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Test: Mercedes GLC Elektrisch

Test: Mercedes GLC Elektrisch

König bin immer noch ich

Mercedes geht beim GLC „all in“: Dem seit Jahren beliebtesten Modell der Marke ist deutlich anzumerken, dass es im Transformationswettbewerb der E-Autos dringend auftrumpfen will. Das SUV bleibt klassisch im Auftritt und fokussiert erfolgreich auf altbekannte Stärken wie Qualitätsgefühl und Platzangebot, zeigt aber auch ein Bildschirm- und Lichtspektakel, das seinesgleichen sucht. Heraus kommt ein modernes Premium-SUV für die Familie, das BMW gerne die Fahrdynamik-Wertung überlässt – weil der GLC überragend fährt und den neuen Komfort-Standard in der Klasse setzt.

Um welches Auto geht’s?
Seit einigen Jahren hat der GLC die C-Klasse als meistverkauftes Mercedes-Modell abgelöst. Dem Zeitgeist entsprechend ist die goldene Mitte der Marke jetzt ein SUV. Die dritte Generation basiert auf der ganz frischen MB.EA-Plattform für Mittel- und Oberklassefahrzeuge, teilt sich aber auch Technik mit dem vielgelobten CLA. Parallel zur neu entwickelten Elektroversion werden die bewährten Verbrenner-Modelle der zweiten GLC-Generation weiterverkauft. Im internen Wettbewerb der Antriebsarten hat der Stromer jetzt aber den Vorteil des topmodernen Materials.
 
Ähnlich wie dem CLA ist auch dem GLC deutlich anzumerken, dass Mercedes technisch „all in“ geht und im heißlaufenden Transformationswettbewerb zum Elektroauto dringend voll auftrumpfen will. Einerseits sind Mercedes-Stärken wie Qualitätsgefühl und Benutzerfreundlichkeit wieder verstärkt und in altbekannter Form wahrnehmbar. Andererseits setzen die Stuttgarter noch entschlossener als die Konkurrenz auf High-Tech-Lösungen wie den Hyperscreen. Gleichzeitig wächst das Auto – trotz C statt E im Namen – de facto in die obere Mittelklasse. Neue Luxus-Extras wie Luftfederung und Hinterachslenkung unterstreichen den gehobenen Anspruch.
 
Im Test tritt der GLC als vorläufige Topversion an. Zwei Elektromotoren bilden einen 490 PS starken Allradantrieb, mit der 94-kWh-Batterie kommt das Auto auf 673 Kilometer WLTP-Reichweite. Nicht nur das Design wird wieder klassischer, auch die alte Mercedes-Nomenklatur kommt zurück und verdrängt das Elektrokürzel EQ nach hinten: Das Testmodell steht als Mercedes-Benz GLC 400 4Matic mit EQ Technologie in der Liste. Alternativ gibt es den GLC 250 mit 355 PS und Heckantrieb und den GLC 300 4Matic mit 422 PS und Allradantrieb. Größter GLC-Konkurrent ist der ebenfalls im Jahr 2026 neu aufgelegte iX3 von BMW.
 
Wie schaut er aus?
Nicht nur Jeans werden im Jahr 2026 etwas anders geschnitten als zur Jahrtausendwende. Die M-Klasse, als erstes SUV von Mercedes ein Pionier ihrer Zeit (deutlich vor BMW und Audi auf dem Markt), war damals viel kürzer, aber auch viel höher als der GLC heute. Aktuell breiten sich Mittelklasse-SUVs in die Länge aus, sind zur Reichweitenoptimierung aber vergleichsweise geduckt unterwegs. Der GLC ist mit 2,97 Metern Radstand und 4,85 Metern Länge de facto schon obere Mittelklasse, zumindest nach bisherigen Standards, aber moderate 1,65 Meter hoch. Weil das Auto auch über 1,90 Meter breit ist, wirkt es mächtig und langgezogen, gefühlt auch höher positioniert als das Verbrenner-Modell.  
 
