
GERALD ENZINGER ÜBER SEBASTIAN WHELDON
Spielberg? Achten Sie auf Seb Wheldon!
Bei der DTM lohnt es sich auch immer, die Rahmenrennen genau zu beobachten. In Spielberg etwa in der Formula Regional die Nummer 98 – den Sohn eines tragisch verunglückten Indy500-Siegers. Ein Junge mit Formel-1-Potenzial.
25.04.2026Fotos: FIA Formula Regional Championship, Team MP, Indycar
Fahren Sie nicht heim! Gehen Sie nicht länger aufs WC als nötig! Blicken Sie nicht aufs Smartphone! Und, nein, Sie müssen nicht zum 37. Mal die Kühe, Schafe oder Hühner nebenan fotografieren!
Wer eine echte Benzinschwester, ein purer Benzinbruder ist, der erweist bei Großveranstaltungen wie der Formel 1 oder der DTM auch den jungen Assen oder den Halb-Amateuren in den Rennen des Rahmenprogramms Respekt – durch Aufmerksamkeit.
Wer das einst am Salzburgring getan hat, sah den Durchbruch von Michael Schumacher im Oktober 1988. Am Österreichring erlebte man die Premieren von Niki Lauda, Helmut Marko, Nigel Mansell oder Toto Wolff. Und am Red Bull Ring konnte man, wenn man wollte, die ersten Kilometer in einem Rennwagen von Kimi Antonelli sehen und hören, aber auch Erfolge für die pubertierenden Oliver Bearman, Charles Leclerc oder George Russell.
Auch an diesem Wochenende, dem Auftakt der DTM 2026, sehen Sie im Rahmenprogramm Piloten mit Perspektiven: im ADAC GT Masters etwa brillierte am Samstag der Vorarlberger Kiano Blum im Ford. Und mit der Formula Regional ist, was ganz selten nur mehr vorkommt, auch eine Formel-Serie im DTM-Paket dabei.
Es ist eine Serie im Höhenflug, die zuletzt Fahrer wie eben Antonelli, Fornaroli oder Frauen wie Dorien Pin hervorgebracht hat – und die als letzte Stufe vor der Formel 3 seit heuer von der FIA selbst organisiert wird. Und die in diesem neuen Format nun in Spielberg ihre Weltpremiere gibt.
Und Sie sollten dabei auf alle Fahrer achten, ganz besonders aber auf den Wagen des MP-Teams mit der Nummer 98. Es wird vom Amerikaner Sebastian Wheldon, geboren am 1.Februar 2009, gesteuert. Und das gleich im ersten Rennen bis auf Platz 3.
Ein emotionaler Moment für Freunde des Rennsports. Den viele von uns haben Sebastian schon einmal gesehen, vor vielen Jahren. Damals sah man ihn als Zweijährigen am Arm seines Vaters und neben seiner Mutter und seinem neugeborenen Bruder, dazu ein riesiger Pokal, einer der wichtigsten des Rennsports. Sein Vater Dan hatte eben das Indy 500 zum zweiten Mal nach 2005 gewonnen. Man schrieb 2011 und das Glück dieser jungen Familie war perfekt.
Aber nur mehr kurz.
Wenige Monate später verunglückte der Vater am 16. Oktober bei einem Massenunfall auf dem Las Vegas Motor Speedway. Bei einem verrückten Rennen, bei dem es fünf Millionen Dollar zu gewinnen gab, zur Hälfte für den Sieg und zum anderen für einen ausgelosten Fan.
Nur: die Rennstrecke war veraltet, die Sicherheit katastrophal. Wheldon wurde im Zuge eines Massencrashes voller herumfliegender Teile erschlagen.
Zurück blieben seine Frau, die davor jahrelang seine Assistentin gewesen war, und seinen beiden Buben.
Doch es dauerte nur wenige Jahre, bis die Mutter stolz, aber auch angsterfüllt, von den ersten Kart-Abenteuern der Söhne Sebastian und Oliver berichtete.
Nun sind beide am Weg zu einer großen Karriere, Oliver noch im Kart – Sebastian aber seit 2024 in Europa.
In den USA hatte er in Jugend-Kategorien fast alles gewonnen, aber der Familie war klar: Wenn er ein ganz Großer in der Formel 1 werden will, dann muss er noch als 15-jähriger nach Europa ziehen, um sich von Beginn an mit den Besten der Besten seiner Generation zu messen.
