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HONDE E

Hipster Nummer eins

Mit der Kombination von sauberer Technolgie und sportiven Retroelementen hat Honda einen Bilderbuch-Hipster geschaffen. Das bringt dem urbanen Elektroauto auch finanzielle Entspannung: Für ein „Cool Car“ ist der Honda e nicht teuer.

Von 12. bis 22. September findet die Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt statt. Motorprofis.at stellt die Stars der wichtigsten Automesse vor.
 
Jetzt ist sie also da, die Serienversion des Honda e…
Und damit die Gewissheit, dass der retro-futuristische Charme der Studie tatsächlich in der Serie angekommen ist. Darauf ist Honda stolz und hat das bei der Weltpremiere mit dem Slogan #thisisnotaprototype auch noch einmal deutlich gemacht.
Das nun fertige Auto mischt sportlichen, vom ersten Civic inspirierten 70er-Jahre-Minimalismus außen und innen mit High-Tech-Elementen – und geht damit in eine ganz neue Stilrichtung. Honda bleibt an der Schwelle zum Elektrozeitalter also cool und nutzt den Umbruch für ein lässiges Designstatement.
 
Das Elektroauto als urbanen Hipster zu definieren macht bisher nur BMW mit dem i3. Was hat Honda dem entgegen zu setzten?
Interessanterweise macht Honda viele Sachen, die man gemäß (landläufigem) Image eher BMW zuordnen würde. Tatsächlich ist aber Honda die abgezockte Sportmarke der legendären Senna-Prost-Jahre (WM-Titel in Serie), der Formel-1-Siege von heute (Spielberg 2019) und der Sportwagen im Modellprogramm (NSX). Auch beim i3 setzt BMW ja überraschend auf die Proportionen „hoch-und-schmal“, während der Honda e mit „nieder-und-breit“ ganz gezielt in die sportliche Richtung geht. Auf urbane vier Meter Länge können sich beide „Cool Cars“ einigen. Beim Gewicht bleibt der BMW gute 100 Kilo im Vorteil, allerdings hat dieser Leichtbau natürlich auch seinen Preis – dazu weiter unten mehr.
Weltpremiere des ersten Honda-Elektroautos auf der IAA in Frankfurt. Bald kommen die ersten Autos nach Österreich.Weltpremiere des ersten Honda-Elektroautos auf der IAA in Frankfurt. Bald kommen die ersten Autos nach Österreich.
Hat der sportliche Anspruch des Honda e auch einen technischen Hintergrund?
Die Details lassen Sportler mit der Zunge schnalzen. Ein so kompaktes Auto mit Heckmotor, Heckantrieb und Einzelradaufhängung verspricht exzellenten Fahrspaß. Weil der schwerste Teil des Autos, die Batteriepackung, als flacher Teppich zwischen den Achsen konzipiert ist, hat der Honda e auch eine besonders tiefen 50-Zentimeter-Schwerpunkt und eine ideale 50:50-Gewichtsverteilung.
Das alles soll für exzellentes Lenkgefühl frei von Antriebseinflüssen und dynamisches Hakenschlagen auf engstem Raum sorgen. Der Wendekreis-Durchmesser beträgt 8,60 und ist damit einer der kleinsten aller Autos.
Den Elektromotor gibt es in zwei Versionen – mit 136 PS oder 154 PS und 315 Newtonmeter Drehmoment. Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in rund 8 Sekunden, wie gewohnt bei E-Autos geht es bis 50 km/h besonders rasant, da können ja selbst Sportwagen bisweilen nicht mit.

Wie sieht es mit der Reichweite und dem Laden aus?
Die 35,5 kWh Batterie ermöglicht eine Reichweite von bis zu 220 Kilometer, nach dem strengen, sehr realitätsnahen WLTP-Zyklus werden es rund 200 Kilometer sein. Für den urbanen Raum kein Problem, aber man sollte schon einen exakten Plan haben, wie man seinen Honda e am Arbeitsplatz oder zuhause oder an öffentlichen Ladestationen mit Strom versorgen wird.
Honda selbst bietet einen Power Charger für optimales Wechselstrom-Laden an. Das Ladesystem wird an der Wand oder auf einem Sockel montiert und bietet eine maximale Leistung von 7,4 kW bei einphasiger Stromversorgung oder 22 kW bei dreiphasiger Stromversorgung. Somit ist der Honda E zuhause im Idealfall in 4,1 Stunden voll.
Über die öffentliche Gleichstrom-Schnellladung mit bis zu 50 kW können 80 Prozent der Batterieleistung innerhalb von rund 30 Minuten zurückgewonnen werden.
Honda bietet einen Power Charger für Wechselstrom-Laden mit bis zu 22 kW an. Das System wird an der Wand oder auf einem Sockel montiert.Honda bietet einen Power Charger für Wechselstrom-Laden mit bis zu 22 kW an. Das System wird an der Wand oder auf einem Sockel montiert.
Den Retroelementen stehen umso futuristischere Details gegenüber.Den Retroelementen stehen umso futuristischere Details gegenüber.
Vertikale schwarze Kunststoffelemente. Dazu schlichte, moderne LEDs.Vertikale schwarze Kunststoffelemente. Dazu schlichte, moderne LEDs.
Wir müssen noch ein wenig über das Design sprechen…
Die minimalistischen Elemente und sportlichen Proportionen wecken vage Erinnerungen an den ersten Honda Civic. Auch die vertikalen schwarzen Kunststoffelemente erinnern an dessen Zeit, die 70er. Den zarten Retroelementen stehen futuristische Details gegenüber: Seitliche Kameras statt Außenspiegeln, ein mit blauen LEDs beleuchteter Ladebereich in der „Motorhaube“ statt dem Tankdeckel, dazu ebenso schlichte wie moderne LED-Schweinwerfer und -Rücklichter.

