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KOMMENTAR ZUR ELEKTROMOBILITÄT

Windräder, Kraftwerke, Dächer: Wie sich Österreich verändern wird

Die großen Herausforderungen der Elektromobilität sind sauberer Strom und verantwortungsvolle Batterieherstellung. Das wird auch in Österreich die Landschaft verändern.
Die elektrische Mobilität entwickelt sich flott. In Österreich fährt dank der Förderungen schon jeder zehnte Neuwagen mit Strom. Und nach der Politik reden jetzt auch die Autohersteller gerne über das Ende des Verbrennungsmotors, meistens wird 2030 oder 2035 als Ausstiegszeitpunkt genannt.
 
Ein Datum ergibt freilich nur Sinn, wenn bis dahin auch die großen Herausforderungen der Energiewende gemeistert werden:
 
1.) Sauberer Strom
Der neue Verbund-Vorstandsvorsitzende Michael Strugl hat zuletzt im Ö1-Interview skizziert, was Österreich braucht, um gänzlich grünen Strom zu produzieren:
 
– Dreimal mehr Windräder
– Zehnmal mehr Photovoltaikdächer
– Fünf zusätzliche Wasserkraftwerke
 
Wenn wir grünen Strom wollen, müssen wir also bereit sein, unsere Landschaft zu verändern. Verbund-CEO Strugl hat aber auch darauf hingewiesen, dass großes Einsparungspotenzial in der Verbrauchssenkung liegt – im automobilen Bereich heißt das: Mehr Seat Mii (1.200 Kilo) als Porsche Taycan (2.200 Kilo) wären gefragt.

2.) Verantwortungsvolle Batterieherstellung

In einem Lithium-Ionen-Akku (zu dem es vorerst keine Alternative gibt) mit 50 kWh Batteriekapazität stecken circa:

– zehn Kilo Mangan
– elf Kilo Kobalt
– 32 Kilo Nickel
– sechs Kilo Lithium
– 100 Kilo Graphit

Kobalt wird man zwar künftig reduzieren können, der Anteil von Nickel wird aber sogar steigen. Abgesehen vom Energiebedarf für das aufwändige Herstellungsverfahren der Batterien – siehe Punkt 1 – ergibt sich daraus die vor allem politisch-gesellschaftlich große Herausforderung, diese Rohstoffe auch verantwortungsvoll zu gewinnen.

Daraus folgt vorerst:

– Beim Kauf überlegen, ob man die Reichweite wirklich braucht, sonst der Umwelt zuliebe doch lieber den kleineren Akku nehmen. Beispiele: Honda e, Mazda MX-30, Seat Mii electric.
 
– Plug-in-Hybrid mit kleineren Batterien ist auch gut (wenn man zuhause oder in der Arbeit laden kann, sonst nicht!). Beispiele: Ford, VW, Toyota, DS, MG , Peugeot, Opel und inzwischen fast alle anderen Marken.
 
– Vollhybrid ist weiter ein ökologisch vernünftiger Ansatz: Mit der 50-kWh-Batterie eines E-Autos lassen sich 25 bis 50 Hybride (Batteriekapazität nur 1 bis 2 kWh) ausstatten – und die kommen ja auch oft auf 50 Prozent Elektroanteil pro Fahrt. Beispiele: Honda, Toyota, Kia
Die E-Mobilität entwickelt sich flott. In Österreich fährt dank der Förderungen schon jeder zehnte Neuwagen mit Strom.Die E-Mobilität entwickelt sich flott. In Österreich fährt dank der Förderungen schon jeder zehnte Neuwagen mit Strom.
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