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MENSCHEN IN BEWEGUNG (17)

Willi Resetarits aka Kurt Ostbahn

Tausende Fans haben an diesem Wochenende ein oder gar zwei "Rendevouz fia zwa" mit ihm: Willi Resetarits, einer der grössten Künstler Österreichs, lässt seine nur mehr selten zu sehende Figur des "Dr. Kurt Ostbahn" wieder auf die Konzertbühne. Davor aber redet er mit motorprofis.at noch über das, was ihn in Sachen Verkehr so bewegt.

Ein Auto, ein Schlüssel und ein unbegrenzter Tankgutschein: Wohin fahren Sie?
Schweren Herzens werde ich verzichten wegen des mir suspekten unbegrenzten Tankgutscheines. Oder ich würde fragen, ob man ihn gegen einen Bahngutschein tauschen kann.
 
Das prägendste Auto ihrer Kindheit?
Ein VW-Bus. Als Musiker hat man immer gewisse Geräte zu transportieren und da fällt einem früh auf, wie praktisch so etwas ist.
 
Die prägendste Strecke ihrer Kindheit?
Die B50, die erste Verbindung, die das Nord- und das Südburgenland auf burgenländischem Gebiet miteinander verbunden hat. Über Bernstein nach Stinatz, das war der einzige g´scheite Weg damals – und die B50 war auch brandneu, als ich ein Kind war. Eine Errungenschaft.
 
Ihr erstes Traumauto?
Ich bin nie abgefahren auf Autos. Mein erstes Traumauto war zugleich auch mein erstes Auto – ein VW-Bus. Da hat die ganze Band reingepasst samt Gerät. Aber auch zum campieren zwischen Motorblock und Fahrersitz passte das gut. Da haben wir einfach zwei Matratzen eingebaut und darauf geschlafen. Ein Traumwagen zum Träumen!
 
Was möchten Sie jetzt fahren?
Einen 57er-Chevy, auf den ich wegen des Liedes oft angesprochen werde, bin ich einmal gefahren – in Amerika, von einer Autovermietung namens Record Cars. Der war nicht aufpoliert auf Oldtimer, sondern eine Rostschüssel, wie es sich gehört. Trotzdem war es gut, ihn zu haben. Weil in Los Angeles und Umgebung bist du zu Fuß verloren – ich glaube da wirst du sogar verhaftet. Aber das war mein erstes und letztes 57er-Erlebnis und es war erst nachdem wir den Song hatten. Mein Reisebegleiter hat es mir zur Venice Beach hingestellt.
Jetzt möchte ich mich aber vom Auto emanzipieren und so wenig wie möglich fahren. Und wenn, dann ein Gebrauchsauto.


 Ihre Qualitäten als Beifahrer?
Ich bin Beifahrer meiner Chauffeuse, also meiner Frau. Und sie hält mich aus. Ich lenke quasi mit dem Mund mit und bringe so das Arbeitsgerät Auto auf Kurs. Ich bin ja der König des Gürtels. Denn kenne ich seit mehr als 50 Jahren – und damit alle seine Ampelphasen.
 
Was nervt am Steuer?
Die anderen Verkehrsteilnehmer.


Auf welcher Erfindung hoffen Sie?
Ich denke mir, wenn man die Technologie Wasserstoff erschwinglich machen kann, ist es das beste, was es gibt.
 
Ihr liebster Soundtrack im Auto?
Ich lasse mich von einer schönen Radiosendung auf Ö1 überraschen.
 
Ihre Lieblings-Auto-Farbe?
Wie sagt man zierlich: es ist mir sch.. egal.
 
Worauf schauen Sie als erstes beim Autokauf?
Wie sind die Getränke-Halterungen?


Ihr Traum-Beifahrer für eine lange Autofahrt?
Das bin ich selber.


Das schönste Auto aller Zeiten?
Design, losgelöst von der Idee des Autos? Ich mag gerne so ein schönes, altes Auto mit einer zulaufenden Kühlerhaube und wo die Radkästen so eine schöne Landschaft bilden, und das ein Trittbrett hat. Das habe ich gesehen in Pünktchen und Anton, da ist der Anton auf der Jagd nach Verbrechern auf das Trittbrett gestiegen und er hat sich am offenen Fenster festgehalten.  Cooler ging es damals für Kinder nicht. Erinnert mich auch an die Staatskarosse von Bundespräsident Körner 1953. Das war vielleicht ein Mercedes, ich weiß es nicht. Oder so etwas Gräf & Stift-artiges als Limousine, das hätte ich gerne.


Ihr Lieblings-Rennfahrer?
Von den Rennfahrern habe ich mich früh emanzipiert. Es ist mir sehr schal geworden – etwa mit Jochen Rindt, weil er einer in einer Legion von Rennfahren war, die jung sterben mussten. Da habe ich mir gedacht: Was ist das für eine mörderische Branche, die wohl wissend, das wieder ein paar sterben werden, so was macht. Die Sicherheit in der Fahrerkabine war quasi nicht da. Doch man hat darüber hinweg gesehen. Hunderttausende sind gekommen.
Und am Land war der Autowahnsinn besonders stark. In den siebziger Jahren hing dort fast in jedem Haus ein Partezettel eines der Söhne des Hauses. Einer ist oft zwischen seinem 18. und 21. Geburtstag auf der Strasse gefallen. In den späten 40er- und in den 50er-Jahren sah ich als Kind noch die Kriegsopferfotos dort, und dann hat mich das in den 70er-jahren wieder daran erinnert. Und es war auch in der Menge der Toten durchaus vergleichbar, aber niemand hatte ein Sensorium dafür. Damals ging es nur um Mobilisierung und Straßenbau. Heute ist das Gott sei Dank viel besser. Es gibt viel weniger Verkehrstote obwohl es viel mehr Autos gibt. Aber diese Zeit hat mich erschreckt und begründet meine Distanz zum Auto.
 
Ihr persönlicher Fuhrpark?
Zwei Scheibtruhen, zwei Fahrräder, und ein Dienstwagen, wo der Kofferraum zu klein ist, und ich die Marke nicht nennen mag.


 


 


 

Willi Resetarits beim Interview mit motorprofis-Autor Gerald Enzinger.Willi Resetarits beim Interview mit motorprofis-Autor Gerald Enzinger.
Die wichtigsten Infos zu den Ostbahn-Kurti-Konzerten in Wien in dieser Woche:

Kurt Ostbahn & Die Musiker seines Vertrauens
"Klassentreffen 2019" auf der Kaiserwiese in  Wien
23. + 25.8.2019

23. August ausverkauft!
Karten für den 25. August erhältlich bei:

oeticket.com
0900 94 96 096
und shop.e-a.at
(Die Karten werden zum Vorverkaufspreis an der Abendkassa hinterlegt).


Infos zu den vielen weiteren Projekten von Willi Resetarits:

 www.williresetarits.at


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