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ERSTER TEST: MG EHS PLUG-IN-HYBRID

Ein erstaunlicher Einstand

Elektroauto im Nahverkehr, Benziner auf der Autobahn: Der voll alltagstaugliche, zweigleisige Einstieg in die E-Mobilität wird durch einen ziemlich günstigen MG jetzt einfacher. Die Traditionsmarke mit neuem Konzept und chinesischem Eigentümer zeigt sich beim Comeback gut in Form: Das Fahrgefühl passt, der Auftritt erfreut und der Innenraum begeistert sogar.
Sie wollen mehr über die Marke MG wissen? Hier gibt's alle Fakten und Österreich-Informationen.


Mit MG gibt es eine neue Automarke in Österreich. Wer steckt dahinter?
Der alte Bekannte lädt seine Tradition im wahrsten Sinne neu, er kehrt mit einem Elektro-Konzept auf den österreichischen Markt zurück. Hinter dem Comeback von MG stehen etablierte Kräfte: Eigentümer ist nun die chinesische Shanghai Automotive Industry Corporation, die für Volkswagen und General Motors produziert, aber auch eigene Marken betreibt – und inzwischen siebentgrößter Autohersteller der Welt ist. Mit den in China gefertigten MG-Modellen kehrte SAIC 2019 auf den europäischen Markt zurück, in der alten Heimat England wurde zudem ein Designbüro eröffnet.
Mit der Denzel Gruppe fand man nun auch in Österreich einen etablierten Partner, der bereits Generalimporteur von Hyundai und Mitsubishi ist. Die ersten MG-Schauräume haben bereits eröffnet, bis März sollen es hierzulande 20, längerfristig rund 30 Händler geben – mehr dazu hier.
 
Wie schaut das neue Konzept von MG aus?
Sportwagen und Roadster, wie früher, sind bei MG vorerst kein Thema – alles ist auf saubere E-Mobilität ausgerichtet: Mit schicken, aber leistbaren Modellen soll der Einstieg in das Elektro-Zeitalter leicht gemacht werden. Die neue MG-Generation kommt entweder als Elektroauto (BEV) oder aufladbarer Plug-In-Hybrid (PHEV) nach Österreich. Die Form orientiert sich an der aktuellen Nachfrage, drei SUV und ein Kombi stehen für 2021 am Plan.
 
Kann man der Qualität vertrauen?
Ja, um als neuer Player rasch Vertrauen aufzubauen, gibt es sieben Jahre beziehungsweise 150.000 Kilometer Garantie. Auch für volle Sicherheit ist gesorgt, die MG-Modelle erreichen fünf Sterne beim europäischen NCAP-Crashtest.
 
An wen richtet sich das Testmodell EHS Plug-in Hybrid?
Der EHS ist das zweite neue MG-Modell nach dem vollelektrischen ZS EV. Mit stattlichen 4,57 Metern Länge ist das SUV ein klassisches C-Segment-Auto, also oberhalb der Kompakt-SUVs positioniert. In die Zielgruppe fallen demnach Familien, Freizeitsportler und Fahrer mit gewissem Komfortanspruch.
Zentraler Punkt ist aber der Antrieb, denn die Plug-in-Hybride sind – eine entsprechende Lademöglichkeit zuhause vorausgesetzt – im Nahverkehr de facto Elektroautos, aber dank Benziner trotzdem normale Langstreckenbegleiter. Dieser voll alltagstaugliche, weil zweigleisigem, Einstieg in die E-Mobilität ist aufgrund der aufwändigen Technik bisher recht teuer, jetzt unterbietet MG die bisherigen Preise erheblich.
Mit stattlichen 4,57 Metern Länge ist das MG-SUV ein klassisches C-Segment-Auto, also oberhalb der Kompakt-SUVs positioniert.Mit stattlichen 4,57 Metern Länge ist das MG-SUV ein klassisches C-Segment-Auto, also oberhalb der Kompakt-SUVs positioniert.
Der Innenraum ist optisch aus einem Guss und qualitativ im Stil der Premiummarken gemacht.Der Innenraum ist optisch aus einem Guss und qualitativ im Stil der Premiummarken gemacht.
Moderner 10,1-Zoll-Touchscreen in der Zentrale.Moderner 10,1-Zoll-Touchscreen in der Zentrale.
Digitales 12,3-Zoll-Kombiinstrument im Blickfeld.Digitales 12,3-Zoll-Kombiinstrument im Blickfeld.
Hochwertig auch im Detail – Material und Verarbeitung wie in einem Mercedes dieser Größenklasse.Hochwertig auch im Detail – Material und Verarbeitung wie in einem Mercedes dieser Größenklasse.
Bei entspannter Fahrweise ein sehr komfortables Auto. Nur das Surren aus dem Motorraum stört bei niedrigem Tempo mitunter.Bei entspannter Fahrweise ein sehr komfortables Auto. Nur das Surren aus dem Motorraum stört bei niedrigem Tempo mitunter.
Was spricht für den Umstieg auf Plug-in-Hybrid?
Ökologisch der sanfter Umstieg auf die Elektromobilität – man tut was, hat aber den Benziner noch in der Hinterhand. Planungstechnisch die staatliche Förderung von derzeit 2.750 Euro (E-Mobilitätsonus) und die Absicherung gegen mögliche City-Fahrverbote für Verbrenner in der Zukunft. Steuerlich der auf 1,5 Prozent reduzierte Sachbezug für Dienstwagenfahrer, die dadurch mehr Gehalt auf das Konto bekommen.
 
