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DAYTONA ROLEX 24

DAYTONA ROLEX 24

Daytona: Bachler Vierter

Die Rolex24 in Daytona wurden auch in ihrer Ausgabe 2021 zum Drama: Eine Viertelstunde vor dem Ende der 24 Stunden waren die vier Top-Autos innerhalb von nur sechs Sekunden. Und auch in der größten Klasse, der GTD, ging es eng zu: Der Porsche von Klaus Bachler hatte bis zuletzt Siegchancen – und verpasste am Ende nur knapp das Podium. Die anderen Österreicher wurden vom Pech verfolgt.

Daytona hat es den Österreichern heuer schwer gemacht, Florida zu genießen.
Nur einer kam in seiner Klasse ganz nah ans Podium und sogar an den Sieg geran: Klaus Bachler im Porsche 911 GT3-R von Wright Motorsport. Nach einer wahren Achterbahnfahrt wurde der Steirer mit seinen Partnern Patrick Long, Jan Heylen und Trend Hindman Vierter in der GTD-Klasse, die mit 18 Autos die zahlenmäßig größte in Daytona war.
Eine starke Leistung – doch wenn man bedenkt, dass Ryan Hardwick das Auto erst auf Pole gestellt hatte und dann zum Quali-Rennen hin einen Quasi-Totalschaden hatte und das der Wagen im Rennen vom Porsche #9 im Rennen umgedreht und beschädigt wurde und am Ende doch bis in die letzten Minuten Siegchancen hatte, dann ist klar, dass die Freude bei Bachler verhalten ist: „Wenn du bei einem Klassiker nach 24 Stunden Vierter wirst, musst du normalerweise zufrieden sein. Diesmal ist es aber ganz bitter. Wir sind gut gestartet, waren immer vorne dabei, nach sechs Stunden haben wir geführt. Und das Auto ist sehr gut gegangen. Leider ist dann in der Nacht ein Zwischenfall mit einem anderen Auto passiert, wo wir nichts dafür gekonnt haben. Der Konkurrent hat uns berührt, wobei unser Auto erheblich beschädigt wurde. Wir konnten zwar weiterfahren, doch unser Auto war dann nicht mehr so gut wie vorher. Und wenn man am Ende das Podium so knapp verfehlt, dann schmerzt das doch sehr. Auch wenn wir trotz aller Probleme ein gutes Ergebnis eingefahren haben, und die Performance des ganzen Teams wirklich sehr gut war.“
Bachler ist damit der beste Österreicher in einem Rennen, das für alle andere von – großteils unverschuldeten – Enttäuschungen geprägt war, trotz großer Hoffnungen vor dem Rolex24.

Philipp Eng und vor allem Richard Lietz wurden – in der Box stehend – schon nach wenigen Metern Opfern einer absurden Situation am Start: Eng-Teamkollege Spengler torpedierte den vor ihn noch nicht so beschleunigenden Lietz-Porsche, gelenkt vom Wahl-Bregenzer Kevin Estre. Estre drehte sich durch das Feld.
Nach langer Reparatur holte der Porsche von und mit Lietz von zwischenzeitlich 14 Runden Rückstand dank der Gelbphasen zwar vier wieder auf. Trotzdem wurde es mit zehn Runden Rückstand der letzte Platz in der Klasse. Lietz kann es nicht fassen: "So viele Jahre im Motorsport – und dann siehst du etwas, dass du noch nie gesehen hast."
Der heftig kritisierte Übeltäter Spengler wurde bestraft. Er zeigt sich aber alles andere als einsichtig: "Es war grün. Aber der Porsche ist sogar auf die Bremse gestiegen. Alle anderen haben Gas gegeben außer ihm. Deshalb bin ich auf ihn drauf gefahren. Ich verstehe nicht, warum man auf die Bremse geht, wenn Grün geschwenkt wird. Alle anderen haben beschleunigt. Ich habe versucht, ihm auszuweichen, aber das war nicht möglich." Estre sieht es anders: "Wir sind alle dicht hintereinander gefahren und haben auf die Startfreigabe gewartet. Urplötzlich ist mir der BMW heftig ins Heck gefahren, obwohl die grüne Flagge noch gar nicht draußen war. Ich konnte nichts machen."
Um dann nachzulegen: "In dieser Klasse sind fast nur Profis. Da darf so was nicht passieren."
Trotz der Strafe hatte der BMW #25 im äußerst dünn besetzten Feld dieser Klasse (die es 2022 nicht mehr geben wird) noch Chancen auf den Sieg. Aber es wurde nur Platz 5, der vorletzte, unmittelbar vor dem Porsche mit Lietz und Estre.
Philipp Eng konnte sich wenigstens mit einem persönlich guten und interessanten Rennen trösten:„Es hat mir wieder riesigen Spaß gemacht, hier anzutreten. Wir hatten einen großartigen Rennwagen mit einer tollen Balance. Leider hatten wir auch noch ein technisches Problem, sonst hätten wir eine sehr gute Chance auf das Podium gehabt.“

