Jaguar Type 01: Cockpit & Details
Einen Briten verlässt nicht der Mut
Wer gedacht hat, Jaguars neuer Kurs könnte zum Serienstart hin konzilianter werden, sieht sich getäuscht. Die Engländer enthüllen das Cockpit des Type 01 und lösen damit schon mal das Versprechen ein, künftig wieder Dinge zu tun, die noch keiner gemacht hat: Das Armaturenbrett wird befreit von fast allem, was wir dort gewohnt sind. Motorprofis.at erklärt den Innenraum – und wie es mit dem Type 01 und seinen zwei Plattform-Brüdern weitergeht.
12.08.2026Fotos: Werk
Künstler, die sich im Laufe ihrer Karriere neu erfinden, faszinieren und verwirren stets das Publikum. Die Hoffnung ist, dass am Ende die Faszination siegt. David Bowie wechselte vom Folk zum Glam-Rock, Pablo Picasso von der Blauen Periode zum Kubismus und Madonna sowieso ständig das Image und den Sound. Im Automobilbereich gehörte Jaguar unter Gründer Sir William Lyons auch einmal zu den Kunstschaffenden: „Copy Nothing“ war sein Credo und Jaguar baute viele unvergleichliche Autos, die zweifellos (Kunst-)Werke für die Ewigkeit sind. Dorthin wollen die Engländer wieder zurück. Den Bau klassischer SUVs und Limousinen im Stil von BMW und Audi haben sie eingestellt und bringen ab 2027 vollelektrische Autos auf die Straße, an die man sich möglichst auch in 100 Jahren noch erinnern soll. Aus der Premium- wird wieder eine Luxusmarke, die Autos dürften sich im automobilen Spektrum ähnlich weit oben wie ein großer Range Rover positionieren.
Nach mehreren Verschiebungen – die Zeitenwende blieb auch technisch eine große Herausforderung – wird Jaguar am 6. Oktober in New York das erste von drei neuen Modellen vorstellen, einen großen GT-Sportwagen mit vier Türen. Bestellungen für den Type 01 werden ab Anfang 2027 möglich sein, auf die Straße kommt das Auto im Frühjahr 2027.
Vorab haben die Engländer das Cockpit des Serienmodells enthüllt – und damit klar gemacht, dass sie der Mut mit dem Näherrücken des Serienstarts nicht verlassen hat. Das Versprechen, künftig wieder Dinge zu tun, die noch kein anderer gemacht hat, wäre damit jedenfalls schon mal eingelöst.
Ein Fahrer und bis zu drei Passagiere werden in einem bemerkenswerten Innenraum Platz nehmen, der in seiner radikal reduzierten Ästhetik nahe an der Studie ist und nahezu vollständig aus glatten Oberflächen mit hellen, hochwertigen Materialen besteht. Eine gute Rückenmuskulatur empfiehlt sich für den Ein- und Ausstieg, die Sitzpositionen werden fast so tief wie in einem Sportwagen sein, weil der Type 01 nur 1,40 Meter hoch ist und für die Füße der Passagiere Lücken im großflächigen Batteriepack gelassen werden.
Grundsätzlich vertraute Anblicke im Cockpit sind das Lenkrad, wenn auch hier in leicht ovaler Form, und das große digitale Fahrerdisplay dahinter. Über die Lenkradfernbedienung steuert der Pilot die gängigen Funktionen, ganz klassisch. Darüber hinaus zeigt sich das Armaturenbrett aber von fast allem befreit, was Autofahrer dort aktuell gewohnt sind. Dass Tasten, wie wir sie über die letzten Jahrzehnte gedrückt haben, fast vollständig verschwinden, kennen wir noch von anderen Marken – wenn auch nicht allzu oft so radikal wie im Type 01, wo es sie wirklich nur noch in den in den Türverkleidungen gibt, zuständig für die Fensterheber und die Türverriegelung. Neu und ein Paradigmenwechsel ist, dass Jaguar auch auf den modernen Tasten-Ersatz verzichtet und den großen mittigen Multimedia-Bildschirm einfach weglässt. Der Type 01 begnügt sich im Zentrum mit einem rudimentären Touch-Display, das auf das Allernötigste reduziert ist und vornehmlich die Temperatur- und Musiksteuerung übernimmt. Bildschirme dieser Größe sind bei anderen Marken die Ergänzung von der Ergänzung. Wer hätte gedacht, dass sich ein Cockpit im Jahr 2026 komplett auf Design und Sport konzentriert, unter Verzicht auf alles, was davon ablenkt. Ob die Kunden das als stillvolles Statement oder als kalten Entzug empfinden, wird man sehen. Vor allem Mercedes-Fahrer könnten die Welt nicht mehr verstehen.
Ebenfalls ein mutiger neuer Gedanke ist das Weglassen des am Dach montierten Rückspiegels zugunsten eines mittig und weit vorne auf dem Armaturenbrett positionierten Kameradisplays. Dass man auf unserem Aufmacherbild auch einen echten Innenrückspiegel sieht, hat einen einfachen Grund: Es wird bald bei der Monterey Car Week ausgestellt – und in Amerika ist ein Innenrückspiegel Pflicht, auch wenn man hinten nicht raussieht. In Europa kommt der Type 01 ohne einen Innenrückspiegel.
Auch offene Ablageflächen sucht man im Type 01 vergeblich. Eine vom Armaturenbrett bis zum Kofferraum reichende Mittelkonsole ist vollständig mit hellem weichen Oberflächenmaterial bespannt, dazwischen ragen messing-farbene Elemente heraus, die man auch im oberen Teil der Türen findet. Dass sich die Konsole als Designelement über die gesamte Kabinenlänge zieht, teilt den Innenraum in vier individuelle Bereiche, soll aber auch den Proportionen gut tun: „Im Gegensatz zur üblichen horizontalen Gestaltung von Innenräumen haben wir die markante Längsausrichtung durch die Mittelkonsole“, erklärt Interieur-Designer Thomas Holden. Eine optische Verbindung vom Armaturenbrett nach draußen zur langen Motorhaube baut schließlich das in beiden Bereichen integrierte Klaviertasten-Design auf.
Nach mehreren Verschiebungen – die Zeitenwende blieb auch technisch eine große Herausforderung – wird Jaguar am 6. Oktober in New York das erste von drei neuen Modellen vorstellen, einen großen GT-Sportwagen mit vier Türen. Bestellungen für den Type 01 werden ab Anfang 2027 möglich sein, auf die Straße kommt das Auto im Frühjahr 2027.
Vorab haben die Engländer das Cockpit des Serienmodells enthüllt – und damit klar gemacht, dass sie der Mut mit dem Näherrücken des Serienstarts nicht verlassen hat. Das Versprechen, künftig wieder Dinge zu tun, die noch kein anderer gemacht hat, wäre damit jedenfalls schon mal eingelöst.
Ein Fahrer und bis zu drei Passagiere werden in einem bemerkenswerten Innenraum Platz nehmen, der in seiner radikal reduzierten Ästhetik nahe an der Studie ist und nahezu vollständig aus glatten Oberflächen mit hellen, hochwertigen Materialen besteht. Eine gute Rückenmuskulatur empfiehlt sich für den Ein- und Ausstieg, die Sitzpositionen werden fast so tief wie in einem Sportwagen sein, weil der Type 01 nur 1,40 Meter hoch ist und für die Füße der Passagiere Lücken im großflächigen Batteriepack gelassen werden.
Grundsätzlich vertraute Anblicke im Cockpit sind das Lenkrad, wenn auch hier in leicht ovaler Form, und das große digitale Fahrerdisplay dahinter. Über die Lenkradfernbedienung steuert der Pilot die gängigen Funktionen, ganz klassisch. Darüber hinaus zeigt sich das Armaturenbrett aber von fast allem befreit, was Autofahrer dort aktuell gewohnt sind. Dass Tasten, wie wir sie über die letzten Jahrzehnte gedrückt haben, fast vollständig verschwinden, kennen wir noch von anderen Marken – wenn auch nicht allzu oft so radikal wie im Type 01, wo es sie wirklich nur noch in den in den Türverkleidungen gibt, zuständig für die Fensterheber und die Türverriegelung. Neu und ein Paradigmenwechsel ist, dass Jaguar auch auf den modernen Tasten-Ersatz verzichtet und den großen mittigen Multimedia-Bildschirm einfach weglässt. Der Type 01 begnügt sich im Zentrum mit einem rudimentären Touch-Display, das auf das Allernötigste reduziert ist und vornehmlich die Temperatur- und Musiksteuerung übernimmt. Bildschirme dieser Größe sind bei anderen Marken die Ergänzung von der Ergänzung. Wer hätte gedacht, dass sich ein Cockpit im Jahr 2026 komplett auf Design und Sport konzentriert, unter Verzicht auf alles, was davon ablenkt. Ob die Kunden das als stillvolles Statement oder als kalten Entzug empfinden, wird man sehen. Vor allem Mercedes-Fahrer könnten die Welt nicht mehr verstehen.
Ebenfalls ein mutiger neuer Gedanke ist das Weglassen des am Dach montierten Rückspiegels zugunsten eines mittig und weit vorne auf dem Armaturenbrett positionierten Kameradisplays. Dass man auf unserem Aufmacherbild auch einen echten Innenrückspiegel sieht, hat einen einfachen Grund: Es wird bald bei der Monterey Car Week ausgestellt – und in Amerika ist ein Innenrückspiegel Pflicht, auch wenn man hinten nicht raussieht. In Europa kommt der Type 01 ohne einen Innenrückspiegel.
Auch offene Ablageflächen sucht man im Type 01 vergeblich. Eine vom Armaturenbrett bis zum Kofferraum reichende Mittelkonsole ist vollständig mit hellem weichen Oberflächenmaterial bespannt, dazwischen ragen messing-farbene Elemente heraus, die man auch im oberen Teil der Türen findet. Dass sich die Konsole als Designelement über die gesamte Kabinenlänge zieht, teilt den Innenraum in vier individuelle Bereiche, soll aber auch den Proportionen gut tun: „Im Gegensatz zur üblichen horizontalen Gestaltung von Innenräumen haben wir die markante Längsausrichtung durch die Mittelkonsole“, erklärt Interieur-Designer Thomas Holden. Eine optische Verbindung vom Armaturenbrett nach draußen zur langen Motorhaube baut schließlich das in beiden Bereichen integrierte Klaviertasten-Design auf.
Über das Lenkrad steuert der Pilot das Fahrerdisplay. Darüber hinaus zeigt sich das Armaturenbrett von fast allem befreit, was wir dort gewohnt sind.
Messing-farbene Elemente mit Jaguar-Logo im oberen Teil der Türen.
Verbindung vom Armaturenbrett zur Motorhaube mit Klaviertasten-Design.
Die Konsole zieht sich als Desigmelement, Armablage und Ablagefläche über die gesamte Kabinenlänge, das teilt den Innenraum in vier individuelle Bereiche.Mit dem Wort Type im Namen verweist Jaguar auf legendäre Vorgänger, die Null steht für emissionsfreies Fahren und der Einser für den Beginn einer neuen Generation. Die korrekte Modellbezeichnung ist also „Type Zero-One“, umgangssprachlich könnte sich vielleicht das knackigere „Type One“ durchsetzen.
Das Auto basiert auf einer eigens für Jaguar entwickelten Elektroarchitektur (JEA) und wird eine mutige Fastback-Proportionen haben, wie es sie in der Serie noch nie gab. Am ehesten vergleichbar? Vielleicht ein Aston Martin Lagonda aus den 1970ern. Bei mehr als fünf Metern Länge ist der viertürige, aber wie ein Coupé gezeichnete Type 01 nur 1,40 Meter hoch und hat vor allem 23 Zoll große Felgen, deren Integration in die Karosserie ein enormer Aufwand war – schließlich reicht ein Rad bis über die Hälfte der Flanke, zwei Räder sind also höher als das Dach. Spektakulär ist der sogenannte „Luxury Gap“, mit dem Designer den Abstand zwischen Vorderachse und A-Säule bezeichnen. Eine lange Motorhaube vor sich zu haben, prägte schon im frühen 20. Jahrhundert das Bild von einem teuren Auto, und tut es mit Blick auf Bentley und Rolls-Royce unverändert.
Gesetzt für den Type 01 sind 850-Volt-Technik und ein hecklastiger Dreimotor-Allradantrieb, den es in zwei Leistungsstufen mit 750 PS und 1000 PS geben wird – wobei im Hintergrund immer die gleichen Motoren und die gleiche 120-kWh-Batterie arbeitet. Dem Vernehmen nach ist mit bis zu 1.300 Newtonmeter Drehmoment sowie schnellem 350-kW-Laden und guten WLTP-Reichweiten von bis zu 700 Kilometern zu rechnen. Der Preis wird im Bereich von 150.000 Euro liegen.
Schon ein Jahr nach dem Serienstart des Type 01 soll es 2028 mit dem nächsten Jaguar-Modell auf JEA-Basis weitergehen. Design und Konzept sind fix, es handelt sich um ein Crossover-Fließheck-Modell – denken Sie an den Peugeot 408, nur eben viiiel größer. Bei den Leistungsdaten und Preisen kann man sich an den oben genannten Zahlen orientieren.
Wie es danach weitergeht, ist noch nicht gesichert. Das dritte neue Jaguar-Modell sollte ursprünglich eine klassische Limousine werden, dieser Plan ist aber in Frage gestellt, weil Limousinen-Design immer weniger gefragt ist und sich letztlich nur noch in China verkauft. Gerüchteweise wird aus dem dritten Modell daher doch ein spektakulärer Zweitürer.
Das Auto basiert auf einer eigens für Jaguar entwickelten Elektroarchitektur (JEA) und wird eine mutige Fastback-Proportionen haben, wie es sie in der Serie noch nie gab. Am ehesten vergleichbar? Vielleicht ein Aston Martin Lagonda aus den 1970ern. Bei mehr als fünf Metern Länge ist der viertürige, aber wie ein Coupé gezeichnete Type 01 nur 1,40 Meter hoch und hat vor allem 23 Zoll große Felgen, deren Integration in die Karosserie ein enormer Aufwand war – schließlich reicht ein Rad bis über die Hälfte der Flanke, zwei Räder sind also höher als das Dach. Spektakulär ist der sogenannte „Luxury Gap“, mit dem Designer den Abstand zwischen Vorderachse und A-Säule bezeichnen. Eine lange Motorhaube vor sich zu haben, prägte schon im frühen 20. Jahrhundert das Bild von einem teuren Auto, und tut es mit Blick auf Bentley und Rolls-Royce unverändert.
Gesetzt für den Type 01 sind 850-Volt-Technik und ein hecklastiger Dreimotor-Allradantrieb, den es in zwei Leistungsstufen mit 750 PS und 1000 PS geben wird – wobei im Hintergrund immer die gleichen Motoren und die gleiche 120-kWh-Batterie arbeitet. Dem Vernehmen nach ist mit bis zu 1.300 Newtonmeter Drehmoment sowie schnellem 350-kW-Laden und guten WLTP-Reichweiten von bis zu 700 Kilometern zu rechnen. Der Preis wird im Bereich von 150.000 Euro liegen.
Schon ein Jahr nach dem Serienstart des Type 01 soll es 2028 mit dem nächsten Jaguar-Modell auf JEA-Basis weitergehen. Design und Konzept sind fix, es handelt sich um ein Crossover-Fließheck-Modell – denken Sie an den Peugeot 408, nur eben viiiel größer. Bei den Leistungsdaten und Preisen kann man sich an den oben genannten Zahlen orientieren.
Wie es danach weitergeht, ist noch nicht gesichert. Das dritte neue Jaguar-Modell sollte ursprünglich eine klassische Limousine werden, dieser Plan ist aber in Frage gestellt, weil Limousinen-Design immer weniger gefragt ist und sich letztlich nur noch in China verkauft. Gerüchteweise wird aus dem dritten Modell daher doch ein spektakulärer Zweitürer.
GT-Sportwagen mit vier Türen: Bestellungen für den Jaguar Type 01 werden ab Anfang 2027 möglich sein, auf die Straße kommt das Auto im Frühjahr 2027.