Schauen wir uns das Design des EHS genauer an. Ist der Auftritt gelungen?
Klar ist: Optisch hat MG einige Anleihen bei Mazda (vorne) und Mercedes (hinten) genommen. Klar ist auch: Das sind natürlich keine schlechten Vorbilder gewesen, beide zählen derzeit zu den flottesten Erscheinungen der Branche.
Der EHS schaut also gut aus, auch die Proportionen passen. Einzig die Radhäuser sind vielleicht etwas groß – immerhin waren beim Testwagen schon 18-Zöller drinnen. Neben dem schicken Auftritt ist die Verarbeitungsqualität augenscheinlich gut. MG lässt sich in den Details nicht lumpen, vom Kühlergrill über die Scheinwerfereinfassungen bis zu den Fensterleisten ist alles sauber ausgeführt. In der Nacht sind die modernen LEDs der Scheinwerfer und Rücklichter ein Eyecatcher.
 
Schauen wir uns den Innenraum genauer an…
Ähnlichkeiten mit Mercedes und Mazda lassen sich auch hier finden, aber wirklich erstaunlich ist: Das Gesamtergebnis ist optisch aus einem Guss und qualitativ im Stil der Premiummarken gemacht. Die schön geformten Sitze mit Leder-Alcantara-Bezug, die Alcantara-Türverkleidungen, die silberne Mittelkonsole, der lässig auf das Armaturenbrett gelehnte Touchscreen, das dick gepolsterte Armaturenbrett, das griffige Lederlenkrad – all das wirkt ähnlich hochwertig wie in einem Mercedes dieser Größenklasse. Oder einem Mazda, die Japaner machen ja aktuell hervorragende Innenräume. Auch Sitzkomfort, Ergonomie und Bedienkomfort haben im ersten Test einen guten Eindruck gemacht. Unterm Strich waren wir vom Innenraum also wirklich begeistert!
 
Wie gut ist die Multimedia-Technik?
Die Menülogik werden ausführlichere Erprobungen klären müssen – was sich aber nach der ersten Ausfahrt bereits sagen lässt: MG setzt mit dem digitalen 12,3-Zoll-Kombiinstrument im Blickfeld und dem mittigen 10,1-Zoll-Touchscreen topmodernes Equipement ein. Die Software hat eine modernes Layout mit angenehm großer Schrift.
 
