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INTENSIV-TEST: MITSUBISHI SPACE STAR 1,2 INVITE

Der kleine Starökonom

Wenn es um vernunftbegabtes Autofahren geht, macht dem Space Star so schnell keiner was vor: Um zwölftausend Euro fährt er nicht nur in der Topversion vor, sondern auch mit fünf Jahren Garantie und fünf Litern Realverbrauch. Ob der Sparefroh im Alltag auch glücklich macht, klärt der Intensiv-Test.
Ist der Space Star wirklich eines der günstigsten Autos am Markt?
Ja, absolut. Durch eine Art Dauerrabatt auf den Listenpreis unterschreitet der Space Star haarscharf die 10.000-Euro-Schwelle. Zwar werben Mitbewerber manchmal mit Preisen ab 8.000 Euro, dann ist Essentielles wie Klima, Radio und Zentralverriegelung freilich noch extra zu bezahlen. Bei Mitsubishi soll aber niemand schwitzen, selber singen oder ständig um sein Auto laufen müssen. Der Space Star versteht sich schon in der Basisversion (Inform) als fertig ausgestattetes Auto, in dem nichts Wesentliches mehr fehlt.
Viel interessanter ist der Space Star aber sowieso in der Einmal-Alles-Topversion: Dann gibt es um nur 12.000 Euro den stärkeren Motor und eine Ausstattungsliste, bei der wirklich alles angekreuzt ist. Das günstigste Topmodell der Welt, sozusagen. Beim Testwagen stand noch die weiße Mehrschicht-Lackierung um 680 Euro auf der Rechnung, eine kleine Extravaganz aus der Luxuswelt und das einzig verfügbare Extra (normaler Metallic-Lack kostet 480 Euro, aufpreisfrei ist Weiß).

Aber wäre nicht ein Gebrauchtwagen die noch günstigere Wahl?
Kann man so nicht sagen, speziell wenn man langfristiger plant. Beim Gebrauchten endet die automatische Gewährleistung nach sechs Monaten, danach muss der neue Besitzer beweisen, dass ein Mangel schon vor dem Kauf bestanden hat. Dagegen bietet bietet der Space Star durch seine Hersteller-Garantie ein fünfjähriges Sorglos-Paket, während die monatlichen Finanzierungsraten in Bereichen liegen, auf die Handyverträge auch fast kommen. Leasing-Beispiel: Wer die – bereits umfangreich ausgestattete – Basisversion nimmt und eine Anzahlung von 2.500 Euro mitbringt, zahlt die nächsten fünf Jahre nur 79 Euro pro Monat.
Die fünfjährige Garantie wertet das Angebot im Vergleich mit der Konkurrenz, die meist nur drei Jahre gibt, wesentlich auf. Und auch über die fünf Jahre hinaus darf man sich bei Mitsubishi gut aufgehoben fühlen, die Marke im Allgemeinen und auch der Space Star im Speziellen haben einen ausgezeichneten Qualitäts-Leumund, sie schneiden bei den diversen Qualitäts-Reports überdurchschnittlich gut ab.
Der früher unscheinbare Space Star wird erstmals ein bisschen lässig: Der Auftritt ist durch das sogenannte „Dynamic Shield“-Familiengesicht komplett neu.Der früher unscheinbare Space Star wird erstmals ein bisschen lässig: Der Auftritt ist durch das sogenannte „Dynamic Shield“-Familiengesicht komplett neu.
Neu arrangiert: Frontlicht mit LED-Tagfahrlicht.Neu arrangiert: Frontlicht mit LED-Tagfahrlicht.
Neue LED-Rücklichter – zwei Klassen moderner.Neue LED-Rücklichter – zwei Klassen moderner.
Rote Horizontalstreifen für sportlichen Touch.Rote Horizontalstreifen für sportlichen Touch.
Schnittig: der für einen Kleinen große Dachspoiler. Ausflug in die Luxusbranche: weiße Mehrschichtlackierung. Schimmert mehr als normaler Metallic-Lack.Schnittig: der für einen Kleinen große Dachspoiler. Ausflug in die Luxusbranche: weiße Mehrschichtlackierung. Schimmert mehr als normaler Metallic-Lack.
Generell werden wirklich günstige Autos immer rarer. Sollte man sich auch beim Space Star nicht mehr zu lange Zeit lassen mit dem Kauf?
Dass man günstig an ein neues Auto kommt und damit langfristig sorglos unterwegs ist, das war nicht immer so. Autofahren war vor nicht so langer Zeit deutlich elitärer, und könnte es leider wieder werden. Durch die neuen CO2-Strafzahlungen der EU verschwinden groteskerweise die günstigen Kleinwagen, sie werden von den Herstellern wegen zu geringem Ertrag eingestellt oder auf Elektroantrieb umgestellt, was den Preis verdoppelt.
Eine Preiserhöhung gab es daher zuletzt auch beim Space Star, aber Mitsubishi kann an der Klasse unter 10.000 Euro festhalten, weil der Space Star ein Projekt für die globalen Märkte ist, also unabhängiger von europäischen Befindlichkeiten. Die Nachfrage nach pragmatischer Mobilität ist jedenfalls auch in Österreich groß, jeder dritte neue Mitsubishi war bei uns zuletzt ein Space Star.
 