Anders als bei den EQ-Modellen sind Linienführung und Styling wieder klassisch und Mercedes-typisch, der elektrische GLC wirkt modern und doch wie ein vertrauter Anblick. Grundsätzlich. Denn parallel ziehen die Lichttechniker ein Spektakel auf, das im Straßenbild seinesgleichen sucht. Während die serienmäßig beleuchteten Sterne im Rückleuchten-Paneel inzwischen ein bekannter Eyecatcher sind, versetzt die optionale Kühlergrillmaske mit über 900 leuchtenden LED-Kacheln noch zahlreiche Passanten in ernsthaftes Staunen. Besonders, aber nicht nur, in der Nacht. Auf Zurückhaltung pfeift das Schild, das an historische Oberklasse-Modelle erinnert, generell. Es bleibt auch in der unbeleuchteten Silbervariante ziemlich auffällig.
Voll motiviert: Dem GLC ist deutlich anzumerken, dass Mercedes im heißlaufenden Transformationswettbewerb zum E-Auto dringend voll auftrumpfen will.Voll motiviert: Dem GLC ist deutlich anzumerken, dass Mercedes im heißlaufenden Transformationswettbewerb zum E-Auto dringend voll auftrumpfen will.
Während die  Sterne im Rückleuchten-Paneel bekannte Eyecatcher sind …Während die Sterne im Rückleuchten-Paneel bekannte Eyecatcher sind …
…  versetzt die große LED-Kühlergrillmaske Passanten in Staunen.… versetzt die große LED-Kühlergrillmaske Passanten in Staunen.
4,85 Meter Länge, fast drei Meter Radstand: Der elektrische GLC wirkt mächtig und langgezogen, gefühlt auch höher positioniert als das Verbrenner-Modell.4,85 Meter Länge, fast drei Meter Radstand: Der elektrische GLC wirkt mächtig und langgezogen, gefühlt auch höher positioniert als das Verbrenner-Modell.
Was bietet der Innenraum?
Das alles dominierende Element ist ein opulentes Bildschirmspektakel, das in dieser und auch in allen anderen Klassen neue Standards setzt. Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten, die sich bei den Bildschirmgrößen eher wieder einschränken, scheint Mercedes überzeugt zu sein, dass sich technologischer Fortschritt auch über das größtmögliche Format definiert. Das bleibt natürlich Ansichts- und Geschmacksache. Was uns gefällt und beeindruckt, ist die absolute Entschlossenheit von Mercedes, sich voll auf eine Seite zu schlagen und die Sache durchzuziehen.
 
Der MBUX Hyperscreen des GLC ist eine vom Fahrer- bis zum Beifahrerfenster durchgehende Fläche mit brillanter Bildqualität (in der Basisversion ohne Hyperscreen hat das Cockpit die gleiche Oberfläche, aber keine durchgehende Bildschirmfläche dahinter). An das per Lenkradfernbedienung gesteuerte Fahrerdisplay schließen ein Touchscreen in der Mitte und ein weiterer Touchscreen vor dem Beifahrersitz an. Neben der Bildschirmgröße lassen auch Schnelligkeit und Aufbau des Betriebssystems den Eindruck entstehen, im technisch modernsten Cockpit der Autobranche zu sitzen. Techies werden begeistert sein, gleichzeitig ist aber das deutliche Bemühen erkennbar, Konservative und Bestandskunden nicht vor den Kopf zu stoßen – denn in der alltäglichen Bedienung ist der GLC auffallend normal und ziemlich übersichtlich.
 
Sofern man Touchfelder statt Tasten für die Raumtemperatur nicht als Zumutung versteht, die beim Parken mitunter nervöse LED-Leiste ignorieren kann und sich an die anfangs etwas sensible Lenkradfernbedienung gewöhnt hat, wird man sich in Sachen Benutzerfreundlichkeit über wenig beschweren können. Auch der Geschwindigkeitswarner hat einen unauffälligen Klang und ist darüber hinaus mit einem Knopfdruck deaktiviert. Der Mercedes-Hyperscreen ist also ästhetisch und hinsichtlich des Erlebnisfaktors ein Umbruch im Cockpit, aber nicht bedientechnisch.
 
Für den Beifahrer bricht dagegen eine neue Zeit mit mehr Mitbestimmung und Vergnügen an, er kann auf seinem riesigen Touchscreen nicht nur auf Bedienebenen wie die Musikwahl zugreifen, sondern via Youtube, Tiktok oder Disney+ auch Filme, Filmchen oder die Highlights vom letzten Bayern-Spiel anschauen. Neben den direkt installierten In-Car-Apps hat das MBUX-Multimediasystem auch einen normalen Webbrowser. Über Bluetooth-Kopfhörer kann der Beifahrer seine Musik hören oder Spiele spielen, ohne den Fahrer abzulenken oder die Musik über die Hauptlautsprecher des Fahrzeugs zu blockieren. Und wer rechts keinen Bildschirm will, kann dort ein dezentes Dekorbild einstellen, der Screen wird dann kaum noch als solcher wahrgenommen.
 
Sie wollen noch mehr High-Tech? Das Sky Control-Panoramadach kann nicht nur zwischen durchsichtig und blickdicht wechseln, sondern per Ambientelicht-Projektion auch einen Sternenhimmel in verschiedenen Farben darstellen, was hier ja markentypischer ist als beim Sternenhimmel-Pionier Rolls-Royce. Auch die aufwändig geformten Lüftungsdüsen werden in der Nacht LED-beleuchtet und runden bei entsprechender Farbwahl die exklusive Nightclub-Atmosphäre ab. Dazu passen die großen, elegant geschwungenen Metallboxen des Burmester-Soundsystems, das für eines der besten Klangerlebnisse der Klasse sorgt.
 