Begleitet wird er meist von seiner Mutter, und er ist Teil des Andretti-Nachwuchsprogramms. Eine hochemotionale Geste, denn sein Vater hätte an einem Montag im Oktober 2011 als neuer Indy-Pilot von Andretti präsentiert werden sollen. Doch er starb Stunden zuvor.
Andretti ist heute auch sehr eng mit dem neuen Formel-1-Team von Cadillac verknüpft, der Rennstall und die gesamte Formel 1 suchen für die Zukunft den perfekten amerikanischen Piloten, der idealerweise aber schon in Europa ausgebildet wurde. Sebastian, Sohn eines zweifachen Indy500-Sieger, wäre ideal.
Scott Dixon, Indy-Legende, ist sich jedenfalls sicher: "Er wird den Durchbruch schaffen – und eines Tages entweder Formel 1 oder Indycar fahren – er hat das Talent dazu." Und mit gerade mit einmal 17 Jahren ist er gut in der Zeit.
2025 feierte er in der Formel 4 in Italien und bei Gaststarts in der Formula Regional erste schöne Erfolge, heuer ist er nun permanent bei MP Motorsport in der "FRECA", wie die Formula Regional intern genannt wird, unterwegs. Gleich mit Rang 3 im ersten Rennen, dem ein durchwachsenes zweiten Rennen folgte.
Sonntag nach der DTM gibt es die nächste Chance.
Wenn Sie in Spielberg sind, sollten Sie sich das ansehen, um vielleicht in ein paar Jahren davon erzählen zu können.
Und wenn Sie nicht in der Steiermark dabei sein können – hier der Link zum Livestream am Sonntag.
Geplante Startzeit: 16.35 Uhr. Achten Sie auf Nummer 98. Und auf alle, die sich mit ihm Rad-an-Rad duellieren.
Wer eine echte Benzinschwester, ein purer Benzinbruder ist, der erweist bei Großveranstaltungen wie der Formel 1 oder der DTM auch den jungen Assen oder den Halb-Amateuren in den Rennen des Rahmenprogramms Respekt – durch Aufmerksamkeit.
Wer das einst am Salzburgring getan hat, sah den Durchbruch von Michael Schumacher im Oktober 1988. Am Österreichring erlebte man die Premieren von Niki Lauda, Helmut Marko, Nigel Mansell oder Toto Wolff. Und am Red Bull Ring konnte man, wenn man wollte, die ersten Kilometer in einem Rennwagen von Kimi Antonelli sehen und hören, aber auch Erfolge für die pubertierenden Oliver Bearman, Charles Leclerc oder George Russell.
Auch an diesem Wochenende, dem Auftakt der DTM 2026, sehen Sie im Rahmenprogramm Piloten mit Perspektiven: im ADAC GT Masters etwa brillierte am Samstag der Vorarlberger Kiano Blum im Ford. Und mit der Formula Regional ist, was ganz selten nur mehr vorkommt, auch eine Formel-Serie im DTM-Paket dabei.
Es ist eine Serie im Höhenflug, die zuletzt Fahrer wie eben Antonelli, Fornaroli oder Frauen wie Dorien Pin hervorgebracht hat – und die als letzte Stufe vor der Formel 3 seit heuer von der FIA selbst organisiert wird. Und die in diesem neuen Format nun in Spielberg ihre Weltpremiere gibt.
Und Sie sollten dabei auf alle Fahrer achten, ganz besonders aber auf den Wagen des MP-Teams mit der Nummer 98. Es wird vom Amerikaner Sebastian Wheldon, geboren am 1.Februar 2009, gesteuert. Und das gleich im ersten Rennen bis auf Platz 3.
Ein emotionaler Moment für Freunde des Rennsports. Den viele von uns haben Sebastian schon einmal gesehen, vor vielen Jahren. Damals sah man ihn als Zweijährigen am Arm seines Vaters und neben seiner Mutter und seinem neugeborenen Bruder, dazu ein riesiger Pokal, einer der wichtigsten des Rennsports. Sein Vater Dan hatte eben das Indy 500 zum zweiten Mal nach 2005 gewonnen. Man schrieb 2011 und das Glück dieser jungen Familie war perfekt.
Aber nur mehr kurz.
Wenige Monate später verunglückte der Vater am 16. Oktober bei einem Massenunfall auf dem Las Vegas Motor Speedway. Bei einem verrückten Rennen, bei dem es fünf Millionen Dollar zu gewinnen gab, zur Hälfte für den Sieg und zum anderen für einen ausgelosten Fan.