Ist es eigentlich ein ganz neuer Space Star, der jetzt startet?
Kein komplett neues Modelle, aber doch eine umfangreiche Überarbeitung. 2012 wurde der Colt nach insgesamt 50 Jahren und sechs Modellgenerationen vom Space Star abgelöst, der bekam dann 2016 ein großes Update und jetzt ein weiteres.
 
Der neue Space Star hat einen neuen Look. Was hat sich optisch getan und wie gelungen ist das Design?
Der Auftritt ist komplett neu, denn das sogenannte „Dynamic Shield“-Familiengesicht, das der Kleinwagen von den anderen Mitsubishi-Modellen übernimmt, ist sehr markant.
Der früher unscheinbare Space Star wird damit erstmals ein bisschen lässig: Weil Mitsubishi ein echter SUV-Spezialist ist, hat jetzt auch der Space Star ein gewisses SUV-Flair, wenn er im Rückspiegel auftaucht. Amüsanter Zug für einen Kleinwagen. Passend zum Design wurde das Tagfahrlicht angepasst, die zwei weithin sichtbaren Chromspangen des Kühlergrills werden durch den neuen LED-Lidstrich optisch verlängert. Rote Horizontalstreifen im Kühlergrill geben einen sportlichen Touch.
Am Heck zeigt sich, wie Lichttechnik den Auftritt eines Autos verändert, mit den neuen LED-Rücklichtern ist der Space Star von hinten zwei Klassen moderner geworden. Schnittig ist der für einen Kleinwagen ganz schön große Dachspoiler. Quasi einen Ausflug in die Luxusbranche unternimmt der Space Star mit der neuen, weißen Mehrschichtlackierung, die stärker schimmert als normaler Metallic-Lack. Ganz schön schick für einen kleinen Sparefroh…
Solide und pragmatische Gestaltung: Dass der Innenraum des Space Star nüchtern ist, heißt nicht, dass er auf lange Sicht nicht angenehm wäre.Solide und pragmatische Gestaltung: Dass der Innenraum des Space Star nüchtern ist, heißt nicht, dass er auf lange Sicht nicht angenehm wäre.
Vielleicht nicht die modernste Graphik, aber man versteht alles sofort.Vielleicht nicht die modernste Graphik, aber man versteht alles sofort.
Besonders gut ablesbare Armaturen erleichtern das Autofahrerleben.Besonders gut ablesbare Armaturen erleichtern das Autofahrerleben.
Durch Ziehen an Stofflaschen legt man die Rücksitzbank im Verhältnis 60:40 um, das Ladevolumen schnellt auf 900 Liter. Auch nicht übel: 465 Kilo Zuladung.Durch Ziehen an Stofflaschen legt man die Rücksitzbank im Verhältnis 60:40 um, das Ladevolumen schnellt auf 900 Liter. Auch nicht übel: 465 Kilo Zuladung.
Schauen wir uns das Platzangebot an. Ist der Space Star wirklich ein Space Star, bietet er mehr Raum als andere Kleinwagen?
Ja, und der Grund ist simpel: Mit 3,85 Metern Länge überragt er die Kleinstwagenklasse, in der er preislich angesiedelt ist, um 30 bis 40 Zentimeter. Dadurch ist im Space Star nicht nur das Raumgefühl ordentlich, es sind auch vier Türen und fünf Sitze serienmäßig. Beides nicht selbstverständlich in diesem Segment. Beides aber sehr praktisch im Alltag, denn zwei Türen nerven mit der Zeit meistens und fünf Sitze braucht man in einem Kleinwagen nicht oft, aber im Fall der Fälle eben dringend. Das Kofferraumvolumen ist mit 175 bis 235 Litern klassenüblich, die Variabilität tadellos: Durch Ziehen an Stofflaschen legt man die Rücksitzbank im Verhältnis 60:40 um, die Ladefläche ist dann fast eben, das Ladevolumen schnellt auf 900 Liter. Für große Einkäufe oder große Urlaube nicht unwichtig: 465 Kilo Zuladung in der getesteten Variante, deutlich überdurchschnittlich.
 