Neben der im High-Tech-Umfeld doch überraschenden Benutzerfreundlichkeit sind weitere Mercedes-Stärken im GLC nun wieder in altbekannter Form wahrnehmbar. Das hochsolide Qualitätsgefühl, das sich im Innenraum durch die hochwertigen Materialien einstellt, ist eine Ansage und hebt den GLC auch von Premiumkonkurrenten ab. Gleichzeitig beweist die Innenraumgestaltung einen ausgeprägten Sinn für das Praktische. Durch die großen Ablagemöglichkeiten insbesondere in der Mittelkonsole bleiben nicht nur Handy und Schlüssel in Griffweite, sondern auch Mappen, Pullover und Lesebrillen. Das macht die ältere Generation glücklich.
 
Durch den im Vergleich zum Verbrennermodell deutlich längeren Radstand ist der Innenraum luftig wie in einem Modell der oberen Mittelklasse. Das Platzangebot vorne, aber auch die Beinfreiheit und die Sitzhöhe hinten sind auffallend großzügig und fühlen sich schon mehr nach GLE als nach GLC an. Der mit flauschigem Teppich bezogene Kofferraum ist ebenfalls groß, er fasst inklusive des Unterflurfachs nahezu 600 Liter, mit umgeklappter Rücksitzbank sind es auf fast ebener Ladefläche großzügige 1.740 Liter (jeweils ein bisschen mehr als beim iX3 von BMW).
Für den Beifahrer bricht eine neue Zeit mit mehr Mitbestimmung und Vergnügen an, er kann auf seinem riesigen Touchscreen auch Bayern-Spiele schauen.Für den Beifahrer bricht eine neue Zeit mit mehr Mitbestimmung und Vergnügen an, er kann auf seinem riesigen Touchscreen auch Bayern-Spiele schauen.
Nicht nur bei Rolls-Royce: Panoramadach mir Sternenhimmel-Projektion.Nicht nur bei Rolls-Royce: Panoramadach mir Sternenhimmel-Projektion.
Elegant geschwungenen Burmester-Metallboxen, grandioses KlangerlebnisElegant geschwungenen Burmester-Metallboxen, grandioses Klangerlebnis
Großzügige Platzverhältnisse und Mercedes-Stärken in altbekannter Form: Große Sitze, auf denen man auch nach vielen Stunden gut sitzt.Großzügige Platzverhältnisse und Mercedes-Stärken in altbekannter Form: Große Sitze, auf denen man auch nach vielen Stunden gut sitzt.
Aufwändig geformte Lüftungsdüsen werden in der Nacht LED-beleuchtet.Aufwändig geformte Lüftungsdüsen werden in der Nacht LED-beleuchtet.
Mercedes-Tugenden in altbekannter Form, zum Beispiel das Qualitätsgefühl.Mercedes-Tugenden in altbekannter Form, zum Beispiel das Qualitätsgefühl.
Der mit flauschigem Teppich bezogene Kofferraum ist groß, er fasst inklusive des Unterflurfachs nahezu 600 Liter, maximal großzügige 1.740 Liter.Der mit flauschigem Teppich bezogene Kofferraum ist groß, er fasst inklusive des Unterflurfachs nahezu 600 Liter, maximal großzügige 1.740 Liter.
Wie fährt sich der elektrische GLC?
Absolut geschmeidig und zugleich wirklich schnell. Der GLC 400 schafft eine Blase, indem er Wind- und Fahrgeräusche weitgehend eliminiert, Unebenheiten sehr effektiv wegfedert, und den Fahrer dauerhaft mit einer ebenso leichtgängigen wie präzisen Lenkung verwöhnt. Andererseits ist er 490 PS stark und beschleunigt in 4,3 Sekunden auf 100 km/h, also schneller als ein Porsche 911 der Generation 996 oder 997. Dabei ist der Antritt von unten heraus nicht zu forsch, aber immer noch spontan genug. Der aktive Allradantrieb und die ausgewogene, nicht allzu straffe Fahrwerksabstimmung ermöglichen einen ambitioniert-flotten Fahrstil, dennoch überlässt der GLC die Fahrdynamik-Wertung gerne dem iX3 – weil er überragend fährt und den neuen Komfort-Standard in der Premium-Mittelklasse setzt.
 
