loading...

HINTER DEN KULISSEN VON ALPINE

HINTER DEN KULISSEN VON ALPINE

Wie baut man den Sportwagen des Jahrzehnts?

Mit einem Sportwagen, der 300 Kilo weniger wiegt als die Konkurrenz, ist Alpine eine Fahrspaßsensation gelungen. Wie baut man ein so leichtes Auto, ohne dass es gleich wieder auseinanderfällt? Wir haben bei Alpine einen Blick hinter die Kulissen geworfen und die Entstehung einer A110 begleitet. Genau hinschauen, Porsche und Co.!
Sportwagen des Jahrzehnts klingt spektakulär – wie ist das gemeint?
Wer einen Sportwagen baut, der mit 1.103 Kilo Realgewicht um rund 300 Kilo leichter als der Porsche Cayman ist, und ihn mit einer grandiosen Abstimmung zu einer Fahrspaßsensation vollendet, darf sich wohl Sportwagen des Jahrzehnts nennen. Zumal die Alpine A110 preislich nicht abhebt und ökologisch so unauffällig wie ein VW Golf ist. Eher unwahrscheinlich, dass in den nächsten zwei Jahren etwas noch besseres nachkommt.

Dass Alpine-Werk steht in der nordfranzösischen Kleinstadt Dieppe, wo die Marke 1955 entstanden ist und der Gründer Jean Rédélé gleich an der Stadteinfahrt mit einer Büste geehrt wird. Was ist hier seither passiert?
Der heutige Eigentümer Renault baut in Dieppe schon seit vielen Jahren illustre Kleinserien, zum Beispiel den Spider oder den Clio V6. Seit 1. Dezember 2017 teilen sich Alpine A110 und Clio RS die vergleichsweise kleine Produktionsanlage.
Knapp 400 Mitarbeiter bauen pro Tag 15 Alpine und 25 Clio RS, bis Jahresende will man aufgrund der hohen Nachfrage auf 20 Alpine pro Tag steigern.
 