Wie ist die Inneneinrichtung des Space Star gelungen?
Das Ambiente ist zweckmäßig, nicht mehr und nicht weniger. Dass der Innenraum des Space Star nüchtern gestaltet ist, heißt aber nicht, dass er auf lange Sicht nicht angenehm wäre: Materialien und Verarbeitung sind durchwegs solide. Vernünftige Details wie die besonders gut ablesbaren Armaturen erleichtern das Autofahrerleben im Vergleich zu verspielteren Lösungen bei der Konkurrenz. Gleiches gilt für das Multimediasystem: Es hat nicht die modernste Graphik, aber man versteht es sofort. Inhaltlich sind mit Apple Car Play, Android Auto und Bluetooth-Freisprecheinrichtung alle modernen Systeme integriert, mit dem vom Aussterben bedrohten CD-Player aber auch noch ein nettes Feature aus früheren Zeiten.
Und schließlich gibt es für einen Kaufpreis von 12.000 Euro ziemlich viel Komfortmitgift, die man bald nicht mehr missen möchte: Ein integriertes Navigationssystem mit europaweiter Karte ist halt doch besser als die Schistelei mit dem eigenen Handy. Eine Sitzheizung und ein beheizbarer Außenspiegel sind im tiefen Winter ein Segen. Ein Lederlenkrad greift sich ganz anders an als ein Kunststoffvolant und die Lenkradfernbedienung für Telefon und Musik verwendet man eigentlich ständig. Der Lichtsensor entspannt einfach.
Nur der Regensensor zeigt sich bei stärkerem Niederschlag etwas nervös. Und ein zusätzlich zur Höhenverstellung auch in der Tiefe justierbares Lenkrad geht uns ab.
Löst sich recht schwungvoll von der Ampel: Der Dreizylinder-Motor kommt in der stärkeren Variante mit 80 PS gut mit dem 900 Kilo leichten Auto zurecht.Löst sich recht schwungvoll von der Ampel: Der Dreizylinder-Motor kommt in der stärkeren Variante mit 80 PS gut mit dem 900 Kilo leichten Auto zurecht.

