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ERSTER TEST: SMART FORTWO CABRIO

Kleines Cabrio, große Freude?

Endlich wird die dritte Generation des Smarties geöffnet. Wir klären auf einer ersten Ausfahrt, was der kleine Sonnenanbeter besser kann als bisher.

Wer braucht so ein kleines Cabrio?
Offenbar ganz schön viele. Bei den bisherigen beiden Smart-Generationen lag der Anteil des Cabrios an den Verkäufen bei rund 15 Prozent. Setzt sich das wieder fort, dann würde Smart jährlich gut 18.000 kleine Cabrios verkaufen. Aber abgesehen davon: Das Bonsai-Auto versteht es weiterhin gut, sich als Cabrio zu inszenieren. Ein Auto kann offenbar nie zu klein sein, um auch als Cabrio Freude zu machen.

Also voller Open-Air-Spaß?
Absolut. Das Dach funktioniert im Grunde wie bisher: Beim ersten Knopfdruck zoomt das Stoffdach (das es in Schwarz oder Rot gibt) nach hinten, beim zweiten Knopfdruck legt sich zudem die Heckscheibe flach. All das dauert 12 Sekunden und kann auch bei voller Fahrt passieren. Will man noch mehr, kann man die Dachholme ausbauen und in der Heckkklappe verstauen. Das ist keine Hexerei, sondern in 30 Sekunden erledigt. Muss aber gar nicht sein: Schon mit offenem Stoffdach ist man dem Himmel näher. Allerdings ist es wichtig, die Heckscheibe umzuklappen, erst dann strömt die Luft ideal und es gibt weniger Windgeräusche als bei senkrechter Heckscheibe.

Irgendwelche typischen Cabrio-Nachteile?
Eigentlich nicht. Das Mehrgewicht für Versteifungen und die Dachkonstruktion hält sich mit 40 Kilo in tolerierbaren Grenzen, der Kofferraum bleibt uneingeschränkt erhalten (außer natürlich, wenn man dort die Dachholme unter bringt). Die Versteifungen scheinen gut gelungen, bei unseren ersten Testfahrten waren praktisch keine Verwindungen spürbar. Klar ist aber: Ab rund 130 km/h wird der Geräuschpegel bei geschlossenem Verdeck so stark, dass es ein wenig mühsam wird. Ein Reiseauto ist das Smart Cabrio also definitiv nicht, aber das hat eh keiner erwartet.

Cabrios sind teuer. Trifft das auch auf den Minimundus zu?
Leider ja. Die Aufpreise auf vergleichbar motorisierte und ebenfalls mit dem Doppelkupplungsgetriebe twinamic ausgestattete Coupés beträgt knapp 3200 Euro. Zum Verkaufsstart im März 2016 sind beide Motorisierungen des Cabrios (71 PS ab 15.600 Euro/90 PS ab 16.400 Euro) übrigens nur mit twinamic zu haben. Handschalter folgen gegen Jahresmitte.

Ganz schön viel Geld für 2,69-Meter-Auto. Ist da wenigstens viel drin?
Ganz im Gegenteil. Weder Radio noch Klimaanlage oder elektrisch verstellbare Spiegel. Wer das Notwendigste und ein klein wenig Luxus will (und davon steht viel in der Aufpreisliste!), der sollte mit einem realistischen Listenpreis von knapp 20.000 Euro rechnen.

Und wie fährt sich der Smart abgesehen vom Cabriohaften?
Wirklich exzellent. Das Doppelkupplungsgetriebe ist ein großer Sprung und wird von mir ausdrücklich empfohlen. Wir sind zuletzt die 90-PS-Variante gefahren, die ich ebenfalls allen Smart-Interessierten ans Herz lege. Besonders beeindruckt war ich von der guten Geräuschdämmung nach unten, von Motor- und Reifen-Abroll-Geräuschen bleibt man weitgehend verschont. Auch die Abstimmung des Fahrwerks wurde punktgenau getroffen: Der neue Smart ist straff, aber deutlich komfortabler ausgelegt als noch die zweite Generation. Besonderer Gag: Der ultrakleine Wendekreis von 6,95 Meter – wuseliger kann man im Auto nicht unterwegs sein. Auch das Raumangebot ist großzügig. Um ganz ehrlich zu sein: Bei Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h geht einem hier nichts ab. Der Smart ist wirklich erwachsen geworden.

Letzte Frage: Wenn ich zwischen Mini Cabrio, Fiat 500 Cabrio und Smart Cabrio schwanke – wie soll ich mich entscheiden?
Schwierige Frage. Am meisten Auto – und am meisten Cabrio – bekomme ich beim Mini, allerdings auch fürs meiste Geld. Wäre meine erste Wahl, wenn das Budget keine Rolle spielt. Der Fiat 500 hat gegenüber dem Smart den Vorteil zweier Notsitze und besserer Langstreckenqualitäten, aber der Kofferraum ist auch nicht besser – und das Cabriofeeling sogar schlechter. Nützt man das Auto fast ausschließlich in Stadt und Umland, dann würde ich wirklich zum Smart greifen: Fährt gut, schaut witzig aus und versprüht – mit den richtigen Extras – echtes Premium-Feeling.

Smart fortwo cabrio: Preise
1,0             71 PS         twinamic    Heckantrieb         € 15.600,–
0,9 turbo   90 PS         twinamic    Heckantrieb         € 16.400,–


Was folgt wann?
Mitte 2016 werden die oben genannten Motoren auch mit manuellem Getriebe verfügbar sein und dann rund 1300 Euro weniger kosten. Etwa zur selben Zeit folgt auch der neue Smart Brabus – wiederum als Coupé und Cabrio.

Auto Bildergalerie: Smart Cabrio

 
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