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ECO-EXPERIMENT MIT DEM MAZDA MX-30

Wie man den Verbrauch eines E-Autos halbiert

Wie sparsam lässt sich ein modernes Elektro-SUV durch die Stadt bewegen? Motorprofis.at war bei der Wettfahrt des Mazda MX-30 auf der Wiener Ringstraße dabei. Wie es zum Rekordwert von 10,6 kWh/100 km gekommen ist und was man sich für den eigenen Fahrstil abschauen kann.
Warum ging es beim Eco-Experiment von Mazda in Wien?
Zwölf Stunden ließ Mazda zwei elektrische MX-30 mit unterschiedlichen Fahrern auf der Wiener Ringstraße kreisen. Ziel der Übung war es, einen möglichst niedrigen Durchschnittsverbrauch auf der klassischen Ringrunde zu erzielen.
Gefahren wurde im Stoßverkehr ebenso wie im ruhigen Abendverkehr, ein Data-Recorder zeichnete Fahrtstrecke und Kilowattstunden-Verbrauch auf, um daraus den Praxisverbrauch pro 100 Kilometer zu errechnen. Die Autos der „Mazda MX-30 Urban Challenge" waren normale Serienmodelle.
 
Warum gerade mit dem MX-30?
Mazda verfolgt mit seinem E-Auto ein eigenes, nachhaltiges Konzept: Weil die Batterie kiloweise seltene Rohstoffe verschlingt und viel Energie zur Erzeugung benötigt, wird sie als wertvolle Ressource gesehen und entsprechend klein gehalten – was ein durchaus vernünftiger Ansatz ist, weil Elektroautos für gänzlich unbeschwerte Langstreckenfahrten ja ohnehin noch nicht bereit sind, selbst wenn sie größere Batterien als der MX-30 haben. Daher beschränkt sich Mazda gleich auf das Wesentliche, also die Ballungsräume, und steigt dafür mit guter Öko-Gesamtbilanz aus.
 
Was war die Ausgangsposition?
19 kWh Stromverbrauch pro 100 Kilometer – auf diesen Durchschnittsverbrauch kommt der MX-30 nach der gesetzlichen WLTP-Normmessung, die ziemlich realitätsnah ist (das hat auch der große Test von Motorprofis.at bestätigt).
Zwei MX-30 im Paarlauf vor der Wiener Börse: Zwölf Stunden ließ Mazda zwei Elektroautos mit unterschiedlichen Fahrern auf der Ringstraße kreisen.Zwei MX-30 im Paarlauf vor der Wiener Börse: Zwölf Stunden ließ Mazda zwei Elektroautos mit unterschiedlichen Fahrern auf der Ringstraße kreisen.
Auch bei Elektroautos ist der Spar-Tipp Nummer eins: Rollen lassen! So wenig wie möglich bremsen! Das mag für einige überraschend sein, weil …Auch bei Elektroautos ist der Spar-Tipp Nummer eins: Rollen lassen! So wenig wie möglich bremsen! Das mag für einige überraschend sein, weil …
… E-Autos ja beim Bremsen Energie zurückgewinnen. Aber trotz Rekuperation geht viel Energie in Bremswärme verloren. Also immer schön gleiten lassen.… E-Autos ja beim Bremsen Energie zurückgewinnen. Aber trotz Rekuperation geht viel Energie in Bremswärme verloren. Also immer schön gleiten lassen.
Auf welchen Verbrauch kam der MX-30 bei der Eco-Wettfahrt am Wiener Ring?
Der beste Durchschnittsverbrauch aller gefahrenen Ringstraßen-Runden war 10,6 kWh pro 100 Kilometer – womit der MX-30 seinen eigenen Normverbrauch im normalen Straßenverkehr nahezu halbiert hat!

Wie hat der MX-30 den spektakulär niedrigen Durchnittsverbrauch von 10,6 kWh/100 km geschafft?
Das können wir in dem Fall aus erster Hand sagen, weil die Motorprofis.at-Redaktion den niedrigsten Durchschnittsverbrauch im Teilnehmerfeld erzielen konnte. Ein Vorteil war sicher der ruhige Abendverkehr um 19.30 Uhr, denn auch bei Elektroautos ist der Spar-Tipp Nummer eins: Rollen lassen! So wenig wie möglich bremsen! Das mag für einige überraschend klingen, weil E-Autos ja beim Bremsen Energie zurückgewinnen, ist aber einleuchtend: Trotz Rekuperation geht viel Energie in Bremswärme verloren. Daher ist es besser, die grünen Ampelwellen möglichst gut zu nutzen und bei roter Ampel langsam auf den stehenden Verkehr zuzurollen. Der MX-30 hat Schaltwippen hinter dem Lenkrad, mit denen sich die Intensität der Rekuperation – und damit die Bremswirkung – steuern lässt. Die rechte Wippe verringert die Kraft der Nutzbremse und lässt das Auto länger rollen.
Entsprechend erhöht sich durch Drücken der linken Schaltwippe die Bremskraft, der MX-30 rekuperiert dann einen Teil der Energie und lädt dadurch den Akku wieder auf. Das kann man bei notwendigen Temporeduktionen vom Lenkrad aus steuern, die Fußbremse braucht man eigentlich nur noch im Notfall, oder um den MX-30 ganz abzubremsen.
Immer geht es darum, die richtige Balance zu finden: Wer zu stark bremst, baut zu viel Energie ab. Wer gar nicht rekuperiert, schöpft das Potenzial des Rückgewinnungssystems nicht aus. Zum Beispiel kann man beim Bergabfahren auf steilen Straßen schon mal auf volle Rekuperation schalten, um viel Energie einzuspeisen. Umgekehrt sollte man schon bei der kleinsten Steigungen die Rekuperation ganz wegschalten, damit das Auto nicht zu stark abbremst, wenn man kurz vom Pedal geht.
 