Nur: die Rennstrecke war veraltet, die Sicherheit katastrophal. Wheldon wurde im Zuge eines Massencrashes voller herumfliegender Teile erschlagen.
Zurück blieben seine Frau, die davor jahrelang seine Assistentin gewesen war, und seinen beiden Buben.
Doch es dauerte nur wenige Jahre, bis die Mutter stolz, aber auch angsterfüllt, von den ersten Kart-Abenteuern der Söhne Sebastian und Oliver berichtete.
Nun sind beide am Weg zu einer großen Karriere, Oliver noch im Kart – Sebastian aber seit 2024 in Europa.
In den USA hatte er in Jugend-Kategorien fast alles gewonnen, aber der Familie war klar: Wenn er ein ganz Großer in der Formel 1 werden will, dann muss er noch als 15-jähriger nach Europa ziehen, um sich von Beginn an mit den Besten der Besten seiner Generation zu messen.
Begleitet wird er meist von seiner Mutter, und er ist Teil des Andretti-Nachwuchsprogramms. Eine hochemotionale Geste, denn sein Vater hätte an einem Montag im Oktober 2011 als neuer Indy-Pilot von Andretti präsentiert werden sollen. Doch er starb Stunden zuvor.
Andretti ist heute auch sehr eng mit dem neuen Formel-1-Team von Cadillac verknüpft, der Rennstall und die gesamte Formel 1 suchen für die Zukunft den perfekten amerikanischen Piloten, der idealerweise aber schon in Europa ausgebildet wurde. Sebastian, Sohn eines zweifachen Indy500-Sieger, wäre ideal.
Scott Dixon, Indy-Legende, ist sich jedenfalls sicher: "Er wird den Durchbruch schaffen – und eines Tages entweder Formel 1 oder Indycar fahren – er hat das Talent dazu." Und mit gerade mit einmal 17 Jahren ist er gut in der Zeit.
2025 feierte er in der Formel 4 in Italien und bei Gaststarts in der Formula Regional erste schöne Erfolge, heuer ist er nun permanent bei MP Motorsport in der "FRECA", wie die Formula Regional intern genannt wird, unterwegs. Gleich mit Rang 3 im ersten Rennen, dem ein durchwachsenes zweiten Rennen folgte.
Sonntag nach der DTM gibt es die nächste Chance.
Wenn Sie in Spielberg sind, sollten Sie sich das ansehen, um vielleicht in ein paar Jahren davon erzählen zu können.
Und wenn Sie nicht in der Steiermark dabei sein können – hier der Link zum Livestream am Sonntag.
Geplante Startzeit: 16.35 Uhr. Achten Sie auf Nummer 98. Und auf alle, die sich mit ihm Rad-an-Rad duellieren.
Sebastian Wheldon 2026.
Traurige Vergangenheit: Sebastian Wheldon am Arm seines Vaters nach dessen zweiten Triumph beim Indy500 im Jahr 2011. Wenige Monate danach verunglückte er tödlich.
Sebastian Wheldon startet ein sehr wichtiges Jahr seiner Karriere am Red Bull Ring in Spielberg.
In der atemberaubenden Naturkulisse der Obersteiermark fährt Sebastian Wheldon dieses Wochenende seine ersten Rennen für MP Motorsport.

Seit 2026 ist sie hochkarätige Formula Regional "FRECA" offiziell im Namen der FIA als Nachwuchsserie auf der Stiege zur Formel 1 unterwegs.
Die Lenkräder der Formel-Rennwagen sind hier noch von einer faszinerenden Schlichtheit.
Sebastian Wheldon in der Formula Regional.
Die wahren Fans am Red Bull Ring erkennt man daran, dass sie sich auch sehr leidenschaftlich und interessiert mit den Rahmenrennen beschäftigen.
In der Formula Regional werden die jungen Piloten besonders intensiv geschult – auch in der Regelkunde.
Sebastian Wheldon ist ein Schüler der Familie Andretti. Das ist besonders rührend: Sein Vater hätte 2012 zu Andretti Motorsport wechseln sollen – und starb im letzten Rennen für sein altes Team.
Das Starterfeld in der Formula Regional, der letzten Vorstufe zur Formel 3, ist hochtalentiert und vielfältig.
Sebastian Wheldon am Start.
Die Frühlingskulisse ist an diesem DTM-Wochenende in Spielberg besonders beeindruckend.
Das Leben von Dan Wheldon und die Zukunftspläne seiner Söhne sind Inhalt einer großen HBO-Dokumentation.