Entscheidende Frage: Macht der Sparefroh auch glücklich? Wie fährt sich der Space Star im Alltag?
Wir haben die Zeit im Space Star sehr entspannt empfunden, vor allem in der Stadt, aber auch im Pendlerverkehr. Der Dreizylinder-Motor kommt in der stärkeren Variante mit 80 PS gut mit dem 900 Kilo leichten Auto zurecht. Man löst sich recht schwungvoll von der Ampel, der Dreizylinder-Sound bleibt dabei erstaunlich leise. Die gute Übersicht in alle Richtungen ist im urbanen Alltag sehr angenehm. Das Fahrwerk ist durchaus komfortabel. Das Schaltgetriebe ist gut geführt und schlüssig übersetzt.
Unruhiger wird es im Space Star nur kurzfristig, wenn man die Gänge ausdreht, dann macht sich der Motor schon deutlich bemerkbar. Meistens schwimmt man aber ohnehin locker im Verkehr mit, denn für sportliches Kurven-Räubern ist der Space Star nicht vorgesehen, in dem Fall ist die Seitenneigung recht groß und die Lenkung nicht wahnsinnig zielgenau.
Viel relevanter ist freilich, dass das beim Kauf so günstige Auto auch im Unterhalt ausgesprochen ökonomisch – und damit natürlich ökologisch – ist: Niedrige Fünf-Liter-Werte sind im Space Star die Regel, im Test lag der Durchschnittsverbrauch bei nur 5,3 Litern! Beim Dahingleiten in der Peripherie kommt man auf 4,5 Liter runter, im reinen Stadtverkehr liegt man kaum über sechs Liter. Erstaunlich.
 
Oft gestellt wird bei günstigen Autos die Frage nach der Sicherheit. Wie schneidet der Space Star da ab?
Bei den offiziellen Crashtests erzielt der Space Star für einen Kleinwagen sehr gute Ergebnisse. Zusätzlich hat die kleine Klasse heute ja Sicherheitssysteme an Bord, die es vor einigen Jahren noch nicht einmal in der Oberklasse gab: das in Notfällen lebensrettende Auffahrwarnsystem hat einen Notbremsassistent und erkennt auch Fußgänger.


Wie fällt das Fazit nach dem Intensiv-Test des Space Star 1,2 aus?
Der Space Star erweist sich als kleiner Starökonom des Autofahrens, denn in der vernunftbegabten Mobilität macht ihm so schnell keiner was vor: Um zwölftausend Euro bietet er nicht nur einen ausreichend starken Antrieb, sondern auch Komfortfeatures, die man in dieser Preisklasse nicht erwartet hätte, aber im Alltag bald nicht mehr missen will – wie integrierte Navigation, fünf Türen, Sitzheizung, Lederlenkrad, Lenkfernbedienung oder Lichtsensor. Nicht selbstverständlich sind auch das Sorglos-Paket von fünf Jahren Garantie und der sehr günstige Unterhalt: Beim Space Star sind niedrige Fünf-Liter-Verbrauchswerte die Regel. Das macht ihn auch zu einem sehr umweltfreundlichen Auto.

Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Der Space Star ist Starökonom des Autofahrens, bei vernünftiger Mobilität macht ihm so schnell keiner was vor.Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Der Space Star ist Starökonom des Autofahrens, bei vernünftiger Mobilität macht ihm so schnell keiner was vor."

DATEN & FAKTEN

Mitsubishi Space Star 1,2 MIVEC Invite

(Mai 2020)

Preis

11.990 Euro nach Abzug der Boni. Listenpreis 14.990 Euro. Extra: Mehrschicht-Lackierung 680 Euro. Einstiegspreis Space Star nach Abzug der Boni: 9.990 Euro.

Antrieb

1,2-Dreizylinder-Benziner mit 5-Gang-Schaltgetriebe, 80 PS bei 6.000 U/min, 106 Nm 4.000 U/min; Frontantrieb.

Abmessungen

Länge/Breite/Höhe 3.845 / 1.665 / 1.505 mm.

Gewicht

Leergewicht ab 875 kg. Höchstzulässiges Gesamtgewicht 1.340 kg.

Fahrwerte

Vmax 180 km/h, 0-100 km/h 12,6 sec, Normverbrauch 5,3 Liter.

Testverbrauch

5,3 Liter.

MOTORPROFIS WERTUNG

Fahrspass

5 Punkte

Vernunft

10 Punkte

Preis-Leistung

10 Punkte

Gesamturteil

8 Punkte
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