Erfährt man in den Werkshallen von Dieppe, wie genau es Alpine gelungen ist, ein so leichtes Auto zu bauen?
Ja, denn hier treffen insgesamt 1000 verschiedene Teile von 140 Zulieferern aus aller Welt ein. Alpine hat in jedem Detailbereich versucht, das beste – sprich leichteste – Teil zu bekommen.
Wobei der alles entscheidende Bereich gleich am Anfang der Produktion zu finden ist, im sogenannten Body Shop. Hier entsteht die ultraleichte Karosserie aus Aluminium. Die Spezialisierung ist so hoch, dass der Unterboden und die restlichen Karosserieteile von unterschiedlichen Zulieferern kommen (der größte Teil aus Italien). Im Body Shop von Dieppe werden sie dann von 70 Mitarbeitern und fünf riesigen Robotern, mit Hilfe von Spezialklebern und Schrauben, zusammengefügt. Hier fühlt sich das Werk wie eine Manufaktur an, die mit hochmoderner Technologie arbeitet.
Im Body Shop entsteht die ultraleichte Karosserie. Die Spezialisierung ist hoch – Unterboden und restliche Karosserieteile kommen von unterschiedlichen Zulieferern.Im Body Shop entsteht die ultraleichte Karosserie. Die Spezialisierung ist hoch – Unterboden und restliche Karosserieteile kommen von unterschiedlichen Zulieferern.
Hochtechnologie trifft Manufaktur: Fünf riesige Roboter arbeiten in Personalunion mit …Hochtechnologie trifft Manufaktur: Fünf riesige Roboter arbeiten in Personalunion mit …
… rund 70 Mitarbeitern, die die Teile mit Spezialklebern und Schrauben zusammengefügen.… rund 70 Mitarbeitern, die die Teile mit Spezialklebern und Schrauben zusammengefügen.
Ein kniffliger Part ist der Paint Shop – warum ist die Lackierung bei einer Alpine besonders anspruchsvoll?
Weil Front- und Heckschürze im Gegensatz zur Alukarosserie aus Kunststoff sind, beide Materialien im völlig identen Farbton zu lackieren, ist eine technische Herausforderung. Und die Spezialisierung geht sogar so weit, dass einige Alpine-Parts manuell lackiert werden. Mit 70 Personen ist der Paint Shop vergleichsweise arbeitsintensiv.
Hightech mit manuellen Eingriffen auch im Paint Shop: Alu- und Kunststoffteile im identen Farbton zu lackieren, ist eine Herausforderung.Hightech mit manuellen Eingriffen auch im Paint Shop: Alu- und Kunststoffteile im identen Farbton zu lackieren, ist eine Herausforderung.
Die Produktionsstraße selbst ist dann aber wie in großen Werken arrangiert…
Ja, die Produktionsstraße in Dieppe ist natürlich kleiner, aber ebenso modern wie in den riesigen Autowerken der deutschen und französischen Hersteller. Der Automatisierungsgrad ist so hoch, dass 80 Mitarbeiter genügen, um die Alpine vollständig zusammenzubauen. Durch die Flexibilität von Mensch und Maschine können Clio R.S. und Alpine abwechselnd vom Band laufen. Hier nutzt Renault seine Erfahrung aus der Massenproduktion für eine Kleinserien-Produktion.
Hoher Automatisierungsgrad in der Fertigung selbst: Renault nutzt hier seine Erfahrung aus der Massenproduktion, was sich positiv auf die Qualität auswirkt.Hoher Automatisierungsgrad in der Fertigung selbst: Renault nutzt hier seine Erfahrung aus der Massenproduktion, was sich positiv auf die Qualität auswirkt.
Am Ende unterlaufen alle fertigen Fahrzeuge eine lange Qualitätssicherung…
Auch hier arbeitet Renault/Alpine mit hohen Standards und den Erfahrungen aus der Massenproduktion, wo man sich nennenswerte Qualitätsmängel aufgrund der Garantiekosten schon gar nicht leisten kann. Pro Auto wird für die Alpine- Qualitätssicherung ein eigener Mitarbeiter abgestellt, der über viele Stunden alle Details durchcheckt und gegebenenfalls gleich nachbessert. Damit endet ein eineinhalbwöchiger Fertigungsprozess vom ersten Karosserie-Klebevorgang bis zum finalen Qualitäts-Check. Jetzt macht sich das Auto auf die Reise zu einem der weltweit rund 60 Alpine Center (drei davon in Österreich!) – wo schon ein glücklicher Besitzer wartet und vermutlich ein Grinsen im Gesicht hat.
Bei der Qualitätssicherung arbeitet Renault/Alpine mit hohen Standards. Pro Auto wird …Bei der Qualitätssicherung arbeitet Renault/Alpine mit hohen Standards. Pro Auto wird …
… ein eigener Mitarbeiter abgestellt, der über viele Stunden alle Details durchcheckt.… ein eigener Mitarbeiter abgestellt, der über viele Stunden alle Details durchcheckt.
Nach der Première Edition (hier geht’s zum Motorprofis-Test) ändert Alpine die Ausstattungs-Strategie nun leicht und bietet zwei Versionen an. Was haben diese zu bieten?
Es gibt nun eine extrasportliche Pure-Variante, die nochmal fünf Kilo weniger auf die Waage bringt als die bereits leichtgewichtige Première Edition. Alternative ist die 20 Kilo schwerere Legende-Version, die sich vor allem durch Ledersitze mit Komfort, eine Rückfahrkamera und anderes Felgendesign unterscheidet.
Neue Ausstattungsvarianten: Pure (links) ist noch leichter als die Première Edition, Legende (rechts) ist komfortorientierter.Neue Ausstattungsvarianten: Pure (links) ist noch leichter als die Première Edition, Legende (rechts) ist komfortorientierter.
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT