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Test: Jeep Compass

Test: Jeep Compass

Flotter Transatlantiker

Im Compass trifft wieder europäische SUV-Technik auf traditionelles Jeep-Design. Die Neuauflage ist ein geräumiges Familien-Freizeit-Auto mit überzeugendem Komfort, das sich über den starkem Auftritt abhebt.
Um wen geht es?
Jeep ist ein großer amerikanischer Markenname, für viele ein Synonym für Geländewagen. Ältere denken an Begriffe wie „Die Vier im Jeep“ oder an Filme wie „M*A*S*H“. Jüngere denken vor allem an Autos wie den Cherokee oder den Grand Cherokee, die mitgeholfen haben, das SUV-Segment im Pkw-Markt zu etablieren.
Heute ist Jeep eine Marke der multinationalen Stellantis-Gruppe. In ihr ist der frühere Mutterkonzern Chrysler aufgegangen, acht Jahre nach seiner Fusion mit Fiat. Die heutigen Jeeps sind auf Europa zugeschnitten, heißen Avenger, Renegade und Compass, und sind technisch mit Stellantis-Modellen verwandt – nur der Wrangler verkörpert noch den alten knöchernen Offroad-Haudegen mit Starrachse und Leiterrahmen. Nicht mehr lange: 2026 ist Schluss mit dem Wrangler. Nachfolger wird der elektrische Jeep Recon.
Abgesehen vom Urgestein Wrangler ist der Compass das momentan größte Jeep-Modell, er zählt zum C-SUV-Segment und startet Ende 2025 in dritter Generation (nach der ersten 2006 und der zweiten 2016). Produziert wird er im italienischen Werk Melfi.
 
Wie sieht er aus?
Jeep hat einige charakteristische Designmerkmale, die bei keinem Modell fehlen dürfen. Dazu gehören ordentliche Bodenfreiheit, kurze Karosserieüberhänge vorn und hinten, Radauschnitte in angedeutet eckiger Form und natürlich die sieben senkrechten Lüftungsschlitze im Kühlergrill, die im Lauf der Zeit immer breiter wurden. Es gab sie schon immer, allerdings waren es bei den ersten militärischen (Willys-)Jeeps im Zweiten Weltkrieg noch neun.
Bei Elektrofahrzeugen ist diese Art der Motorraumbelüftung allerdings gar nicht mehr nötig – macht nichts, die Designer verzichten dennoch nicht auf den traditionellen optischen Auftritt, so werden die sieben Öffnungen eben in Form von schwarzen Rechtecken zu einem gestalterischen Element. In der zum Markteintritt angebotenen First Edition können diese sogar beleuchtet werden.
Wichtig ist den Hütern der Marke das ikonische Design: Die Jeep-Formel sei ein „Rezept, das sich nie ändert“, sagt Fabio Catone, Leiter der Marke Jeep in Europa. Es soll Freiheit und Abenteuer symbolisieren, Werte wie Haltbarkeit, Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit zum Ausdruck bringen.
Der Compass III ist deutlich größer als sein Vorgänger, er wuchs in der Länge um mehr als 14 Zentimeter, in der Breite um 8,5 und sein Radstand legte um fast 16 Zentimeter zu. Mit breiter Brust steht er da – der Kühlergrill geschlossen, der Lufteinlass unter dem Nummernschild öffnet und schließt sich beim Fahren automatisch, je nach Kühlluftbedarf. Mit einem cW-Wert von 0,29 ist der neue Compass gleichzeitig der aerodynamischste Jeep bisher.
Neue Größenklasse: Der Compass wuchs in der Länge um mehr als 14 Zentimeter, in der Breite um 8,5, sein Radstand legte um fast 16 Zentimeter zu.Neue Größenklasse: Der Compass wuchs in der Länge um mehr als 14 Zentimeter, in der Breite um 8,5, sein Radstand legte um fast 16 Zentimeter zu.
Kantiges LED- und Karosserie-Design.Kantiges LED- und Karosserie-Design.
Eckige Radkästen sind Pflicht bei Jeep.Eckige Radkästen sind Pflicht bei Jeep.
Gut aufgestellt mit der STLA Medium-Plattform: Der Compass ist ein moderndes, komfortorientiertes SUV mit durchaus hohem Standard.Gut aufgestellt mit der STLA Medium-Plattform: Der Compass ist ein moderndes, komfortorientiertes SUV mit durchaus hohem Standard.

Wie präsentiert sich der Innenraum?
Geräumig wie erwartet, immerhin sitzen wir hier in einem SUV des C-Segments mit 4,55 Meter Außenlänge. Auf den Vordersitzen ist genügend Platz in jeder Richtung, auch die hinten Sitzenden können sich über ziemlich gute Beinfreiheit freuen, die Kopffreiheit ist ohnehin kein Thema.
Das Lenkrad mit Jeep-Schriftzug ist oben und unten abgeflacht. Trotz kantig-robustem Design ist das natürlich kein spartanischer Arbeitsplatz, sondern ein modernes Cockpit, wie heutzutage üblich mit Instrumenten-Display hinter dem Lenkrad (10,25 Zoll groß) und einem 16 Zoll großen Touchscreen in der Mitte.
Sowohl auf den Speichen des Lenkrads als auch in einer Reihe unterhalb des zentralen Tablets finden sich haptische Tasten, es muss also nicht alles mit Wischen und Tippen auf dem Hauptbildschirm erledigt werden. Eine dieser Tasten ist besonders sympathisch: Wird sie mehrere Sekunden lang gedrückt, können dadurch einige vorgewählte Assistenzsysteme gleichzeitig deaktiviert werden.
Das Automatikgetriebe ist mit einem großen Drehknopf zu bedienen, links daneben dient der Selec-Terrain-Schalter in auffällig rotem Feld zur Wahl des gewünschten Fahrmodus. Zur Auswahl stehen Auto, Sport, Snow und Sand/Mud (Schlamm), die Plug-in-Variante des Compass verfügt darüber hinaus noch über den Fahrmodus Electric.
Hinter der Heckklappe wartet ein bis zu 550 Liter Volumen fassender Gepäckraum – das ist mehr als ordentlich und 45 Liter mehr als bisher. Die Rücksitze können im Verhältnis 40/20/40 nach vorne umgelegt werden. Auch dass die Ablagen im Bereich der Vordersitze ein Gesamtvolumen von 34 Liter für Alltagskrimskrams bieten, sei positiv erwähnt. 
 
Welche Technik kommt zum Einsatz?
Basis des neuen Compass ist die Stellantis-Plattform STLA Medium, wie sie etwa auch der Peugeot 3008 oder Opel Grandland verwenden. Zunächst ist der Compass in zwei Antriebsversionen erhältlich: als e-Hybrid und rein elektrisch. Beide haben Frontantrieb.
Der e-Hybrid mit 136 PS starkem 1,2-Liter-Benzinmotor hat eine Gesamtsystemleistung von 145 PS und bietet 230 Newtonmeter Drehmoment. Mehr Saft steckt im Compass Elektro – dessen E-Motor leistet 213 PS und bringt 345 Newtonmeter an die Vorderräder. Die 74-kWh-Batterie ermöglicht eine WLTP-Reichweite von 500 Kilometern. Neu ist die One-Pedal-Drive-Funktion, damit kann der Compass allein mit dem Fahrpedal nicht nur beschleunigt, sondern auch bis zum Stillstand verzögert werden.
Auf Wunsch steht ein größerer Akku mit einer Kapazität von 96,3 kWh zur Verfügung, der 650 Kilometer Reichweite verspricht, die Leistung des E-Motors steigt dann auf 231 PS. Darüber hinaus ist der Compass auch als Plug-in-Hybrid mit 195 PS im Angebot. Nur einen Diesel oder Benziner ohne Elektrifizierung wird es nicht mehr geben.

Und Allradantrieb?
Da kommt der Compass 4xe ins Spiel, der im Frühjahr 2026 das Angebot erweitert. Er besitzt einen zusätzlichen E-Motor an der Hinterachse, der weitere 179 PS beisteuert. So kommt er auf eine Gesamtleistung von 375 PS und eine WLTP-Reichweite von rund 400 Kilometern.

Trotz kantig-robustem Design natürlich kein spartanischer Arbeitsplatz, sondern ein modernes und auch hochwertiges Cockpit.Trotz kantig-robustem Design natürlich kein spartanischer Arbeitsplatz, sondern ein modernes und auch hochwertiges Cockpit.
Fahrmodus-Schalter und Automatik-Drehrad.Fahrmodus-Schalter und Automatik-Drehrad.
Umfangreiche Lenkradfernbedienung.Umfangreiche Lenkradfernbedienung.
Auf den Vordersitzen ist genügend Platz in jeder Richtung, auch die hinten Sitzenden können sich über ziemlich gute Beinfreiheit freuen,Auf den Vordersitzen ist genügend Platz in jeder Richtung, auch die hinten Sitzenden können sich über ziemlich gute Beinfreiheit freuen,
Hochwertige Detailverarbeitung.Hochwertige Detailverarbeitung.
Pflegeleichte Sitzbezüge.Pflegeleichte Sitzbezüge.
Hinter der Heckklappe wartet ein bis zu 550 Liter Volumen fassender Gepäckraum – das ist mehr als ordentlich und 45 Liter mehr als bisher.Hinter der Heckklappe wartet ein bis zu 550 Liter Volumen fassender Gepäckraum – das ist mehr als ordentlich und 45 Liter mehr als bisher.
Wie fährt er sich?
Der Compass ist ein moderndes, komfortorientiertes SUV mit durchaus hohem Standard. Auffallend ist die leichtgängige Lenkung, das hohe Maß an Servounterstützung hat beim Einparken oder im Offroad-Betrieb Vorteile. Durch Wählen des Sport-Fahrmodus mittels Selec-Terrain-Schalter wird der Lenkwiderstand höher, wodurch man beim Fahren bessere Rückmeldung von den Vorderrädern erhält. Was zweitens auffällt, ist die Ruhe im Jeep – auf reisefreundliche Geräuschdämmung wurde bei der Konstruktion des neuen Compass besonderen Wert gelegt (beispielsweise trägt das Heckfenster dickerem Glas zur Reduzierung der Fahrgeräusche bei). Der e-Hybrid mit 145 PS ist im Compass ein solider Antrieb, der entspannten Fahrern jedenfalls genügt. Spürbar mehr Punch hat der Plug-in-Hybrid mit 195 PS. Noch spritziger im Antritt und leiser unterwegs sind die Elektro-Modelle, sie haben den stärksten Premium-Charakter. 
 
Wie viel kostet er?
Die Aktionspreise zur Markteinführung beginnen bei 34.890 Euro für den Jeep Compass e-Hybrid. Der Compass Elektro ist derzeit ab 43.600 Euro zu haben und wird später laut Preisliste ab 47.300 Euro kosten. Die Preise für die Long-Range-Elektrovariante mit der größeren Batterie und den Compass 4xe wurden noch nicht bekanntgegeben. Die Basis-Ausstattung für den Compass heißt Altitude, zu Beginn gibt es auch eine First Edition genannte Version mit LED-Matrix-Scheinwerfern, Rückfahrkamera, Sitzheizung vorne und Lenkradheizung.
 
Das Fazit?
Europäische SUV-Technik trifft im Compass wieder auf traditionelles Jeep-Design. Mit den hohen technischen Standards der STLA Medium-Plattform bietete die Neuauflage überzeugenden Reisekomfort und ist endgültig zum geräumigen Familien-Freizeit-Auto gewachsen. Die Antriebe sind solide bis souverän, eine sportive Allradversion mit 375 PS folgt. Von der Konkurrenz hebt sich der Compass über den starken Auftritt ab.
Fazit von Motorprofis-Tester Peter Pisecker: „Mit den hohen technischen Standards der STLA Medium-Plattform bietete die Neuauflage überzeugenden Reisekomfort und ist endgültig zum geräumigen Familien-Freizeit-Auto gewachsen. Von der Konkurrenz hebt er sich über den starken Auftritt abFazit von Motorprofis-Tester Peter Pisecker: „Mit den hohen technischen Standards der STLA Medium-Plattform bietete die Neuauflage überzeugenden Reisekomfort und ist endgültig zum geräumigen Familien-Freizeit-Auto gewachsen. Von der Konkurrenz hebt er sich über den starken Auftritt ab".

DATEN & FAKTEN

Jeep Compass

(Dezember 2025)

Preis

Compass e-Hybrid € 38.200,–, Aktionspreis € 34.890,–. Plug-in-Hybrid € 43.000,–, Elektro € 47.300,–, Aktionspreis € 43.600,– (jeweils Altitude-Ausführung), Mehrpreis First Edition € 2.000,–.

Antrieb

Compass e-Hybrid: Dreizylinder-Benzinmotor, 1199 cm3, 6-Gang-e-DCT (Doppelkupplungsgetriebe), Frontantrieb, Systemleistung 106 kW (145 PS).
Compass PHEV: Vierzylinder-Benzinmotor, 1596 cm3, 7-Gang-e-DCT, Frontantrieb, Systemleistung 143 kW (195 PS).
Compass Elektro: E-Motor, 157 kW (213 PS), Frontantrieb. Batterie 74 kWh.

Abmessungen

Länge 4.552 mm / Breite 1.928 mm / Höhe 1.675 mm. Radstand 2.795 mm. Kofferraumvolumen 550/1.561 Liter.

Gewicht

Gewicht 1.667–2.198 kg.

Fahrwerte

Höchstgeschwindigkeit 195 km/h (e-Hybrid), 216 km/h (PHEV), 180 km/h (Elektro); Beschleunigung 0–100 km/h in 10 sec (e-Hybrid), 8,0 sec (PHEV), 8,5 sec (Elektro). Verbrauch 5,6–5,7 l/100 km (e-Hybrid), 2,7–2,9 l/100 km (PHEV), 17,5–18,6 kWh/100 km (Elektro).
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