Wie gut ist das Platzangebot?
Der lange Radstand von 2,72 Metern macht den EHS speziell im Fond geräumig, in Reihe zwei hat man überdurchschnittlich viel Beinfreiheit. Das Kofferraumvolumen setzt mit 463 bis 1.287 Litern keine neuen Maßstäbe, ist aber voll familientauglich.
Schön geformten Sitze mit Leder-Alcantara-Bezug, schwungfoll geformte Alcantara-Türverkleidungen.Schön geformten Sitze mit Leder-Alcantara-Bezug, schwungfoll geformte Alcantara-Türverkleidungen.
Hochwertig gemachtes Volant, gut in der Hand liegend.Hochwertig gemachtes Volant, gut in der Hand liegend.
463 bis 1.287 Liter Kofferraumvolumen, fast ebene Ladefläche.463 bis 1.287 Liter Kofferraumvolumen, fast ebene Ladefläche.
Bei dynamischer Fahrweise erweisen sich Fahrwerk und Lenkung als knackig.Bei dynamischer Fahrweise erweisen sich Fahrwerk und Lenkung als knackig.
Auf welcher Technik basiert der Plug-in-Hybridantrieb?
Die Kombination eines 1,5-Liter-Turbo-Benziners mit 162 PS und eines Elektromotors mit 122 PS ergibt stolze 258 PS Systemleistung, zudem stehen 370 Newtonmeter bereit – der EHS hat also ein echtes Premium-Datenblatt. Mit einem fortschrittlichen 10-Gang-Getriebe wird die Kraft auf die Vorderräder übertragen.
 
Wie hoch ist die elektrische Reichweite? Und wie lange dauert das Laden?
Die 16,6-kWh-Batterie verspricht 52 Kilometern rein elektrische Reichweite, gemessen nach dem WLTP-Zyklus. Wie bei der Konkurrenz auch, schwindet die elektrische Reichweite im Winter und bei flotter Fahrweise schneller, aber mit rund 40 elektrischen Kilometern wird man im Alltag schon planen können – und Hand aufs Herz, wie oft fahren Sie pro Tag mehr?
Mit einer Wechselstrom-Ladeleistung von 3,7 kW ist die Batterie in viereinhalb Stunden wieder voll – selbst an der Steckdose können die Akkus also über Nacht stets aufgefüllt werden, ein wesentlicher Unterschied zum reinen Elektroantrieb, für dessen große Batterien zuhause meist eine Wallbox installiert werden muss.
 
Wie fährt sich das MG-SUV mit Plug-in-Hybridantrieb?
Bei entspannter Fahrweise ist der EHS ein sehr komfortables Auto: Motoren und Getriebe harmonieren gut, der Fahrwerkskomfort ist ausgewogen. Das Auto gleitet angenehm unauffällig durch den Alltag. Nur das elektrische Surren aus dem Motorraum bei niedrigem Tempo stört manchmal, und die Lenkung könnte für den Stadtverkehr etwas weniger straff sein.
Im rein elektrischen Modus, der per Knopfdruck angewählt wird und den Verbrenner komplett deaktiviert, ist die Leistung natürlich auf die 122 PS und 230 Newtonmeter des E-Motors beschränkt. Die gemessenen Fahrleistungen sind dann eher gemütlich, nicht aber das Fahrverhalten – denn durch den sofort ansprechenden Elektromotor ist der Antrieb weiter spritzig. Und im Stadtverkehr, beim Pendeln, oder erst recht in der Rushhour, genügt der E-Antrieb allein eigentlich fast immer.
Die vielen Sicherheitsassistenten sind auf Höhe der Zeit und oft hilfreich, nur den Spurhalteassistenten haben wir – wie bei der Konkurrenz auch – zwischendurch ausgeschalten, weil die Lenkeingriffe nerven (speziell auf der Autobahn können diese freilich auch hilfreich sein).
Bei dynamischer Fahrweise erweisen sich Fahrwerk und Lenkung als knackig, die dann präsenten Motorgeräusche und die eher entspannte Schaltgeschwindigkeit sprechen aber weniger für Leistungssport als für flottes Dahingleiten – das in der Praxis ja ohnehin unseren Alltag bestimmt.

Wie bei allen Plug-in-Hybriden unterscheidet sich der Benzinverbrauch nach Fahrweise…
Im E-Modus fährt der EHS lokal emissionsfrei und ohne Benzin. Mit vollen Batterien im Hybrid-Modus sind Mini-Verbräuche von von zwei, drei Litern möglich. Nur bei leeren Batterien steigt der Verbrauch, wir erwarten ihn bei neun bis zehn Litern. Für die Autobahn bedeutete das bei einem 37-Liter-Treibstoffank knapp 400 Kilometer Reichweite.
 