Wirklich minimalistisch-futuristisch ist aber das Cockpit. Wie hat es Honda angelegt?
Den Innenraum beherrscht ein die gesamte Fahrzeugbreite umfassendes digitales Armaturenbrett. Es besteht aus fünf hochauflösenden Farbbildschirmen, wobei man einzelne Elemente dieser vernetzten Infotainment-Systeme durch Wischen zwischen den Screens hin- und herschieben kann. Ein neues Technologie-Level im Cockpit – und das in der kleinen Klasse.
Diesem Anspruch Rechnung tragend beliebt man natürlich auch in Abwesenheit per App (My Honda+) mit dem Auto verbunden, um auf Ladefunktionen, Klimasteuerung oder auch Kamera-Standortüberwachung zuzugreifen.
Von allen Seiten zugänglich: Ein mit blauen LEDs beleuchteter Ladebereich in der „Motorhaube“ ersetzt den Tankdeckel.Von allen Seiten zugänglich: Ein mit blauen LEDs beleuchteter Ladebereich in der „Motorhaube“ ersetzt den Tankdeckel.
70er-Anklänge. Minimalistisch auch der Name.70er-Anklänge. Minimalistisch auch der Name.
Seitliche Kamera statt Außenspiegel.Seitliche Kamera statt Außenspiegel.
Geschlossen, strichliert: Neues Felgendesign.Geschlossen, strichliert: Neues Felgendesign.
Gibt es schon Preise?
Die gut ausgestattete Basisversion mit 136 PS wird 34.990 Euro kosten, die Version „Advance“ mit zusätzlicher Ausstattung und eine Motorleistung von 154 PS ab 37.990 Euro erhältlich sein. Mit dem E-Mobilitätsbonus von bis zu 3.300 Euro aus dem Fördertopf des österreichischen Klima- und Energiefonds ist für den Honda e ein Einstiegspreis von 31.690 Euro möglich.
Nicht wenig, aber für ein cooles Stadtauto auch nicht so viel. Siehe Mini oder Evoque im konventionellen Bereich. Siehe vor allem BMW i3 – das einzige richtig hippe Elektroauto neben dem Honda e startet (bei leicht höherer Reichweite) über 40.000 Euro, und wer BMW kennt, weiß dass somit 50.000 Euro und mehr schnell erreicht sind.
Neues High-Tech-Level: Farbbildschirme über die gesamte Fahrzeugbreite. Inhalte lassen sich auf den nächsten Screen verschieben.Neues High-Tech-Level: Farbbildschirme über die gesamte Fahrzeugbreite. Inhalte lassen sich auf den nächsten Screen verschieben.
Hochwertige Stoffe für Sitze und Türverkleidungen.Hochwertige Stoffe für Sitze und Türverkleidungen.
Umlegbare Fondlehnen, nahezu ebene Ladefläche.Umlegbare Fondlehnen, nahezu ebene Ladefläche.
Und der Starttermin für Österreich?
Etwas Geduld ist noch noch gefragt. Bestellungen werden schon entgegen genommen, die ersten Auslieferungen erfolgen dann im Frühsommer 2020.
 
Für Honda ist der „e“ der Anfang einer großen Elektro-Offensive. Was genau planen die Japaner?
Schon 2025 sollen alle Hondas entweder Elektro- oder Hybridantrieb haben, der neue Honda Jazz wird nächstes Jahr zum Beispiel nur noch mit Hybridantrieb kommen. Zudem werden sich die Japaner auch als Energie-Anbieter und -Manager betätigen: Konkret ist eine Technologie zur Installation von Ladepunkten in Laternenmasten geplant. In Zukunft soll der Honda Power Manager auch eine Stromgewinnung und -verteilung zwischen Elektrofahrzeugen und dem Versorgungsnetz ermöglichen. Dann können E-Autos ihre Strom auch mal wieder an das öffentliche Netzt zurückverkaufen und sich damit was dazuverdienen.
Mit dem Bonus des österreichischen Klima- und Energiefonds ist für den Honda e ein Einstiegspreis von 31.690 Euro möglich. Nicht wenig…Mit dem Bonus des österreichischen Klima- und Energiefonds ist für den Honda e ein Einstiegspreis von 31.690 Euro möglich. Nicht wenig…
…aber für ein cooles Stadtauto auch nicht so viel. Der einzige andere Elektro-Hipster, BMWs i3, kostet jedenfalls deutlich mehr.…aber für ein cooles Stadtauto auch nicht so viel. Der einzige andere Elektro-Hipster, BMWs i3, kostet jedenfalls deutlich mehr.
Ein kleines bisschen Geduld noch: die ersten Autos kommen im Frühsommer 2020 nach Österreich. Bestellungen werden aber schon angenommen.Ein kleines bisschen Geduld noch: die ersten Autos kommen im Frühsommer 2020 nach Österreich. Bestellungen werden aber schon angenommen.
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