Nur kurzen Spaß hatten die anderen Österreicher.
Ferdinand Habsburg, der mit so viel Euphorie vom zweiten Startplatz in der LMP2-Klasse in das Rennen gegangen war, musste wegen eines Getriebe-Problems am Oreca bald aufgeben.
Und die sonst in Daytona so erfolgreiche Knittelfelder Mannschaft Grasser Racing Team verzeichnete ein Doppel-k.o. wegen Problemen im Elektronik-Bereich des Lamborghini Huracan. So gewann in der GTD-Klasse Mercedes. Und zwar mit Maro Engel, Indy Dontje, Russell Ward und Philip Ellis am Steuer des HTP-Mercedes-AMG.

Ganz vorne aber gab es ein dramatisches Rennen um den Gesamtsieg – und am Ende jubelte Honda mit seiner Marke Acura. Mit ihrem Acura ARX-05 DPi mit der Startnummer 10 setzten sich Albuquerque/Taylor/Rossi/Castroneves in einem Finish, bei dem bis zuletzt zumindest vier Autos noch Sieg-Chancen hatten, durch. Auch weil Schlußfahrer Felipe Albuquerque die Nerven behielt und weil der heranstürmende Renger van der Zende mit dem Ganassi-Cadillac hinten links einen Reifenschaden hatte – sechs Minuten vor dem Ende. Damit zerplatzten auch die Siegesträume von Formel-1-Umsteiger Kevin Magnussen. Wobei der Däne wieder einmal für Aufregung gesorgt hatte – mit zwei Strafen. Zunächst war er einmal zu schnell in der Boxengasse gewesen,  später stieg er bei einem Boxenstopp schon aufs Gas, obwohl das Auto noch aufgebockt war. Trotzdem hätte er am Ende noch fast gewonnen.

Aber mit "fast gewonnen" war er nicht die einzige in Daytona – wie das eben so ist in der Königsdisziplin des Langstreckensports, dem 24 Stunden Rennen. Rennen, die man nicht gewinnt – Rennen, die einen gewinnen lassen.

Klaus Bachler lag im Wright Porsche phasenweise in Führung – am Ende wurde es der starke vierte Platz in der 18 Autos umfassenden GTD-Klasse.Klaus Bachler lag im Wright Porsche phasenweise in Führung – am Ende wurde es der starke vierte Platz in der 18 Autos umfassenden GTD-Klasse.
Platz 4 für Klaus Bachler – doch in den Stunden nach dem Rennen überwiegt der Ärger, das Podium und selbst den Sieg nur um wenige Sekunden verpasst zu haben.Platz 4 für Klaus Bachler – doch in den Stunden nach dem Rennen überwiegt der Ärger, das Podium und selbst den Sieg nur um wenige Sekunden verpasst zu haben.
Philipp Eng und sein BMW M8 sorgten für viele schöne Bilder aus Daytona – oben und unten zu sehen.Philipp Eng und sein BMW M8 sorgten für viele schöne Bilder aus Daytona – oben und unten zu sehen.
Augusto Farfus (BRA), John Edwards (USA), Jesse Krohn (FIN) und Marco Wittmann (GER) wurden Klassen-Dritte.Augusto Farfus (BRA), John Edwards (USA), Jesse Krohn (FIN) und Marco Wittmann (GER) wurden Klassen-Dritte.
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