Selbst auf hohem Technik- und Komfortniveau noch einmal hervorzuheben ist: Wie leise es im GLC auf der Autobahn ist; wie das Auto dank Zweiganggetriebe auch oberhalb von 120 km/h enorm anschiebt, aber auch effizient gleitet; wie viel Energie das Auto beim Bremsen zurückholen kann (bis zu 300 kW Rekuperationsleistung); wie schnell das Auto durch seine 800-Volt-Technik laden kann (bis zu 330 kW Ladeleistung); wie es dadurch in zehn Minuten bis zu 300 Kilometer neue Reichweite zurückholt beziehungsweise wie es in 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent kommt.
 
Der GLC hat eine sehr große 94-kWh-Batterie und bis zu 673 Kilometer WLTP-Reichweite, aber trotzdem einen psychologischen Nachteil gegenüber dem BMW iX3, der eine noch etwas größere Batterie mitführt und knapp über 800 Kilometer aufruft. In der Praxis wird der Unterschied allerdings kaum spürbar sein, nicht nur weil die Autobahn-Ladegeschwindigkeiten so hoch sind, sondern auch weil der GLC sehr effizient ist. Der Testverbrauch und die damit verbundenen tatsächlichen Reichweiten: rund 15 kWh und 700 Kilometer in der Stadt, rund 17 bis 18 kWh und 550 Kilometer im Mix, rund 20 bis 23 kWh und 350 bis 450 Kilometer auf der Autobahn.
 
Wer die Abrundung des Komforts anstrebt, wählt 20- statt 21-Zoll-Räder und/oder das keinesfalls notwendige, aber jedenfalls herrliche Luftfederfahrwerk. Auch die Hinterachslenkung wird im GLC niemand vermissen, aber vor allem in der Stadt jeder schätzen.

Wie sind die Preise einzuschätzen?
Mit Preisen ab 72.450 Euro für den GLC 400 4Matic sowie einem Einstiegstarif von 63.810 Euro für den GLC 250 bewegt sich Mercedes ungefähr auf dem Niveau des elektrischen BMW iX3, aber auch der eigenen GLC-Modelle mit Verbrenner. Das Preis-Leistungs-Verhältnis spricht somit klar für das geräumigere, modernere und komfortablere Elektro-Modell. Im Vergleich zum elektrischen Vorgänger EQC bekommt man sowieso viel, viel mehr fürs Geld.
 
Das Fazit?
Dem GLC ist deutlich anzumerken, dass er im elektrischen Transformationswettbewerb dringend auftrumpfen will. Der Mix aus altbekannten Mercedes-Stärken (hochwertiger Innenraum, viel Platz) und opulentem High-Tech-Spektakel (Bildschirm, Kühlergrill) ergibt ein modernes Premium-SUV für die Familie, das BMW gerne die Fahrdynamik-Wertung überlässt – weil es ein überragendes Fahrgefühl vorweisen kann, das es zum Komfort-König der Klasse macht. Durch schnelles Laden, hohe Reichweiten und vergleichbare Preise kippt der Vergleich mit dem Verbrenner-GLC klar zugunsten des Elektro-Modells, der nochmal deutlich geräumiger, moderner und komfortabler ist.
Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Der Mix aus altbekannten Mercedes-Stärken und opulentem High-Tech-Spektakel ergibt ein modernes Premium-SUV für die Familie. Überragendes Fahrgefühl, das den GLC zum Komfort-König der Klasse macht.Fazit von Motorprofis-Tester Fabian Steiner: „Der Mix aus altbekannten Mercedes-Stärken und opulentem High-Tech-Spektakel ergibt ein modernes Premium-SUV für die Familie. Überragendes Fahrgefühl, das den GLC zum Komfort-König der Klasse macht."

DATEN & FAKTEN

Mercedes-Benz GLC 400 4Matic mit EQ Technologie

(September 2026)

Preis

Ab 72.450 Euro // Einstiegspreis GLC elektrisch ab 63.810 Euro.

Antrieb

Zwei Permanentmagnet-Synchronmotoren, Systemleistung 360 kW / 490 PS, Drehmoment 800 Nm, Allradantrieb, 94-kWh-Batterie, DC-Laden mit 330 kW, in 22 Minuten auf 80 Prozent.

Abmessungen

Länge 4.854 mm / Breite 1.913 mm / Höhe 1.644 mm. Radstand 2.972 mm. Kofferraumvolumen 570 – 1.740 Liter.

Gewicht

Leergewicht 2.535 kg. Zulässiges Gesamtgewicht 3.040 kg.

Fahrwerte

Höchstgeschwindigkeit 210 km/h, Beschleunigung (0–100 km/h) 4,3 sec. Energieverbrauch (WLTP) 15,8 kWh/100 km. Reichweite (WLTP) 673 km.

Testverbrauch

17 – 18 kWh/100 km = 550 Kilometer Reichweite.
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