Warum hat Mazda sein Eco-Experiment in die Stadt verlegt? Was sagt das über die Technik?
Im Gegensatz zum Verbrenner ist der Elektroantrieb in der Stadt sparsamer, weil er dort stärker von der Rekuperation profitiert. Während ein Benziner in der City den höchsten Verbrauch hat, erzielt das Elektroauto dort die niedrigsten Werte. Das urbane Umfeld war also ideal für Rekordwerte.
Der beste Durchschnittsverbrauch aller gefahrenen Ringstraßen-Runden war 10,6 kWh pro 100 Kilometer – womit der MX-30 …Der beste Durchschnittsverbrauch aller gefahrenen Ringstraßen-Runden war 10,6 kWh pro 100 Kilometer – womit der MX-30 …
seinen eigenen Normverbrauch im normalen Straßenverkehr nahezu halbiert hat!seinen eigenen Normverbrauch im normalen Straßenverkehr nahezu halbiert hat!
Nebenbei hat die Aktion jede Menge spektakuläre Bilder produziert – wie man sieht.Nebenbei hat die Aktion jede Menge spektakuläre Bilder produziert – wie man sieht.
Noch ein paar Tricks haben den Rekordverbrauch begünstigt. Welchen waren das und lassen sie sich auch im normalen Alltag anwenden?
Man kann sich zumindest im Alltag davon inspirieren lassen.
Im Wettkampfeifer haben wir beispielsweise sehr sanft beschleunigt – so dezent wird man das normalerweise nicht machen, andererseits wurden wir auch nie angehupt oder mit Zeichensprache beleidigt. Man kann es also ruhig auch mal ruhiger angehen.
Alle Features im Auto, vor allem aber Heizung und Klimaanlage, benötigen Strom aus der Batterie, wir haben daher während des Eco-Experiments alle Verbraucher deaktiviert, die nicht zwingend notwendig waren. So sehr sollte man sich im Alltag natürlich nicht kasteien, eine bedarfsgerechte Minimierung von Heizung/Klima kann aber auch schon Energie sparen.
 
Was bleibt vom Eco-Experiment?
Die Erkenntnis, dass natürlich auch im Elektroauto der Verbrauch stark vom Fahrstil abhängig ist. Nachdem der Strom nicht aus der Steckdose kommt und es bis zum komplett sauberen Strom auch in Österreich noch einen Kraftakt braucht, hilft Sparsamkeit immer (und überall, also nicht nur im Auto).
Dass der MX-30 ein ideales Demonstrationsobjekt fürs Stromsparen ist, ergibt sich aus seinem besonderen, nachhaltigen Konzept: Weil die Batterie kiloweise seltene Rohstoffe verschlingt und viel Energie zur Erzeugung benötigt, wird sie von Mazda als wertvolle Ressource gesehen und entsprechend kleiner gehalten. Diese Ehrlichkeit ist erfrischend: Die Langstrecke, und damit die leidige Reichweitendebatte, ist einfach kein Thema. Das Auto ist zugeschnitten auf Pendler sowie Kurz- und Mittelstreckenfahrer, die daheim oder in der Arbeit laden können – beides wird immer mehr zur Normalität werden.
Erkenntnis des Eco-Experiments Wiener Ringstraße: Natürlich ist auch im Elektroauto der Verbrauch stark vom Fahrstil abhängig ist – er lässt sich Extremfall fast halbieren. Dass der MX-30 ein ideales Demonstrationsobjekt fürs Stromsparen ist, ergibt sich aus seinem eigenständigen, nachhaltigen Konzept – die Batterie wird als wertvolle Ressource gesehen und entsprechend kleiner gehalten.Erkenntnis des Eco-Experiments Wiener Ringstraße: Natürlich ist auch im Elektroauto der Verbrauch stark vom Fahrstil abhängig ist – er lässt sich Extremfall fast halbieren. Dass der MX-30 ein ideales Demonstrationsobjekt fürs Stromsparen ist, ergibt sich aus seinem eigenständigen, nachhaltigen Konzept – die Batterie wird als wertvolle Ressource gesehen und entsprechend kleiner gehalten.

DATEN & FAKTEN

MAZDA MX-30

(Mai 2021)

Preis

34.590 Euro. Von allen Preisen kann der E-Mobilitätsbonus von bis zu 5.400 Euro abgezogen werden. Als Firmenwagen ab 18.990 Euro netto.

Antrieb

Vorne eingebauter AC-Synchronmotor e-Skyactiv; 107 kW/145 PS, 270 Newtonmeter; Frontantrieb. 35,5 kWh Batteriekapazität. AC-Ladeleistung 6,6 kW, DC-Ladeleistung max. 50 kW.

Abmessungen

Länge / Breite / Höhe: 4.395 / 1.848 / 1.555 mm. Radstand 2.655 mm. Gepäckraumvolumen 366 – 1.171 l.

Gewicht

Gewicht 1.720 kg. Zulässiges Gesamtgewicht 2.119 kg.

Fahrwerte

Höchstgeschwindigkeit 140 km/h, 0-100 in 9,7 sec, Normverbrauch 19,0 kWh, CO2-Emissionen 0 g/km. Reichweite nach WLTP-Zyklus: kombiniert 200 km, Stadt 262 km.

Testverbrauch

Im Motorprofis-Test 20,7 kWh/100 km. Bestwert bei der Eco-Wettfahrt ”Mazda MX-30 Urban Challenge” auf der Wiener Ringstraße: 10,6 kWh/100 km.
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