freischaltet.
 
Wie oft und wie lange kann man sein Auto auf diese Art erneuern?
Ziel von Stellantis ist es, bis 2026 mindestens vierteljährliche Aktualisierungen anzubieten, man wird sein Auto also alle drei Monate umbauen – beziehungsweise neu konfigurieren – können. Die Abhängigkeit zwischen Hardware und Software wird aufgelöst, die Autos können also über viele Jahre neue Updates einspielen. Irgendwann ist freilich Schluss mit der Kompatibilität, das kennt man ja von Handy und Computer. Wie lange sich ein älteres Auto mit neuen Features ausstatten lässt, ist offen, über die ersten fünf Jahre des Autolebens will Stellantis auf jeden Fall fleißig Features verkaufen. Für Autobesitzer soll das neben weniger Werksattbesuchen auch einen höheren Restwert bedeuten, weil sich ihr Auto laufend modernisiert.
 
Um welche Ausstattungs-Features geht es zum Beispiel?
Um vieles, was die Kunden noch gar nicht am Schirm haben. So wie sich die Handywelt in zehn Jahren auf den Kopf gestellt hat, könnte das auch beim Auto passieren. Stellantis spricht von über 75 Zoll Bildschirmflächen in einem Auto, weil sich die Fensterflächen künftig in Touch-Screens verwandeln. Das PS-Upgrade, die sportliche Fahrwerksabstimmung oder die modernste Echtzeit-Navigation im Online-Store zu kaufen, ist jedenfalls nur der Anfang. Es geht auch um Zukunftsthemen wie kabelloses Laden, Kommunikation zwischen Fahrzeugen und autonomes Fahren. Und nicht zuletzt um Entertainment, also die Einbindung von Musik, Filmen, Social Media und Videospielen in das (zunehmend selbstfahrende) Auto. Business-Themen sind zum Beispiel Fuhrparktools oder kilometerabhängige Versicherungen. Spielerisch wird es, wenn man mit Drohnen über dem Auto filmen kann oder durch das Glasdach die Namen Sterne anzeigt werden.
STLA Brain ist die neue zentrale Technologie-Architektur für alle 14 Stellantis-Marken. STLA SmartCockpit und STLA AutoDrive bauen darauf auf.STLA Brain ist die neue zentrale Technologie-Architektur für alle 14 Stellantis-Marken. STLA SmartCockpit und STLA AutoDrive bauen darauf auf.
Entertainment, also die Einbindung von Musik, Filmen, Social Media und Videospielen in das (zunehmend selbstfahrende) Auto, wird ein wichtiger Bereich.Entertainment, also die Einbindung von Musik, Filmen, Social Media und Videospielen in das (zunehmend selbstfahrende) Auto, wird ein wichtiger Bereich.
Mit welchen Plattformen vereinheitlicht Stellantis die Konzerntechnik?
Bei allen 14 Konzernmarken verschränken sich künftig
 
die drei Technologieplattformen
– STLA Brain
– STLA SmartCockpit
– STLA AutoDrive

mit den vier Fahrzeugplattformen
– STLA Small
– STLA Medium
– STLA Large
– STLA Frame.
 
Was steckt hinter STLA Brain?
STLA Brain ist die zentrale Technologie-Architektur. Sie verbindet die elektronischen Steuergeräte des Autos über einen Hochgeschwindigkeits-Datenbus mit dem Hochleistungszentralcomputer des Fahrzeugs. STLA Brain ist vollständig in die Cloud integriert, kann sich also Over-the-Air laufend weiterentwickeln.
 
Was bedeutet STLA SmartCockpit?
Das auf STLA Brain aufbauende STLA SmartCockpit schafft mit Bildschirmen ein digitales Umfeld, das sich die Fahrzeuginsassen mit den Features aus dem Online-Store selbst konfigurieren können. Stellantis spricht sogar von gestaltetem Lebensraum und verweist auf Studien, die zeigen, dass wir durchschnittlich vier Jahre unseres Lebens im eigenen Fahrzeug verbringen, Tendenz steigend. STLA SmartCockpit wird von der Stellantis-Tochter Mobile Drive und dem Technologie-Riesen Foxconn zusammen entwickelt, künstliche Intelligenz (KI) spielt eine große Rolle in der Entwicklung.
 
Was ist STLA AutoDrive?
STLA AutoDrive ist die technische Plattform für autonome Fahrfunktionen. Die nächsten Levels (L2, L2+, L3) entwickelt Stellantis zusammen mit BMW. Für die folgenden Schwierigkeitsgrade (L4, L5) besteht eine Partnerschaft mit der Google-(bzw. Alphabet-)Tochter Waymo.
 
Wer wird programmieren und wo kommen die Chips her?
Bis 2024 will Stellantis 4.500 Software-Ingenieure beschäftigen, rund 1.000 davon werden in einer eigenen Akademie umgeschult. Um eine Halbleiterkrise, wie sie die Autobranche gerade erlebt, künftig zu verhindern, holt Stellantis einen strategischen Partner an Bord: „Mit Foxconn wollen wir vier neue Chipfamilien schaffen, die über 80 Prozent unseres Halbleiterbedarfs abdecken“, freut sich Stellantis-Chef Carlos Tavares.
 
Wann geht die neue Technik in Serie?
Bald. Die Technologieplattformen werden ab 2024 eingeführt und sollen schon in den zwei darauffolgenden Jahren auf alle vier Fahrzeugplattformen ausgerollt werden. Bis 2030 rechnet Stellantis mit 34 Millionen Fahrzeugen, denen Over-the-Air neue Features und Serviceleistungen angeboten werden.
Das Auto muss künftig als Hardware-Device (Endgerät) verstanden werden, das sich mit Software-Updates immer wieder erneuert.Das Auto muss künftig als Hardware-Device (Endgerät) verstanden werden, das sich mit Software-Updates immer wieder erneuert.
STLA Brain verändert die ganze Firma: „Wir transformieren vom Autohersteller zur Mobilitäts-Tech-Firma“, sagt Stellantis-Chef Carlos Tavares.STLA Brain verändert die ganze Firma: „Wir transformieren vom Autohersteller zur Mobilitäts-Tech-Firma“, sagt Stellantis-Chef Carlos Tavares.
Flache Hirarchien in der neuen automobilen Tech-Welt: Die Features im Cockpit und für das autonome Fahren wird es für alle Fahrzeuggrößen geben.Flache Hirarchien in der neuen automobilen Tech-Welt: Die Features im Cockpit und für das autonome Fahren wird es für alle Fahrzeuggrößen geben.
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