Schauen wir uns Ausstattung und Preise genauer an. Wie gut ist das Angebot?
Sehr, sehr gut. Das Testmodell hatte absolute Topausstattung (Luxury) inklusive Feinheiten wie Panorama-Schiebedach, digitale Armaturen, Ledersitze, 360-Grad-Kamera, LED-Scheinwerfer und vielen Sicherheitsassistenten. Dafür ruft MG 37.490 Euro auf, aus denen nach Abzug des E-Mobilitätsbonus 34.740 Euro werden. Der EHS Comfort, der ebenfalls schon mehr als genug Ausstattung hat, kostet nach Boni-Abzug 32.240 Euro. Das mag im Vergleich mit Benzin-Modellen noch nicht so sensationell klingen, aber Plug-in-Hybrid-Modelle kosten bei Konkurrenz oft ein gutes Drittel mehr!
 
Das Fazit nach dem ersten Test mit dem EHS Plug-in-Hybrid?
Okay, die Designer haben ein paar Anleihen bei der Konkurrenz genommen und fahrerisch kann man ein paar Details verbessern. Aber entscheidend ist: Das Auto sieht schick aus, hat einen grandiosen Premium-Innenraum, fährt komfortabel durch den Alltag – und ist dabei massiv günstiger als andere Plug-in-Hybride. Diese Antriebsform wird immer wichtiger, denn sie bedeutet den zweigleisigen und damit voll alltagstauglichen Einstieg in die E-Mobilität: Elektroauto im Nahverkehr, Benziner auf der Autobahn. Vorrausetzung für die ökologische Nutzung sind entsprechende Lademöglichkeiten, vor allem zuhause.


Sie wollen mehr über die Marke MG wissen? Hier gibt's alle Fakten und Österreich-Informationen.
Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Auch wenn die Designer ein paar Anleihen beider Konkurrenz genommen haben und fahrerisch ein paar Details zu verbessern sind – entscheidend ist: Das Auto sieht schick aus, hat einen grandiosen Premium-Innenraum, fährt komfortabel durch den Alltag – und ist dabei massiv günstiger als andere Plug-in-Hybride. Diese Antriebsform wird immer wichtiger, denn sie bedeutet den zweigleisigen und damit voll alltagstauglichen Einstieg in die E-Mobilität.Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Auch wenn die Designer ein paar Anleihen beider Konkurrenz genommen haben und fahrerisch ein paar Details zu verbessern sind – entscheidend ist: Das Auto sieht schick aus, hat einen grandiosen Premium-Innenraum, fährt komfortabel durch den Alltag – und ist dabei massiv günstiger als andere Plug-in-Hybride. Diese Antriebsform wird immer wichtiger, denn sie bedeutet den zweigleisigen und damit voll alltagstauglichen Einstieg in die E-Mobilität."

DATEN & FAKTEN

MG EHS PLUG-IN-HYBRID LUXURY

(Jänner 2021)

Preis

37.490 Euro, nach Abzug des E-Mobilitätsbonus 34.740 Euro. In der ebenfalls sehr gut ausgestatteten Comfort-Variante nach Boni-Abzug ab 32.240 Euro.

Antrieb

Plug-in-Hybrid mit 1,5-Liter-Turbo-Benziner (162 PS) und Elektromotor (122 PS). Systemleistung: 190 kW/258 PS, 370 Newtonmeter. 10-Gang-Getriebe, Frontantrieb. 16,6-kWh-Batterie, Ladezeit mit 3,7 kW: 4,5 Stunden.

Abmessungen

Länge 4.574 mm / Breite 1.876 mm / Höhe 1.685 mm. Radstand 2.722 mm. Gepäckraumvolumen 463 Liter – 1.287 Liter.

Gewicht

Leergewicht 1.775 kg. Zulässiges Gesamtgewicht 2.196 kg.

Fahrwerte

Höchstgeschwindigkeit 190 km/h, Beschleunigung (0-100 km/h) in 6,9 sec, Kraftstoffverbrauch (WLTP kombiniert) 1,8 Liter, CO2 (WLTP) 43 g/km.
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